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Formel Junior - 1100 ccm und viele große Namen

Die Formel Junior ist eine Rennkategorie für einsitzige, offene Rennwagen. Sie wurde 1958 in Italien als Rennserie für Nachwuchspiloten ins Leben gerufen. Mit einem kleinen und leichten Monoposto sollten sich diese für größere Aufgaben empfehlen können.

Stanguellini der Formel Junior beim AvD Oldtimer Grand Prix 2006
Stanguellini der Formel Junior beim AvD Oldtimer Grand Prix 2006
 

So die Idee des italienischen Rennfahrers und Journalisten Giovanni Conte Lurani, der das erste Formel Junior Reglement maßgeblich prägte. Das technische Regelement sah einen Radstand von mindestens zwei Metern und ein Mindestgewicht von 400 Kilo vor.

Der maximal 1100 ccm große Motor mußte aus einem homologierten Tourenwagen stammen. Dabei durfte der Motor in den Anfangsjahren aus Kostengründen nur zusammen mit der in diesem Tourenwagen verwendeten Bremsanlage in den Formel Junior transferiert werden. So starteten die Teilnehmer der Formel Junior in den Anfangsjahren fast ausnahmslos mit kostengünstigen Trommelbremsanlagen.

Die Rundenzeiten sinken - die Kosten steigen 

Erst 1961 stellte man die Bremsanlage frei, da die Formel Junior in kurzer Zeit sehr viel schneller geworden waren. Der erste Formel Junior-Rennwagen von Stanguellini war noch mit einem Frontmotor ausgestattet. Mit den Lotus-Modellen 18 und 20 setzte sich die Mittelmotorbauweise durch. Dies lies die Rundenzeiten der Formel Junior stark absinken.

Die vielen nationalen Meisterschaften, die ab 1959 auch in weiteren Ländern durchgeführt wurden, machten den Bau von Formel Junior Rennwagen schnell auch für andere Firmen zu einem lukrativen Geschäft. Dazu zählten neben den kleineren Unternehmen wie Gemini, Elva oder Britannia auch die großen Namen wie Brabham, Lola und Cooper. Ab 1960 gab es auch in Deutschland eine Formel Junior Meisterschaft. Wolfgang Graf Berghe von Trips hatte einen Stanguellini gekauft und ein Rennen auf dem Nürburgring initiiert. Weitere bekannte Formel Junior Piloten waren Kurt Ahrens und Gerhard Mitter.

Zur Saison 1964 wurde der Hubraum auf 1.000 ccm begrenzt und die Klasse in Formel 3 umbenannt.

1100ccm und immer noch aktiv! 

Heute gibt es mit der „FIA Lurani Trophy for Formula Junior Cars“für historische Formel Junior-Fahrzeuge eine offizielle Europa-Meisterschaft des Motorsportweltverbands FIA. In Deutschland kann man die Fahrzeuge der Formel Junior regelmäßig beim „Jim Clark-Revival“in Hockenheim sowie beim „AvD-Oldtimer-Grand-Prix“am Nürburgring bewundern.

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