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Web 2.0 in der Welt des Automobils

Die KFZ-Versicherung unseres Vertrauens betreibt ein Blog. Von Zeit zu Zeit berichtet sie dort über Wissenswertes aus der Welt des Automobils sowie des Internets. Und erfreulicherweise geht es dabei nicht immer nur um die Produkte des Unternehmens. Das hebt diese Versicherung erfreulich von den Internetaktivitäten anderer Versicherungen ab.

Das Web 2.0-Auto: Rally Fighter (Fotos: Local Motors)
Das Web 2.0-Auto: Rally Fighter (Fotos: Local Motors)
 

Finden Sie es vertrauenswürdig, wenn Ihre Versicherungen einen Fisch aus dem Büro-Aquarium der Schadensregulierung oder das Empfangs-Hündchen bloggen läßt? Das ist – unserer Meinung nach – weder besonders lustig, noch wirkt es authentisch. Es wirkt sogar ein bisschen wie gewollt und dann doch nicht gekonnt. Doch darum soll es heute hier gar nicht gehen. Denn es war ein Beitrag mit der Überschrift „User an die Macht!“im Blog der deutschen internet versicherung, der unser Interesse weckte.

Dort berichtete vor einigen Tagen der reale Matthias Koechlin über ein interessantes Web 2.0-Projekt. In den USA versucht das Unternehmen „Local Motors“, wichtige Teile des Prinzips „Web 2.0“ und des Gedanken „Open Source“ in die Welt des Automobils zu übertragen. „Local Motors“ hat mit der Macht des Internets, also mit dem Know How der User seiner Web-Plattform ein Auto entwickelt und bringt dieses jetzt auf den Markt.

Mehr als 6.000 User waren von dieser Idee fasziniert.

Diese Menschen fanden es spannend, unentgeltlich als Gemeinschaft, neuhochdeutsch „Community“ für das Design, die Marktforschung und die Konstruktion des Fahrzeugs verantwortlich zu zeichnen. Mehr als 60.000 Autoskizzen wurden erstellt. Die Community entschied, welches Fahrzeug als erstes realisiert werden sollte. So mündete die Arbeit der Gemeinschaft schließlich im Bau eines Fahrzeugs, das nach einer Entwicklungszeit von gerade einmal zwei Jahren kürzlich als „Rally Fighter“ der Öffentlichkeit vorstellt wurde.

Natürlich standesgemäß auch im Internet, denn das Unternehmen betreibt als Werbeplattform selbstverständlich den inzwischen obligatorischen You Tube Kanal. Den Bau der bisher rund 100 bestellten Fahrzeuge übernimmt Local Motors bisher selbst, auch wenn sich jedermann – ganz Open-Source – den Bauplan des Chassis natürlich für das heimische CAD-Programm herunterladen kann oder vielleicht sogar soll.

Denn Teil der Idee ist, später auch den Bau zu dezentralisieren. Der dann zum Projektkoordinator „mutierte“ Hersteller will lokale, regionale Werkstätten verlängerte Werkbank gewinnen. Doch zunächst muss „Local Motors“ die Anlaufkosten des Projekts verdienen. Rund 500 Exemplare, so sagt die Firma, müsse man verkaufen, um mit diesem Open-Source-Auto auch wirtschaftlich erfolgreich sein zu können. Gelingt dies, so hat die „Community“ übrigens bereits weitere Projekte in der Pipeline, denn der sehr amerikanische „Rally Fighter“ trifft vielleicht nicht jeden Geschmack – und „Open Source“ steht bekanntermaßen ja auch für Vielfalt.

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