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„Legendary Circuits EuroTour“ - Wo die Strecken die Stars sind!

Im Motorsport gibt es viele Serien, die ein bestimmtes Fahrzeug oder eine bestimmte Fahrzeug-Epoche als Grundlage haben. Die FISC EuroTour der „Foundation International Spridget Competitions“ hat einen anderen Ansatz. Offen für historische Sportwagen, GT's und Tourenwagen mit bis zu 2 Liter Hubraum stellt sie die Strecken, die befahren werden, in den Mittelpunkt.

Lotus Elan von 1965 (Fotos: T. Schwede)
Lotus Elan von 1965 (Fotos: T. Schwede)
 

Im Gespräch mit Pieter Bakker, dem Vorsitzenden der niederländischen Stiftung „Foundation International Spridget Competitions“, merkt man schnell, dass die „Legendary Circuits EuroTour“ von Rennfahrern für Rennfahren gemacht wird. Pieter war von 1965 bis 1970 im Kartsport aktiv. Nach einer motorsportlichen Pause fand er 1988 den Weg in den historischen Motorsport, um Stress abzubauen.

Der angestrebte Stressabbau stellte sich jedoch nicht wie gewünscht ein. Gerade in der Anfangszeit ärgerte sich Pieter bei einigen Veranstaltungen über die Organisation. Bald packte er deshalb mit an, in den Niederlanden historische Rennen zu organisieren. Inzwischen Mitglied der „Foundation International Spridget Competitions“ gründete Pieter mit einigen Gleichgesinnten 1994 eine Motorsportserie für Fahrzeuge, die von einem „A-Serie-Motor“ der „British Motor Corporation“ angetrieben werden.

Der erste Versuch mit einem Motor als Grundlage

A-Serie im Renntrimm
A-Serie im Renntrimm mit zwei SU-Vergasern.

Dieser kleine Vier-Zylinder Motor wurde 1951 von der „Austin Motor Company“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Austin A30 leistete das ursprünglich 803 ccm große Aggregat zunächst 28 PS. Doch im Laufe der Zeit wuchsen der Hubraum und die Leistung des Motors an. Nach dem 1952 vollzogenen Zusammenschluss der „Austin Motor Company“ mit der „Morris Motor Company“ zur „British Motor Corporation“ (BMC) trieb die „A-Serie“ bald eine Vielzahl unterschiedlicher Fahrzeuge an.

Die Briten erfanden damals etwas, dass mehr als 30 Jahre später als Plattformstrategie in einem großen deutschen Automobilkonzern in Mode kam. Und so trieb die „A-Serie“ bald ebenso zahme Familienkutschen wie den Morris 1100 oder den Austin Allegro an, wie der Motor auch in typisch britischen Sportwagen vom Schlage eines Austin-Healey Sprite oder eines MG Midget für Vortrieb sorgen durfte.

Ab 1959 trieb die „A-Serie“ auch den legendären Mini an. Bereits im 1963 vorgestellten Mini Cooper S leistete die „A-Serie“ mit einem Hubraum von 1071 ccm serienmäßig 70 PS. Und wurde zwischen 1964 und 1967 dreimal Sieger der Rallye Monte Carlo. Auch auf der Rundstrecke gehörten Fahrzeuge mit dem kleinen Motor der BMC viele Jahre fest zum Inventar. Zahlreiche spätere Formel 1 Piloten, wie der schließlich dreifache Formel-1-Weltmeister Niki Lauda oder der Schweizer Grand Prix Sieger Clay Regazzoni, bestritten ihre ersten Rennen in Fahrzeugen, die von einem Motor der „A-Serie“ angetrieben wurden.

Die Weiterentwicklung zu den „Legendary Circuits“

Trotz dieser Tradition zündete die Idee einer Rennserie für die „A-Serie“ nicht richtig. Die Startfelder reichten kaum, um als Serie überleben zu können. Ende 2006 fand man Partner in Frankreich. Dort kämpften die „TROPHEE MAXI 1000“ sowie die Serie des „Lotus Club 1600“ ebenfalls mit schwindenden Teilnehmerzahlen.

Also spannte man zusammen. Bindeglied wurden die Strecken. Seit 2007 veranstaltet man gemeinsam die „Legendary Circuits EuroTour“. Pieter Bakker sagte dazu im Gespräch mit 1300ccm.de: „Mit den 'Legendary Circuits' wollten wir eine Serie schaffen, die sich nur auf die besten historischen GP Rennstrecken konzentriert.“

Der interessante Kalender

Le Mans Dunlop Bogen
Le Mans

Gemeinsam mit einem harten Kern von rund 10 Personen, die aktiv an der Organisation mitarbeiten, ist dies zweifelsfrei gelungen. 2009 stehen Spa Francorchamps, Zandvoort, der Circuit Bugatti in Le Mans, Zolder, die Nordschleife des Nürburgrings und Dijon Prenois auf dem Programm. In den vergangen Jahren war man zusätzlich bereits in Monza, Pau und Paul Ricard zu Gast. Jeder Laie erkennt sofort, dass die „FISC Legendary Circuits EuroTour“ ausschließlich Strecken mit viel Geschichte besucht. Dabei stellt die Nordschleife aus Sicht der Organisatoren immer das Saison-Highlight der Serie dar.

Die Kosten

Die Veranstaltungen umfassen in der Regel drei Läufe. Das Nenngeld pro Veranstaltung beträgt in der Regel weniger als 700,-- €. Dafür erhalten die Piloten rund zwei bis vier Stunden Streckenzeit. Im Feld trifft man auf Fahrzeuge bis Baujahr 1971. Rund die Hälfte der Fahrzeuge passt mit ihrem Hubraum in das Hubraumlimit, das der Name diese Internetangebots beschreibt.

Die Teilnehmer

Die Startlisten lesen sich wie ein „Who is who“ der 60er-Jahre. Minis aller Art, NSU 1000 TTS, Renault Dauphine, Citroen 4CV (!) und Fiat Abarth 595 SS messen sich mit Ginetta G15, BMW 700S, Honda 800S, Alpine A110 oder manchmal sogar mit einigen TRABANT 601. Alle Fahrzeuge sind nach Anhang K des FIA-Regelwerkes aufgebaut und rollen auf den bekannten historischen Dunlop Rennreifen (204/CR65) bzw. ihrem Pendant von Avon (CR6ZZ).

Auf der Strecke steht der kameradschaftliche Wettbewerb im Vordergrund. Die Fahrer wissen es zu schätzen, wenn das Auto am Sonntag in gleich guten Zustand auf den Hänger geladen wird, wie es am Freitag vom Hänger gefahren wurde. Seit Gründung der „FISC Legendary Circuits EuroTour“ hat es bisher keinen Unfall gegeben. Ein Rekord, den die Veranstalter gern behalten würden.

Kontakt zur „Legendary Circuits EuroTour“, die sich den Claim „Motorsport, like it used to be!“ gegeben hat, ist über den Internetauftritt fisc-eurotour.org möglich.

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