Formel 1: Bericht aus Sakhir
Endlich ist es wieder soweit, an diesem Wochenende dröhnen wieder die Motoren der Formel 1. Im Königreich Bahrain startet die mit großer Spannung erwartete Saison 2010. Am Start ist (endlich) auch wieder Michael Schumacher, dessen Comeback Motorsportfans auf der ganzen Welt elektrisiert. Darüber vergisst man fast, dass sich 2010 neben dem Rekord-Weltmeister weitere Piloten der Herausforderung Formel 1 stellen.
Und im Vergleich zu 2009 hat sich einiges verändert
Am Start sind mit Virgin, Lotus und dem Hispanic Racing Team gleich drei neue Teams. Dazu wird erstmals auch in Südkorea gefahren. Und als Highlight darf im Rennen 2010 nicht mehr getankt werden. Dadurch gehen die Piloten nun mit 170 bis 180 kg Sprit an Bord ins Rennen. Bisher waren maximal 90 kg üblich.
Das Mehrgewicht stellt die Piloten vor einige Herausforderungen. Denn so schwer beladen sind die Autos am Anfang des Rennens wohl erstmal rund fünf Sekunden langsamer sein als sie es in der Qualifikation waren, wo mit leeren Tanks gefahren wird. Die Piloten müssen dabei aufpassen, dass sie mit so einem schweren Auto die Reifen nicht überfordern. Wer sein Auto und die Reifen in der ersten Phase des Rennens pfleglich behandelt, der wird im zweiten Teil des Rennens sicherlich Vorteile haben.
Man darf gespannt sein, wie der Kampf der Generationen ausgehen wird
Michael Schumacher trifft bei seinem Comeback auf einige neue Piloten, die den Anspruch haben, um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Im heutigen Training war Mercedes GP Fahrer Nico Rosberg (1:55.409s) der Schnellste. Auf dem zweiten Platz landete Lewis Hamilton (1:55.854) im McLaren-Mercedes. Dritte wurde Michael Schumacher (1:55.903). Hinter Schumacher belegte Weltmeister Jenson Button (1:56.076) im McLaren einen guten vierten Platz.
Nicht für die Redaktion dieses Online-Magazins ist der Reifenflüsterer Button übrigens auch 2010 ein potentieller WM-Kandidat. Ebenso wie Sebastian Vettel, der heute Rang fünf (1:56.459) erzielte. Die Überraschung des Tages lieferte Formel 1 Debütant Nico Hülkenberg, der im Williams sechster wurde.

Lotus-Pilot Heikki Kovalainen beim
GP von Bahrain (Foto: Lotus)
Die drei neuen Teams kämpften am Ende des Feld um den Platz des besten Neueinsteigers. Im ersten Training setzte sich dabei Timo Glock mit seinem Virgin durch. Doch im zweiten Training bestätigte sich, was Beobachter schon nach den Testfahrten vermutet hatten.
Der von Mike Gascoyne in Köln mit einigen ehemaligen Toyota-Kollegen konstruierte Lotus T127 ist bisher das beste Fahrzeug eines neuen Teams. Schnellster Fahrer der Neueinsteiger war Heikki Kovalainen. Sein Rückstand auf den vor ihm platzierten Mark Webber im schnellen RBR-Renault betrug nur rund 0,4 Sekunden.
Virgin kann mit dem ersten Formel-1-Rennwagen, dessen Entwicklung komplett CFD basiert und ohne Windkanal erfolgte, diese Zeiten noch nicht fahren. Timo Glock fing sich als schnellster Virgin Pilot einen Rückstand von mehr als 1,1 Sekunden auf die Lotus ein.
Das Hispanic Racing Team tritt mit einem von Dallara gebauten Wagen in der Formel 1 an. Auf Grund finanzieller Probleme mußte man vor der Saison alle Tests auslassen. Daher unterzog Hispanic Racing Team den neuen Rennwagen heute in Bahrain eher einem Roll-Out. Während Bruno Senna dabei in beiden Trainingssitzungen immerhin 20 Runden drehen konnte und 11,559 Sekunden auf die Spitze verlor, blieb sein Teamkollege Karun Chandhok aus Indien ohne Zeit. Optimale Voraussetzungen für ein Formel-1-Debüt sehen anders!
Für Spannung ist also gesorgt!
Zur Saison 2010 wurde der Kurs von Sakhir auf 6,299 Kilometer verlängert. Bisher war der circa 30 Kilometer vor der Hauptstadt Manama entfernt in der Wüste liegende Bahrain International Circuit 5,417 Kilometer lang. Der neue Streckenteil besteht aus einer schnellen Rechtskurve, einem Komplex aus fünf weiteren Kurven, sowie einem Linksknick und einer Haarnaadelkurve, die schließlich auf die ursprüngliche Strecke zurückführt.
An den grundsätzlichen Anforderungen, die die Strecke an die Piloten und ihre Fahrzeuge stellt, ändert sich dadurch wohl nichts. Denn die unterschiedlich schnellen Kurvenkombinationen stellen die Balance der Fahrzeuge und damit das Set-up weiterhin nachdrücklich auf die Probe. Drei Mal pro Runde verzögern die Fahrer aus gut 300 km/h bis in den zweiten oder dritten Gang. Dies macht den Kurs in puncto Bremsen und Bremsverschleiß zu einem der anspruchsvollsten Kurse der Saison.
Wie in den Vorjahren haben unsere Mitspieler zum Start des Rennens am Sonntag, den 14. März um 13 Uhr unser Zeit, die Chance, um an ihrem Tipp zu tüfteln. Jetzt tippen ...
