Anzeige: 
Thursday, den 29. July 2010 | 315 Besucher gestern
 

„Group C/GTP Racing“ veröffentlicht ihren Kalender 2010

Die Sportprototypen der Gruppe C gehören zu den aufregendsten Rennwagen der Motorsport-Geschichte. Heute, gut 20 Jahre nach dem Ende ihrer Blütezeit, haben die wunderschönen Fahrzeuge in einer „Group C/GTP Racing“ genannten Serie eine neue Heimat gefunden. Vor wenigen Tagen stellten die Organisatoren dieser Serie ihren Rennkalender zur Saison 2010 vor.

Der legendäre Tic-Tac-Porsche 962 von Jochen Dauer (Foto: T. Schwede)
Der legendäre Tic-Tac-Porsche 962 von Jochen Dauer (Foto: T. Schwede)

Artikel merken:
Artikel bei Mister Wong ablegen  Diese Seite zu yigg.de hinzufügen  Webnews  Diese Seite zu del.icio.us hinzufügen  LinkARENA Logo
 

Zur Saison 1982 definierte die FIA die Klassifizierung von Tourenwagen, GT-Sportwagen und Sportprototypen neu. Zuvor kannte die Sportgesetzgebung sches Gruppen. Nun reichten drei. Die Gruppe C definierte die Sportprototypen. Ihnen gab das Reglement zunächst sogar nur vergleichsweise wenige Eckpunkte vor. So musste ein Gruppe C mindestens 800 Kilogramm schwer sein und durfte über einen maximal 100 Liter großen Tank verfügen. Sein Motor musste von einem Hersteller stammen, der mindestens ein Fahrzeug als Tourenwagen oder GT-Sportwagen homologiert hatte.

Chancengleichheit durch ein Verbrauchslimit

Die Fahrzeuge der Gruppe C durften maximal 500 Liter Benzin pro 1.000 Rennkilometer verbrauchen. Dieses Limit sorgte dafür, dass auch unterschiedliche Konzepte miteinander auf der Strecke streiten konnten. Ford (mit dem C100) und Porsche (mit dem 956) stellten bereits 1982 Gruppe-C-Rennwagen vor. Später bauten auch Lancia, Jaguar, Mercedes, Nissan, Toyota, Mazda, Aston Martin und Peugeot sowie Rennwagenhersteller wie Sauber, Lola, March, Argo, Spice, Tiga oder Bardon Rennwagen für die Gruppe C. Damit entwickelte sich - insbesondere in den 1980er-Jahren - eine interessante Szene. Dazu trug auch bei, dass die meisten Hersteller ihre Rennwagen zum Kauf anboten. Insbesondere Porsche tat dies mit großem Erfolg und verkaufte insgesamt rund 100 Rennwagen der Typen 956 bzw. 962. Die Werkteams kämpften so immer auch mit Privatteams um den Sieg und die Plätze. Dies sorgte für ein enges Feld mit hart geführten Rennen.

Dieser interessante Wettkampf zog Ende der 1980er-Jahre immer mehr Fans an die Strecken. Zeitweise war die Gruppe C fast so beliebt wie die Formel 1. Prompt änderte die FIA - und ein Schelm ist, wer jetzt Böses denkt - die Regeln der Gruppe C. Ab 1991 durften auch die damals 3,5 Liter großen Motoren der Formel 1 einen Gruppe-C-Sportwagen antreiben. Kleine Teams wie Spice oder ADA waren mit den materiellen und finanziellen Anforderungen, die diese Motoren an ihren Betrieb stellten, schlicht überfordert. Der Gruppe C gingen fast unmittelbar die Teilnehmer aus und die Sportwagen-Weltmeisterschaft kollabierte nach der Saison 1992.

Die Gruppe C heute - Highlight im historischen Motorsport

Unter dem „Group C/GTP Racing“ sind die Fahrzeuge der Gruppe C heute ein gern gesehener Gast bei Veranstaltungen des historischen Motorsports. 2010 treten sie bei sechs Veranstaltungen an. Im April startet ihre Saison in Portugal auf der jungen Rennstrecke des „Autodrome Internacional do Algarve“ von Portimao. Anschließend folgen Rennen auf den Traditionsstrecke von Spa-Francorchamps (21. bis 23. Mai), Le Mans (9. bis 12. Juni), dem Nürburgring (18. bis 20. Juni), Brands Hatch (31. Juli bis 1. August) sowie „Circuit Paul Ricard“ an der französischen Mittelmehrküste (8. bis 10. Oktober). Trotz der schwierigen allgemeinen Wirtschaftslage erwarten die Organisatoren zu allen Rennen jeweils zwischen 20 und 30 Teilnehmer.

Wie in der ehemaligen Sportwagen-Weltmeisterschaft gilt das Rennen in Le Mans als der absolute Saisonhöhepunkt. Wobei es für die Teilnehmer der „Group C/GTP Racing“dort  2010 nur noch für 45 Minuten auf die große Schleife an der Sarthe gehen wird und (natürlich) kein 24-Stunden-Rennen mehr auf dem Programm steht. Am frühen Samstag Vormittag - kurz vor dem Start zum legendären 24-Stunden-Rennen - wird die „Group C/GTP Racing“ die Gelegenheit nutzen, um sich den in Le Mans traditionell zahlreichen Fans zu präsentieren. Bereits eine Woche nach dem Auftritt in Le Mans treten die Gruppe C Rennwagen übrigens auch am Nürburgring an. Die „Group C/GTP Racing“ wird dort im Rahmen des in den Juni verlegten Eifelrennens fahren. Dabei wird sie, wie bei den anderen Veranstaltungen mit Ausnahme von Le Mans, am Samstag und am Sonntag jeweils eine Stunde rennen, um die Fans so an die legendäre Sportwagen-Weltmeisterschaft und die große Zeit der Gruppe C zu erinnern.

Der vollständige Kalender „Group C/GTP Racing“ 2010

23. bis 25. April Autodrome Internacional do Algarve, Portugal
21. bis 23. Mai Spa-Francorchamps, Belgien
9. bis 12. Juni Le Mans, Frankreich
18. bis 20. Juni Nürburgring
31. Juli bis 1. August Brands Hatch, Großbritannien
8. bis 10. Oktober Circuit Paul Ricard, Frankreich

Weitere Informationen zur „Group C/GTP Racing“ finden Sie auch unter www.groupcracing.com

Anzeige: