Topspeed und Crashgate-Skandal
Zum Europa-Finale, das an diesem Wochenende in Monza stattfindet, zeigt sich die Formel 1 mal wieder von ihrer bunten Seite. Giancarlo Fisichella der Überraschungszweite von Spa-Francorchamps wechselte zwischenzeitlich zu Ferrari, wo man Luca Badoer das Vertrauen entzog. Und abseits der Strecke gibt es eine Untersuchung über einen Crashgate-Skandal.
Der bei Renault vor wenigen Wochen gefeuerte Nelson Piquet jr. behauptet, vor einem Jahr beim Rennen in Singapur auf Anweisung des Teams vorsätzlichen einen Unfall verursacht zu haben. Teamkollege Fernando Alonso nutzte damals die durch den Unfall auf der engen Strecke notwendige Neutralisierung des Rennens, um sich mit einem passend eingelegten Boxenstopp an die Spitze zu setzen und gewann dadurch später das Rennen. Am 21. September wird der Automobil-Weltverband FIA entscheiden, ob Nelson Piquet und sein Vater, der die Geschichte mit einem Hinweis an die FIA ins Rollen brachte, glaubwürdig genug sind, um Renault wegen einer Rennmanipulation zu verurteilen.
Beim Training in Monza zeigte sich Renault von den aktuellen bisher Vorwürfen unbeeindruckt. Erstmals seit dem Rennen in Spanien wurde der R29 für die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Monza mit der KERS genannten Hybrid-Technik ausgestattet. Damit verfügen die Piloten pro Runde für 6,6 Sekunden über die 80 Zusatz-PS des Elektromotors. So zusätzlich befeuert, landeten Romain Grosjean und Fernando Alonso am Freitag auf den Plätzen zwei und drei - knapp hinter Adrian Sutil, der den - wohl streckenbedingten - Aufwärtstrend des Force India-Mercedes-Teams mit der Tagesbestzeit eindrucksvoll bestätigte. Die Ergebnisse zeigen, dass es Teams gibt, die auf schnellen Pisten, die flach gestellte Flügeln verlangen, überdurchschnittlich gut zu Recht kommen. Denn neben Force India zeigte sich gestern in Monza - wie in Spa - auch BMW ungewohnt wettbewerbsfähig. Robert Kubica landete auf Platz fünf, Nick Heidfeld wurde Siebter.
Monza bestätigte seinen Ruf als Hochgeschwindigkeitsstrecke
Auch wenn gestern noch kein Pilot die Marke von 350 km/h knacken konnte, erreichten die Piloten eindrucksvolle Topspeedwerte. Mark Webber wurde als „Schnellster“mit 342,9 km/h geblitzt. Doch Monza ist mehr als nur Vollgas. Es gilt als echte Herausforderung, für die Strecke im im königlichen Park von Monza die richtige Fahrzeugabstimmung zu finden. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen, die sie Strecke stellt. Denn neben den langen Vollgaspassagen gibt es eben auch langsame Schikanen und einige schnelle Kurven, die im Gegensatz zu den langen Geraden eigentlich steile Flügeleinstellungen verlangen würden. Da man sich dies wegen der langen Geraden nicht leisten kann, ist es in den schnellen Kurven eine echte Herausforderung einen Formel 1 Rennwagen auf der Strecke zu halten. Dazu kommt, dass der Asphalt in Monza relativ aggressiv ist. In Verbindung mit den hohen Geschwindigkeiten sorgt dies für ein sehr schnelles Aufheizen der Reifen. Nach den Erfahrungen der bisherigen Saisonrennen darf man gespannt sein, wer über die 307,730 Kilometer lange Distanz des Großen Preis von Italien seine Reifen optimal nutzen kann.
Man darf gespannt sein!
Bis zum Start des Rennens morgen um 14 Uhr dürfen unsere Mitspieler über ihren Tipp grübeln. Dann werden wir sehen, wer als optimales Monza-Orakel sich den Sieg in unserem Tippspiel sichert. Jetzt tippen
