Veranstaltungstipp: London to Brighton Veteran Car Run
Mit dem „London to Brighton Veteran Car Run“ endet Anfang November traditionell der internationale Oldtimer-Kalender. Fast möchte man meinen, dass das Sprichwort „Das Beste kommt, zum Schluss“ extra für dieses Highlight der Klassiker-Saison erfunden wurde. Unter den Augen der rund 500.000 Zuschauer erinnern die Teilnehmer mit dieser Oldtimer-Ausfahrt an das Ende einer Gesetzgebung, die einstmals auf den britischen Inseln die Höchstgeschwindigkeit von Automobilen auf Schrittgeschwindigkeit beschränkte.
Mercedes-Benz beim „London to Brighton Veteran Car Run“ 2011 (Foto: Daimler AG)
Insgesamt werden sich am 6. November 2011 rund 550 Klassiker, die spätestens 1904 gebaut wurden, auf die rund 96 Kilometer (60 Meilen) lange Strecke des „London to Brighton Veteran Car Run“ begeben. Start ist im Hyde Park/Apsley Gate in London, wo die ersten Fahrzeuge beim offiziellen Sonnenaufgang um 7:02 Uhr losfahren werden. Von dort führt der Weg zunächst nach Crawley/Market Square zu einem Zwischenstopp, bevor die Veranstaltung dann offiziell in Preston Park, einem Vorort des Seebades Brighton, endet.
Der inoffizielle, aber eigentliche Zieleinlauf findet anschließend unter stets großer Anteilnahme der Bevölkerung auf der Prachtpromenade Madeira Drive statt. In die Wertung kommt übrigens nur, wer bis zum Sonnenuntergang in Brighton ankommt. Eine Auswahl von rund 100 Fahrzeugen wird bereits am Samstag, den 5. November 2011 in London auf der Regent Street an einem Concours d'Elegance teilnehmen. Dabei werden sie einzeln vorgestellt und können von den Zuschauern aus der Nähe betrachtet werden.
In Gedenken an den Emancipation Run
Der London to Brighton Veteran Car Run erinnert an den „Emancipation Run“ vom 14. November 1896. Harry J. Lawson, der Mitbegründer der britischen „The Daimler Motor Company Limited“, organisierte an diesem Tag eine Wettfahrt von London nach Brighton. Lawson feierte damit die endgültige Aufhebung des „Red Flag Act“, der seit 1865 schnelles Autofahren verbot. Gestartet wurde die Erstausgabe daher standesgemäß mit dem symbolischen Zerreißen einer roten Flagge, wie sie bis zum Jahr 1878 der vor dem Wagen gehende Mann zusätzlich zur Warnung tragen musste.
Bereits 1927 fand die erste offizielle Erinnerungsfahrt an den „London to Brighton Run“ statt. Mit Ausnahme der Jahre 1940 bis 1947 fand diese Erinnerungsfahrt seither jährlich statt. Damit dürfte der Run die wohl älteste bestehende Automobilveranstaltung der Welt sein. Zugleich ist sie eine der größten Versammlungen von Oldtimern aus der Frühzeit der Automobilgeschichte. Neben vierrädrigen Autos mit Verbrennungsmotor starten auch Dreiräder sowie Dampfwagen und Elektroautos bei der seit 1930 durch den „Royal Automobile Club“ ausgerichteten Veranstaltung.
550 Fahrzeuge aus 20 Ländern
Auch 2011 kann sich das Teilnehmerfeld sehen lassen. Das älteste Fahrzeug wird voraussichtlich ein Benz Victoria aus dem Jahr 1894 sein. Mercedes-Benz wird im Jubiläumsjahr „125 Jahre Automobil (mit Verbrennungsmotor)“ einen zweisitzigen Mercedes-Simplex Rennwagen von 1902 und ein viersitzigen Mercedes-Simplex Tourenwagen aus dem Jahr 1904 an den Start bringen. Dazu wird Jutta Benz, die Urenkelin des Automobilerfinders Carl Benz, auf einem Nachbau des Benz Patent-Motorwagen von 1886 den „London to Brighton Veteran Car Run“ symbolisch eröffnen.
Auf der Strecke werden die von Wilhelm Maybach konstruierten Simplex von prominenten Fahrern pilotiert: Einen Wagen fährt der frühere britische Formel-1-Weltmeister von 1992, Nigel Mansell. Das zweite Fahrzeug wird u.a. vom bekannten britischen Motorjournalist Doug Nye gefahren.



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