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Klassiker in den Ardennen

Nur eine Woche nach dem Rennen in Valencia findet schon an diesem Wochenende der Großen Preis von Belgien in Circuit de Spa-Francorchamps statt. Bereits am Sonntag machten sich die ersten Teamlaster in Valencia auf die gut 1.700 Kilometer lange Reise, um in der Nacht von Montag zu Dienstag in den Ardennen anzukommen. Seit gestern um 10 Uhr sind dort die 2,4 Liter Motoren der 20 Piloten zu hören. Schnellster des freien Trainings war Weltmeister Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes.

 

Die rote Laterne „eroberte“Massa-Ersatzmann Luca Badoer. Der Italiener darf nämlich trotz seines extrem dezenten Auftritts von Valencia weiter am Steuer des F60 drehen. Denn der langjährige Ferrari-Testpilot wirkte in Spanien wie ein überforderter Anfänger, auch wenn das Comeback sicherlich auf einer der schwierigsten Strecken der Saison stattfand. Betrachtet man die schnellsten Rennrunden der Piloten, dann war Badoer in Valencia der drittlangsamste Pilot im Feld. Nur die beiden Torro Rosso Fahrer Jaime Alguersuari und Sebastien Buemi blieben in diesem Wettbewerb hinter dem Italiener.

Dazu kam, dass Badoer im Training viermal in der Boxengasse mit zu hoher Geschwindigkeit geblitzt wurde. Vielleicht hatte dem Italiener niemand gesagt, dass dort während der Rennwochenenden eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h vorgeschrieben ist. Und so orientierte er sich wohl an den bei Testfahrten erlaubten 100 km/h. Im Rennen leistete sich Badoer eine Kollision und zwei Dreher. Außerdem kassierte Badoer nach dem Überfahren der weißen Linie, die die Boxenausfahrt kennzeichnet, eine - wenn auch strenge - Durchfahrtsstrafe.

Hätte Badoer in Valencia erstmals in einem Formel 1 gehockt, hätte man ihm wohl die sog. Grand Prix Reife abgesprochen. Doch der Mann hat inzwischen 50 Grand Prix bestritten und arbeitet seit mehr als 10 Jahren als Testfahrer bei Ferrari. Schon als Badoers Formel 1 Karriere am 31. Oktober 1999 in Japan (vorläufig) endete, galt der Italiener bestenfalls als mittelmäßig begabt. In Valencia bestätigte der Italiener diesen Ruf. Und man muß wohl hoffen, dass der Auftritt in Spa nicht gefährlich wird. Denn auf der wunderschöne Berg- und Talbahn geht es mit hohen Geschwindigkeiten durch die Ardennen. Zum Teil handelt es sich bei der Strecke um ehemalige Landstraßen, die erst seit wenigen Jahren vollständig für den normalen Verkehr gesperrt sind.

Damit gilt der „Circuit de Spa-Francorchamps“ als letzte Naturrennstrecke. Die Strecke steht immer noch für eine einzigartige fahrerische Herausforderung: Die „Eau Rouge“. Aus einer Spitzkehre heraus werfen sich die Piloten hier mit Höchstgeschwindigkeit durch eine gebogene Senke und rasen dann steil bergauf Richtung „Kemmel“. Dieser Abschnitt gehört zu den absoluten Klassikern der Formel 1. Kein Wunder, dass fast das gesamte Fahrerfeld die Strecke als Lieblingskurs bezeichnet und Vollgastiere wie Kimi Räikkönen, der hier bereits dreimal gewinnen konnte, in Spa meist glänzen.

Heute steht um 14 Uhr die Qualifikation auf dem Programm. Der Große Preis von Belgien wird dann morgen um 14 Uhr gestartet. Jetzt tippen ...

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