Auto-News

Caterham AeroSeven – Zukunft für den Oldtimer

Caterham AeroSeven

Die Formel 1 ist auch eine gute Plattform, um Marketing zu treiben. Caterham-Teamchef Tony Fernandes zeigt zurzeit, wie unterschiedlichen Geschäfte über die Formel 1 vernetzbar sind. Während des Formel 1 Wochenendes in Singapur stellte der Unternehmer mit Fluglinie, Formel 1 Team und Sportwagenbauer die Studie Caterham AeroSeven Concept vor.

Tony Fernandes führte innerhalb kurzer Zeit die 2001 von ihm übernommene Fluggesellschaft AirAsia zum Erfolg. 2010 stieg Fernandes mit seinem Unternehmen „Malaysia F1 Team Sdn Bhd“ in die Formel 1 ein. Zunächst trat das Team als Lotus an, obwohl keine ernsthafte Verbindung zu Lotus Cars bestand. Marketingprofi Fernandes hatte vorhergesehen, dass der traditionsreiche Name von Anfang an für Aufmerksamkeit sorgt. Eine Aufmerksamkeit, die die Suche nach Sponsoren erleichterte.

2011 kaufte Tony Fernandes Caterham Cars

Doch Lotus Chef Dany Bahar entwickelte zunehmend eigene Motorsportpläne, statt Fernandes zu unterstützen. So hatte dieser keine große Lust mehr, für Lotus zu werben. Kurzer Hand erwarb der ehemalige Warner-Music-Manager Caterham Cars, um sein Formel 1 Team unter diesem Namen antreten zu lassen. Das passt nebenbei zum Streit mit Bahar, weil der 1973 gegründete Autobauer seit 40 Jahren das Erbe von Colin Chapman pflegt. Denn das zentrale Produkt von Caterham Cars ist ein direkter Ableger des Lotus Seven, den Lotus-Grüner Chapman ursprünglich 1957 konstruierte.

Nach der Produktionseinstellung bei Lotus erwarb Caterham-Gründer Graham Nearn die Rechte an der Konstruktion, um das Leben des Seven als Caterham 7 zu verlängern. Inzwischen funktioniert das Konzept seit vier Jahrzehnten. Doch ein Ende ist absehbar. Mit den freistehenden Rädern und dem offenen Cockpit hat der Caterham 7 keine Chance, auf Dauer die Anforderungen an den Fußgänger- und Insassenschutz zu erfüllen.

Fernandes hat im vergangenen Jahr eine Zusammenarbeit zwischen Caterham und der Renault-Tochter Alpine eingefädelt. Der Kontakt kam über die Formel 1 zu Stande, wp Caterham seine Antriebseinheit von Renault bezieht. Die Geschichte zeigt hervorragend, wie vernetzt der malaysische Unternehmer denkt. Anfang 2016 stellen Caterham und Alpine neuentwickelte Sportwagen vor, die sich eine Technikplattform teilen.

Caterham stellt eine Fans auf den Neuen ein

Am Rande des Formel 1 Rennens von Singapur stellte Fernandes an diesem Wochenende den Caterham AeroServen Concept vor. Die Studie, die in gut einem Jahr in Produktion gehen soll, schreibt zunächst die Geschichte des Seven nochmals weiter. Natürlich unterscheidet sich der AeroSeven mit seinem Fahrzeugkörpers aus Kohlefaser und den abgedeckten Reifen technisch und optisch erheblich vom Vorbild. Trotzdem ist der Entwurf eine zeitgenössische Neuinterpretation des Themas „puristischer Streetracer“.

Gleichzeitig steht der AeroSeven für eine Zeitenwende. Denn erstmals gibt es an Bord eines Caterham eine Traktionskontrolle und eine „Launch Control“. Bei der Entwicklung half das Formel 1 Team Caterham. Der Motor der Studie ist aus dem Caterham Seven 485 bekannt. Im AeroSeven leistet der Zweiliter-Vierzylinder von Ford 240 PS und bringt seine Kraft über ein manuelles Sechsgang-Getriebe auf die Straße. Mit einer Nenndrehzahl von 8.500/min ist die Maschine zurzeit der höchstdrehende Serienmotor, der die Euro 6-Abgasnorm schafft.

Fotos zur Studie Caterham AeroServen:


Caterham AeroSevenInfos zum Titelbild:

Die Front des Caterham AeroSeven nimmt die Gestaltung des legendären Caterham 7 auf. (Foto: Caterham F1)
 

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *