In den vergangenen Jahren haben auch wir viel über die Krise beim Autobauer Opel geschrieben. Das Traditionsunternehmen hatte bis in die 1990er-Jahre einen Marktanteil von 15 Prozent. Dann begann der langsame Niedergang, der sich bis zum Anfang unseres Jahrzehnts hinzog. 2012 lag der Marktanteil bei 6,9 Prozent. Mit der Bekanntgabe der Schließung des Werks in Bochum erreichten auch die Imagewerte einen Tiefpunkt.

Erschwerend kam hinzu, dass die Marke Opel teilweise Produkte anbietet, die sie von der Konzernmutter General Motors (GM) bezieht. Die SUV-Modelle Mokka und Antara stammen aus Korea, wo GM den Autobauer Daewoo übernommen hat. Das ist kein Beinbruch, Badge-Engineering ist in der Autobranche weit verbreitet. Die von GM praktizierte Zweimarken-Strategie haben Kenner des Automarktes jedoch in der Vergangenheit oft kritisiert. Natürlich kann – gerade in einem von Überkapazitäten und einem Verdrängungswettbewerb geprägten Markt – eine Zweimarken-Strategie den Absatz beflügeln.

Doch dazu müssen beide Marken getrennte Kundenkreise ansprechen. Das war bei GM in Deutschland nicht der Fall. Die 2005 erfolgte Umbenennung der Daewoo-Produkte in Chevrolet war eine wertvolle Imageaufwertung. Viele traditionelle Opel-Händler haben längst auch ein Chevrolet-Zeichen an der Fassade hängen. Das führte dazu, dass die Produkte oft Seite an Seite bei den Händlern stehen – mit einem Preisvorteil für das koreanische Produkt mit amerikanischen Namen.

GM hat jetzt ein Einsehen und zieht Chevrolet Korea aus Europa zurück

GM überlässt den Marken Opel bzw. in Großbritannien Vauxhall das Geschäft in Europa. Ende 2015 wird der Vertrieb der „Chevrolet“ Modelle Spark, Aveo, Cruze, Malibu, Trax, Orlando, Captiva und Volt in Europa eingestellt. Unter dem Namen Chevrolet wird nur noch verkauft, was auch typisch Chevrolet ist. Denn die US-Modelle Corvette und Camaro werden auch über 2015 hinaus in Europa als Chevrolet verfügbar sein.

Die Entscheidung aus Detroit ist für die Mitarbeiter und Händler von Opel sehr erfreulich. Denn der Chevrolet-Rückzug ist das lange geforderte klare Bekenntnis der Konzernverantwortlichen für Opel. Jetzt liegt es an Opel den Imageaufbau, der zurzeit mit einer gelungenen Werbekampagne und zahlreichen neuen bzw. überarbeiteten Produkten verfolgt wird, fortzusetzen. Dann im Herzen sind viele Autokäufer immer noch Opel-Freunde. Ich habe in diesem Jahr bei der „ADAC Hessen Thüringen“ und der „Creme 21“ zweimal erlebt, wie Opel die Menschen begeistern kann.




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Installation zum 50. Geburtstag des Opel-Werks in Bochum. Ein Opel Kadett A schwebt vor der Fassade des Opel Werks in Bochum (Foto: Opel)

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