In Zeiten der zahlreichen und oft weichgespülten SUV sind richtige Geländewagen selten. Und wenn, dann sind sie groß, luxuriös und teuer. Alle? Nein nicht alle! Denn mit dem Suzuki Jimmy gibt es eine Ausnahme. Im Herbst dieses Jahres steht ein völlig neuer Jimmy bei den Händlern. Jetzt gab Suzuki erste Details zum neuen kleinen Geländewagen bekannt. Das Wichtigste: Auch der neue Suzuki Jimny bleibt ein echter Offroader. Damit bleibt sich der Jimny erfreulich treu, wie ein Blick auf die Vorgänger zeigt.

Der Ursprung des Suzuki Jimny liegt bei der Hope Motor Company

Die Geschichte des kleinen Geländewagens von Suzuki ist lang. Schon seit 1970 gibt es bei Suzuki putzige kleine Offroader. Sie sehen aus wie eine Miniaturausgabe von Erfolgsmodellen wir dem Jeep oder dem Mercedes G-Modell. Ursprünglich ersann die Hope Motor Company den kleinen Geländewagen. Denn sie stellte bereits 1967 den HopeStar ON360 vor. Doch Hope schafft es nicht, den Geländewagen erfolgreich am Markt zu platzieren.

Hope baute gerade einmal 15 Exemplare. Sie verfügten über einen Zweitakter mit 359 ccm großen luftgekühlten Zweitakter von Mitsubishi. Auch die Hinterachse des Geländewagens stammte aus dem Teileregal bei Mitsubishi. Der Misserfolg belastete das Unternehmen schwer. Denn ursprünglich wollte Hope 100 Exemplare des ON360 bauen und orderte dafür die notwendigen Teile. Um die offenen Rechnungen zu begleichen, bot Hope die Rechte an dem Geländewagen an. Mitsubishi lehnte ab, Suzuki schlug zu.

1970 wurde aus dem Hope ON360 der Suzuki Jimny LJ10 (Light Jeep 10)
1970 wurde aus dem Hope ON360 der Suzuki Jimny LJ10 (Light Jeep 10) – Foto Suzuki

Aus dem Hope ON360 wurde ab 1970 der Suzuki Jimny LJ10 (Light Jeep 10). Dazu ersetze Suzuki den Antrieb von Mitsubishi durch einen eigenen Motor. Auch der Suzuki-Zweitakter gehörte mit 359 ccm in die Klasse der japanischen Kleinwagen. Suzuki gelang, den Geländewagen in ausreichenden Stückzahlen zu verkaufen. 1972 sorgten geänderte Abgasvorschriften dafür, dass der luftgekühlte Zweiter einem wassergekühlten Viertakter wich.

Bald entdeckte die ganze Welt den kleinen Offroader aus Japan

Bis 1981 pflegte Suzuki die erste Generation des kleinen Geländewagens kontinuierlich weiter. Nach einem Zwischenschritt mit 539 ccm und drei Zylindern trieb ab 1977 ein 0,8 Liter großer Reihenvierzylinder den Geländewagen an. Schon 1979 feierte der kleine Suzuki auf der IAA in Frankfurt seine Europa-Premiere. In Deutschland sollte der kleine Geländewagen zunächst Eljot heißen. Doch Disney verhinderte diese Namenswahl mit seinen Markenrechten. Deshalb verkaufte Suzuki den Geländewagen in Deutschland als Suzuki LJ80 (Light Jeep 80).

Den weltweiten Siegeszug des Jimny förderte auch das australische Militär. Denn in Down Under suchten die Verantwortlichen nach einem leichten geländegängigen Auto. Es sollte bei Luftlandeunternehmen zusammen mit Fallschirmjägern hinter den feindlichen Linien absetzbar sein. Zuvor nutzte die Armee dafür den leichten Mini Moke. Doch dessen Tage neigten sich dem Ende zu. Suzuki nahm an der Ausschreibung teil und gewann. Fortan gab es vom Suzuki Jimny auch eine Militärversion.

Egal ob LJ10, SJ410 oder Samurai – in Japan hieß der Geländewagen immer Suzuki Jimny!

1981 stellte Suzuki die zweite Generation des Jimmy vor. Sie blieb bis 1998 im Programm. Auch sie war ein weltweites Erfolgsmodell, wie zahlreiche OEM-Versionen und Lizenzbauten belegen. In Deutschland verkaufte Suzuki diesen Jimny zunächst unter den Namen SJ410 und SJ413. Später hieß der kleine Geländewagen hier dann Suzuki Samurai. Doch auch dieser neue Name änderte nichts am Kern. Der kleine Suzuki war immer ein echter Geländewagen.

Den Suzuki Samurai (= Jimny II) gab es auch mit einem festen Dach.
Den Suzuki Samurai (= Jimny II) gab es auch mit einem festen Dach – Foto: Suzuki

Das belegt auch, dass ein modifizierter Jimny der zweiten Generation 2007 einen Höhenweltrekord für Autos aufstellte. An den Hängen des Vulkans Ojos del Salado in Chile fuhren Gonzalo Bravo und Eduardo Canales bis auf eine Höhe von 6.688 Metern. Das Erstaunliche dabei, der modifizierte SJ der Chilenen war zu diesem Zeitpunkt bereits 19 Jahre alt. 1998 stellte Suzuki die dritte Generation seines kleinen Offroaders vor. Seither heißt der Wagen auch bei uns Jimny.

Der Jimny blieb sich treu!

