Dieses Auto-Blog lebt auch von den persönlichen Autoerfahrungen. Denn Karla und ich verstehen 1300ccm.de noch als echtes Blog. Daher gibt es hier nicht nur über News aus der Auto-Welt oder Berichte über die – zugegeben spannende – Möglichkeit, regelmäßig Autos zu testen. Nein, wir  schreiben hier regelmäßig auch über unsere privaten Automobil-Erlebnisse. Dazu gehört der Verkauf unsers alten Opel Combo. Denn nach gut acht Jahren in unseren Diensten, fand unser ehemaliger Lastesel jetzt in Osteuropa eine neue Heimat. Auch wenn der Verkauf nicht einfach war. Ich probierte den Express-Verkauf bei mobile.de, ebay und Co aus, um den Opel zu verkaufen.

Als wir uns vor gut einem Jahr für einen neuen Seat Leon FR als Alltagsauto entschieden, behielten wir unseren alten Opel Combo zunächst. Die Idee war, den Opel nach dem Kauf des Seat Leon gelegentlich mit einem Kurzzeitkennzeichen zum Transport des Karts von Max zu nutzen. Denn mit seinem großen Laderaum ist der Combo in der Lage, das Kart vollständig im Kofferraum zu verstauen. Das ar jahrelang ziemlich praktisch. Insofern klang die Idee der Weiternutzung nach einem guten Plan.

Nur ist das mit den Plänen immer so eine Sache. Planen ist einfach, umsetzen oft schwieriger. Und so stand sich der Opel eigentlich in unserem Werkstatt-Atelier nur die Räder platt. Beim letzten Versuch, den Opel zu starten, war die Batterie leer. Daneben arbeite die Zeit gegen uns. Denn im Moment darf der Combo dank seiner grünen Plakette im Ruhrgebiet zwar noch überall fahren. Doch wer weiß, wie lange noch? Denn der Combo ist ein Euro-4-Fahrzeug. Da droht auch hier irgendwann ein Fahrverbot.

Der erste Versuch: Verkauf über Mobile

Der Eintausch des Opel gegen einen Neuwagen interessiert uns zurzeit nicht. Unser Fuhrpark ist mit vier Autos, einem Restaurationsprojekt und einem Kart mehr als ausreichend bestückt. Insofern reifte der Entschluss, den Opel zu verkaufen. Denn jeder Besuch im Werkstatt-Atelier machte klar, dass der Combo eigentlich nur noch im Weg rumstand. Vor zwei Wochen stellte ich den Hochdachkombi deshalb – wie Karla sagt – endlich bei mobile.de ein.

Ich bot den Opel Combo als Bastler- beziehungsweise Unfallfahrzeug an. Beim Einstellen bot mir mobile.de seinen Express-Verkauf an. Auf diesem Weg bietet Mobile das Fahrzeug auf einem speziellen Marktplatz gewerblichen Aufkäufern an. Die Interessenten geben ihre Gebote ab. Nach 24 Stunden könnt Ihr entscheiden, ob Euch das Höchstgebot zusagt. Wenn das Höchstgebot akzeptabel ist, hat der Käufer eine Woche Zeit, das Auto abzuholen und bar zu bezahlen.

Eines der Fotos, die wir für den Verkauf über den Express-Verkauf bei mobile.de erstellten.
Eines der Fotos, die wir für den Verkauf über den Express-Verkauf bei mobile.de erstellten.

Das Einstellen war simpel. Denn die Kommunikation lief per E-Mail. Zudem bekommt ihr von mobile.de eine Foto-Anleitung. Nachdem ihr das Auto von allen Seiten fotografiert und auch den Zustand des Innenraums abgebildet habt, geht es los. Wobei der Gebotsvorgang für den Verkäufer verborgen bleibt. Eure Kommunikation mit mobile.de läuft über das Telefon. Tatsächlich hatte ich nach gut einem Tag ein akzeptables Angebot. Danach ruhte der Ball eine allerdings ganze Woche lang. Erst am letzten Tag der vorgesehenen Frist meldete sich der Käufer.

Der Express-Verkauf bei mobile.de gelingt nicht!

Morgens gegen 10 Uhr klingelte mein Handy. Eine freundlich Stimme teilte mir mit, dass er das Auto am gleichen Tag zwischen 12 und 14 Uhr abholen würde. Leider musste ich den Mann enttäuschen. Denn ich war gerade terminlich gebunden. So spontan war es mir nicht möglich, zum Werkstatt-Atelier zu fahren. Ich hätte den Combo gern am nächsten Tag übergeben, doch der Käufer drängte – mit dem Hinweis auf die Abläufe des Express-Verkaufs bei mobile.de – auf eine Abwicklung am selben Tag.

Daher vereinbarten um 17 Uhr einen Termin für die Abholung. Insofern war ich etwas überrascht, als am Mittag erneut das Handy klingelte. Jetzt war der Abholer da, er stände vor der Tür und bat darum, die Tür zu öffnen. Mein Verweis auf den Termin um 17 Uhr irritierte den Abholer, der wohl ein Mitarbeiter des Käufers war, hörbar. Ich solle mich beeilen, er wäre jetzt da. Das geht jedoch nur begrenzt, wenn Du gerade in einem Seminar der Referent bist.

Eine weitere Stunde erhielt ich den nächsten Anruf. Diesmal meldete sich ein Mitarbeiter des Express-Verkaufs bei mobile.de bei mir. Der Käufer habe die Fahrgestellnummer gecheckt und eine Frage zur Erstzulassung. Ich ahnte, was kommt. Da wollte jemand aus dem Vertrag aussteigen. Dummerweise hatte ich mich bei der Erstzulassung vertan. Ich hatte nicht richtig berücksichtigt, dass wir den Combo einst aus einem fremden Leasingvertrag übernahmen. Das war ganz klar mein Fehler.

Warum der Käufer für diese Prüfung eine Woche benötigt, bleibt sein Geheimnis. Egal, wir stellten das Auto mit korrigierten Daten erneut ein. 24 Stunden hatte ich wieder ein Angebot. Doch das lag deutlich unter dem Wert des Autos. Die Mitarbeiterin von mobile.de bot an, die Auktion über das anstehende Wochenende weiterlaufen zu lassen. Ich stimmte zu und erlebte jetzt „Wertverlust live“. Denn am Montag erhielt ich ein Angebot, das in der Höhe nochmals unter dem Angebot vom Freitag lag. Ich verzichtete dankend und startete einen neuen Versuch.

Der zweite Versuch – ich flute die Online-Welt

Ich schaltete eine normale Anzeige bei mobile.de. Offensichtlich spiegelt mobile.de diese auch bei Ebay Kleinanzeigen. Richtig transparent ist auch das nicht. Deshalb war ich überrascht, als ich in kurzer Zeit mehr als ein Dutzend Anfragen zum Combo über Ebay Kleinanzeigen erhielt. Die Hälfte der Anfragen sortierte ich aus. Nachrichten wie „hat combo motor?“ oder „hAllo, 1000 e Opel combo?“ klingen nicht nach einer geeigneten Basis für den anstehenden Kfz-Verkauf. Die andere Hälfte schrieb ich an und versorgte die Interessenten mit den gewünschten Informationen.

Es irritiert mich noch heute, dass keiner der Interessenten erneut antwortete! Aber zum Glück hatte ich noch mehr Eisen im Feuer. Denn ich bot den Combo inzwischen auch bei Ebay an. Das klappte. Zwei Interessenten meldeten sich. Einer wollte den Opel am Abend besichtigen. Wir vereinbarten telefonisch einen Termin. Leider wartete ich zum verabredeten Zeitpunkt vergebens im Werkstatt-Atelier. Der Interessent lies sich nicht blicken und ging zur Vorsicht auch nicht mehr an sein Telefon.

Mit dem Zweiten klappte es besser. Ich versorgte den Interessenten aus Polen per E-Mail mit zahlreichen Fotos. Schließlich kaufte der Herr den Opel Combo über die Sofortkauf-Option. Etwas nervös machte mich, dass der Käufer das Auto erst in acht Tagen abholen wollte. Doch am Ende war das unbegründet. Montag früh um kurz nach 8 Uhr stand der Käufer pünktlich vor dem Werkstatt-Atelier. Wir wickelten den Verkauf ab und luden den Opel Combo auf seinen Hänger. In Polen sind Diesel offensichtlich weiter gefragt.

Eigentlich ein Wahnsinn, dass so ein praktisches Auto wie unser Combo in Deutschland dank der aktuellen Diesel-Hysterie keine Zukunft mehr hat. Aber lassen wir das, das ist ein anderes Thema. Wir haben viel probiert, um den Opel Combo zu verkaufen. Der Express-Verkauf bei mobile.de schien ein guter Weg zu sein. Leider funktionierte er bei uns nicht. Am Ende gelang der Verkauf über die Mobile-Mutter Ebay und wir haben wieder Platz im Werkstatt-Atelier.

 

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Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:

Unser Opel Combo auf dem Hänger des Käufers

Foto: Max Schwede