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Audi S1 – die kleine Fahrmaschine aus Ingolstadt trägt einen großen Namen

Bühne frei für den Audi S1 - Der kompakte Sportler trägt einen großen Namen. (Foto: Audi)

Sportliche Kleinwagen faszinieren mich, wie unsere blubbernde Rennmaus jeden Tag beweist. Wenn sie dann noch auch einen traditionsreichen Namen hören und über die passenden inneren Werte verfügen, wird es richtig interessant. 231 PS, 370 Mn Drehmoment, Allradantrieb und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h – das , was Audi vor einigen Minuten in einer Pressemitteilung als Neuheit auf dem Autosalon in Genf angekündigt, lässt mich am Schreibtisch folglich gerade extrem schwach werden.

Denn der neue Audi S1, den Audi in Genf mit drei und fünf Türen vorstellen wird, passt genau in mein automobiles Beuteschema. Mit dem kleinen Heckspoiler auf der Kofferraumklappe und der – dezenten – Frontlippe schlagen die Designer mit dem heutigen Audi S1 sogar eine kleine Brücke zum legendären Ur-S1. Der wurde 1984/85 von Audi als Kind der Gruppe B für die Rallye-Weltmeisterschaft entwickelt.

Audi S1 Sportback

Den Audi S1 gibt es auch als Sportback (mehr …) – Foto Audi

Auf Grundlage des – im Vergleich zum „Standard“ quattro – gekürzten Audi Sport quattro entstand der S1 als Evolutionsversions mit breiten Backen und wilden Spoilern. Nach dem vorzeitigen Ende der Rallye-Dinosaurier stürmten Bobby Unser (1986) und Walter Röhrl (1987) mit dem Audi quattro S1 beim Pikes Peak International Hill Climb zu neuen Rekorden. Kein Wunder, dass schon der Name „S1“ Auto-Natives wie mich begeistert.

Zurück in die Gegenwart – was bietet der Audi S1 heute?

Audi bekennt sich mit dem S1 als neue sportliche Speersitze der kompakten A1-Baureihe klar zum Thema Sportlichkeit. Mit dem S1 runden die Ingolstädter das Angebot der S-Modelle nach unten ab. Der aus anderen Audi-Modellen bekannte 2.0 TFSI Motor verfügt im A1 über 231 Pferdestärken. Im rund 1.400 Kilogramm schweren Audi S1 – das genaue Gewicht nennt Audi noch nicht – hat dieser Motor mit Sicherheit leichtes Spiel. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Audi 250 km/h an. Noch interessanter klingen aber die 370 Nm Drehmoment. Damit hat der Audi S1 das Zeug zum „Hans Dampf in allen Lebenslagen“.

Audi S1 als Zweitürer - Foto: Audi

Audi S1 als Zweitürer (mehr …) – Foto: Audi

Wer seinen Gasfuss drosseln kann, soll, wie Audi schreibt, mit sieben Litern für 100 Kilometer über die Runden kommen. Ohne, dass der Fahrspaß auf der Strecke bleibt. Denn typisch für die S-Modelle ist der Allradantrieb. Das hat bei Audi eine lange Tradition. Anfang der 1980 verpflanzte Audi den Allradantrieb des bei Audi entwickelten VW Iltis in einen Audi 80 – die Idee „quattro“ war geboren. Mein Lieblingsonkel war von dieser Idee sofort begeistert, unser Familienfuhrpark ab 1983 um ein echtes Highlight größer und ich – damals gerade auf eine Mofa sparend – hatte ein neues Lieblingsauto.

Heute bietet Audi Allradantrieb und ein „S“ in allen Fahrzeugklassen

Im Audi S1, der von einem Fronttriebler abstammt, wird die Hinterachse über eine hydraulische Lamellenkupplung mit Antriebskraft versorgt. Dynamisch variieren die Entwickler den Anteil der Kraft, der über die Hinterräder auf die Straße gebracht wird. Unterstützung bietet eine elektronische Quersperre. Wobei der Name „Quersperre“ nicht ablenken sollte. Denn Audi vertraut im S1 an der Hinterachse nicht auf eine mechanische Differentialsperre.

Stattdessen verrichtet im Kompaktsportler die Weiterentwicklung der – wie es im Marketingdeutsch heute heißt – „radselektiven Momentensteuerung“ ihre Arbeit. Sie unterstützt die Arbeit der Lamellenkupplung mit zusätzlichen, sehr fein dosierten Bremseingriffen an den kurveninneren Rädern. Als Ergebnis verspricht Audi ein agiles Handling, das mit gleichzeitig hoher Fahrstabilität verbunden ist.

Audi S1

Audi S1 – Standard sind 17″ Räder (mehr …) – Foto: Audi

Unterstützung bieten dabei auch eine im S1 – im Vergleich zum A1 – modifizierte Bremsanlage und das aufwendig angepasste Fahrwerk. Vergrößert wurden der Hauptbremszylinder und die vorderen Scheibenbremsen. Ihr Durchmesser beträgt im S1 stattliche 310 Millimeter. Geänderte Schwenklager an der Vorderachse sorgen für mehr Spontanität beim Einlenken. Im Heck ersetzt eine Vierlenker-Konstruktion die im A1 übliche Verbundlenker-Hinterachse.

Das sportlich straff ausgelegte Fahrwerk kann elektronisch in mehreren Stufen variiert werden. Fahrwerks-Puristen werden an dieser Stelle gegebenenfalls etwas aufstöhnen. Ihnen ist ein 100% mechanisches Fahrwerk, wie Opel es in Zusammenarbeit mit Bilstein im Opel Corsa OPC Nürburgring abbietet, lieber. Doch letztlich ist auch die Abstimmung eines mechanischen Fahrwerks immer ein Kompromiss. Und die meisten Autofahrer sind mit den möglichen mechanischen Einstellungen letztlich überfordert. Insofern ist es nur vernünftig, dass Audi auch in der Kompaktklasse auf eine elektronische Verstellbarkeit setzt.

Im Innenraum des Audi S1 dominieren dunkle Töne

Schwarz dominiert selbst dort, wo wie bei den Einfassungen der Innenraumbelüftungen im A1 sonst Chrom zum Einsatz kommt. Die Instrumente sind, wie bei anderen S-Modellen von Audi, in dunkelgrau gehalten. Akzente setzt gebürsteter Edelstahl, das die Pedalerie abdeckt. Als Option bietet Audi die S-Sportsitze mit den integrierten Kopfstützen sowie ein Optikpaket „quattro“ an, um etwas Farbe in den Audi S1 zu bringen.

Innenraum des Audi S1

Innenraum des Audi S1 (mehr …)- Foto: Audi

Notwendig ist das nicht, denn die wahren inneren Werte dieses Kompaktsportlers müssen sich auf der Straße beweisen. Denn bei aller Begeisterung fürs Aussehen, Autos werden auch 2014 fürs Fahren gebaut. Der Audi S1 hat formal alle Anlagen dazu, um genau in dieser Disziplin zu glänzen. Ich bin mir sicher, dass die Entwickler nach der Abschlussbetrachtung „quod erat demonstrandum“ unter ihr Lastenheft geschrieben haben – und stehe für die notwendige Kontrollfahrt gern zur Verfügung.

1 Kommentar

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