Nicht nur in seinem Charakter als knuffig kugliger Geländewagen übrigens. Denn es gibt noch eine andere Konstante: Ich passte bisher in den Suzuki Jimny einfach nicht rein! Als ich vor mehr als 30 Jahren den Führerschein machte, stand der Suzuki ganz oben auf meiner Wunschliste. Ich wohnte bei meinen Eltern in einem Kieler Vorort. Dort waren Geländewagen damals ziemlich angesagt. Hier gab es gleich mehrere Nissan Patrol und Mitsubishi Pajero und sogar zwei G-Modelle von Mercedes.

Anders als die anderen „Kinder“ in der Nachbarschaft war ich nicht auf einen VW Polo oder einen Ford Fiesta scharf. Stattdessen liebäugelte ich mit einem kleinen geländegängigen Suzuki. Doch der Kauf eines LJ80 oder eines SJ4120 scheiterte an meiner Körperlänge. Beim Probesitzen in einem Gebrauchtwagen brachte ich meinen mehr als zwei Meter langen Körper einfach nicht in den kleinen Geländewagen unter. Damit fielen beide Varianten des Jimny bereits Ende der 1980er-Jahre durch diesen Test, der heute in diesem Auto-Blog bei allen Autotests eine wichtige Rolle spielt.

Vor gut 10 Jahren wiederholte ich den Versuch im jetzt auslaufenden Jimny. Ich suchte ein Zugfahrzeug für das Kart von Max. Doch es paßte wieder nicht. Es hatte sich nichts geändert. Ich war zu groß für den Jimny. Nach 20 Jahren folgt in diesem Herbst die vierte Generation des kleinen Geländewagens. Und ich bin darauf wirklich gespannt. Denn irgendwie habe ich noch eine offene Rechnung mit dem Suzuki. Ob ich in der vierten Generation des Suzuki Jimny endlich sitzen kann?

Was bietet der neue Suzuki Jimny (2018)?

Von außen betrachtet wirkt der neue Suzuki Jimny sofort vertraut. Denn er ist wie seine Vorgänger kantig und kompakt. Die kurzen Überhänge vorne und hintern versprechen gute Geländeeigenschaften. 3,645 Meter ist der neue Jimny lang. Damit ist der neue Jimny sogar genau drei Zentimeter kürzer als sein aktueller Vorgänger. Und wie die Vorgänger baut auch der Neue auf einem Leiterrahmen auf und verfügt über zwei Starrachsen mit Längslenkern und Panhardstab.

Der Allradantrieb ist, wie seit jeher zuschaltbar und verfügt über eine Geländeuntersetzung. Unter der Motorhaube kommt 1,5-Liter-Benzinmotor mit 75 kW (102 PS) zum Einsatz. Suzuki bietet den neuen Jimny in den zwei Ausstattungslinien (Comfort und Comfort+) an. Und auch die Digitalisierung macht vor dem kleinen Geländewagen nicht Halt. Denn erstmals überhaupt bei Suzuki ist auch eine Verkehrszeichenerkennung im Jimny verfügbar.

Suzuki Jimny (2018) in Kinetic Yellow
Suzuki Jimny (2018) in Kinetic Yellow – Foto Suzuki

Sieben Außenlackierungen umfasst das Farbprogramm, darunter drei Zweifarben-Lackierungen mit jeweils schwarzem Dach. Auf den Pressefotos gefällt mir besonders das helle „Kinetic Yellow“. Es erinnert etwas an einen Farbton, den Mercedes-Benz vor einiger Zeit bei seinem G-Modell verwendete. Aber das ist gewiss nur ein Zufall. Denn schließlich sorgt so ein heller Farbton einfach nur für maximale Sichtbarkeit bei schlechten Witterungsbedingungen oder auf der Baustelle.

Im Innenraum bleibt es ebenso geradlinig, praktisch und bodenständig wie außen. Suzuki setzt innen auf ein stilvolles Schwarz. Dieser Verzicht auf überflüssige Farben und Dekors soll es dem Fahrer erlauben, sich auf das Steuern des Fahrzeugs zu konzentrieren. Klare geometrische Formen fördern eine einfache Bedienung und Orientierung. Zudem verfügen die Instrumente und die daneben angeordneten Teile über eine kratzfeste, angeraute Oberfläche. Griffe und Schalter lassen sich so selbst bei Fahrten im Gelände sowie im Arbeitseinsatz mit Handschuhen einfach und sicher bedienen.

Neu ist der 1,5-Liter-Benzinmotor mit 102 PS (75 kW)!

Anstelle des 1,3-Liter-Motors aus dem Vorgänger kommt im neuen Suzuki Jimny ein 1,5-Liter-Benzinmotor mit vier Zylindern und Saugrohreinspritzung zum Einsatz. Trotz des größeren Hubraums ist der Motor kleiner und 15 Prozent leichter als das Triebwerk im Vorgängermodell. Das hilft, den Verbrauch zu reduzieren. Der Vierzylinder-Benziner produziert eine Leistung von 102 PS (75 kW). Das maximale Drehmoment von 130 Nm wird bei 4.000 U/min freigesetzt. Hilfreich ist, dass der neue Motor über das gesamte Drehzahlband mehr Drehmoment als der Vorgänger entwickelt.

Noch nicht bekannt sind die Preise. Denn die offiziellen Preise für den neuen Jimny gibt Suzuki erst in ein paar Wochen bekannt.

 

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Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:

Suzuki Jimny (2018) in Kinetic Yellow im Gelände

Foto: Suzuki