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Aspark OWL – die geheimnisvolle Eule auf der IAA

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Schon im Vorfeld der IAA machten Gerüchte die Runde, dass der japanische Mischkonzern Aspark in Frankfurt einen Supersportwagen vorstellt. Der solle – so die Ankündigungen – in zwei Sekunden Tempo 100 erreichen. Wir waren bei der offiziellen Vorstellung des Elektrosportwagens. Trotzdem bleiben Zweifel an der „Eule“.

Halle 9 ist in diesem Jahr auf der IAA die Heimat von Borgward, Ford oder Kia. Kurz vor dem Ende, direkt neben dem Stand von Mazda, steht plötzlich ein flacher schnittiger Sportwagen. Der Sportwagen strahlt Denny, Christian und mich mit seinen LED-Scheinwerfern an. Am Heck thront ein riesiger Heckflügel. Dessen Flügelwerk ist so ausladend, dass es auf den Rennstrecken der Welt zu Hause sein könnte.

Zumindest paßt das Flügelwerk dort besser als auf der Frankfurter Zeil, den Berliner Kuhdamm oder die Düsseldorfer Königsallee. Also die Orte, wo das cremeweiße Interieur des Flitzers sicher Anklang findet. Und wo die Form des rund 4,80 Meter langen und nur 99 Zentimeter hohen Sportwagens für staunende Blicke sorgen würde. Ich bleibe da mal unbestimmt. Denn ich bin bei Ankündigungen von Superlativen traditionell zurückhaltend.

Im Antritt schneller als ein Bugatti?

Und nach Superlativ klingt einiges, was die Macher des Autos erzählen. Denn der Aspark OWL soll in zwei Sekunden auf ein Tempo von 100 Kilometern pro Stunde beschleunigen. Überprüfen konnte das bisher niemand. Nehmen wir mal an, dass das stimmt. Dann braucht diese „Eule“ also nur gute 27 Meter, um auf Landstraßentempo zu beschleunigen. Das schafft selbst ein 1.500 PS starker Bugatti Chiron nicht.

Nur zur Erinnerung, das ist der Sportwagen, mit dem Juan Pablo Montoya im August in 41,96 Sekunden von 0 auf 400 und zurück beschleunigte. Zwischen den Achsen des Bugatti sorgt ein 8-Liter-W16-Motor mit Turboaufladung für den Antrieb. Den Antrieb des Aspark OWL übernehmen stattdessen zwei 40 Kilowatt starke Elektromotoren. Diese können allerdings kurzzeitig 160 Kilowatt mobilisieren.

Bilder von der Präsentation des Aspark OWL auf der IAA in Frankfurt

Das ergibt eine Systemleistung von 435 PS. Dazu spricht der Hersteller von 764 Newtonmeter Drehmoment. Wie beim Bugatti fließt es über alle vier Räder auf die Straße. Wobei der OWL Reifen im Format 275/30R19 vorne und 335/30R20 hinten nutzt, um den Kraftschluss mit der Straße herzustellen. Das ist für ein E-Auto ungewöhnlich. Denn die meisten Vertreter dieser Gattung minimieren mit schmalen Reifen den Rollwiderstand.

Wer ist Aspark?

Diese Frage ist gar nicht zu einfach zu beantworten. Die Webseite des Unternehmens ist auf Japanisch. Mehr als die Info, dass der Sitz des Unternehmens im japanischen Tochigi ist, entlocke ich der Seite nicht. Aussagen zum Umsatz oder Mitarbeiterzahl bleiben mir verschloßen. In deutschen Medien ist die Firma ein Mischkonzern. Jalopnik bezeichnet Aspark als Technologieberatung. An anderer Stelle steht etwas von Medizin-Robotern.

Ich habe nach etwas Suchen auf der Webseite immerhin eine englische Broschüre zum OWL gefunden. Sie beschreibt die Vision von einem hübschen Elektroauto. Der Bau von häßlichen Autos sei eine Sünde, lese ich dort. Ansonsten geht viel um die Spurtfähigkeit des Sportwagens. Weiter bringt mich das nicht. Das ist alles genauso unbestimmt, wie die Präsentation in Frankfurt war.

Wie realistisch ist, dass der Aspark OWL auf die Straße kommt?

In der Broschüre gibt es immerhin ein paar technische Daten. Interessant ist, wie der OWL seine Energie speichert. Ähnlich wie Toyota es beim WEC-Renner Toyota TS040 Hybrid tat, ergänzen Kondensatoren die Batterie. In Ihnen speichert der OWL die aus der Bremskraft gewonnene Energie. Das hat theoretisch den Vorteil, dass ein Kondensator die gespeicherte Energie schneller als eine konventionelle Lithium-Ionen-Batterie abgibt.

Unabhängig davon lässt sich zurzeit nicht seriös vorhersagen, ob aus der Vision OWL eines Tages tatsächlich Realität wird. Am Rande der Präsentation in Frankfurt hieß es: In zwei Jahren ist der Sportwagen serienreif! 30 Exemplare sollen dann zum Preis von rund 3,5 Millionen Euro einen Käufer finden. Ich werde das verfolgen. Aber bis dahin interessiert mich, wie Ihr den Aspark OWL findet. Und ob Ihr an diese Eule auf der Straße glaubt?


Technische Daten:

  • Abmessungen: 4,83 Meter lang, 1,94 breit, 99 Zentimeter hoch
  • Radstand: 2,76 Meter, Spurweite 1,60 Meter vorne, 1,55 Meter hinten
  • Bodenfreiheit: 9 Zentimeter
  • Gewicht: 850 Kilogramm; davon entfallen 50 Kilogramm auf das Chassis
  • Reichweite: 150 Kilometer (geplant)
  • Höchstgeschwindigkeit: 280 Kilometer pro Stunde



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Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:
Aspark OWL auf der IAA 2017 in Frankfurt

Foto: Christian Rath
 

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