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Da ist er, der neue Audi A8 (2018)

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Treue Leser unseres Blogs kennen den neuen Audi A8 bereits von der Blindverkostung in der vergangenen Woche. Jetzt hat die Geheimniskrämerei ein Ende. Auf dem Audi Summit präsentierte der Autobauer sein neues Flagschiff. Ich nutzte diese Gelegenheit, um die Luxuslimousine in Augenschein zu nehmen.

Als Karla und ich vor inzwischen zehn Jahren mit diesem Blog starteten, hatten wir viele Ideen. Doch keiner von uns hat damals vorhergesehen, dass wir eines Tages über automobile Neuerscheinungen praktisch live berichten können. Schließlich waren solche Veranstaltungen damals der Presse vorbehalten. Doch inzwischen hat sich die Medienlandschaft dramatisch gewandelt. Als Blogger durften bereits eine größere dreistellige Anzahl von Autos testen und mehreren Fahrzeugpremieren beiwohnen.

Trotzdem gibt es Momente, wo wir – bei aller Professionalität – staunen. Wenn Walter Röhrl, wie heute, im Audi Quattro S1 von 1987 bei einer Veranstaltung auf die Bühne rollt, ist das definitiv der Fall. Zumal wenn Röhrl in dem Rennwagen sitzt, den der Ausnahmekönner auf den Tag genau vor 30 Jahren den Pikes Peak hinaufjagte.

Gänsehautmoment auf der A8 Premiere – Walter Röhrl (rechts) und sein Audi Quattro S1 Likes Peak

In meinem Kopf bin ich dann wieder 18 Jahre alt und seit drei Monaten im Besitz eines Führerscheins. Audi machte mit diesem Audi Quattro S1 den Claim „Vorsprung durch Technik“ für mich begreifbar. Denn der Allradantrieb und der Fünfzylinder-Turbo des Quattro ließen Walter Röhrl auf der damals noch staubigen Bergrennstrecke in den USA den Rekord pulverisieren.

In 30 Jahren hat sich viel verändert. Eine Luxuslimousine aus Deutschland trug 1987 einen Stern. Selbst mit einem Propeller auf der Motorhaube galt eine durchaus luxuriöse Limousine damals nur als ein großes Auto. Bei Audi endete die Modellpalette sogar noch ein Stück darunter. Der Audi 200 war ein tolles Auto, sogar James Bond fuhr mal einen. Doch in den Augen der Kunden war der 200er als „besserer“ 100er, war ein Vertreter der oberen Mittelklasse.

1988 änderte der Audi V8 alles

Mit dem V8-Motor stieg Audi in die Luxusklasse auf. 1994 löste der erste Audi A8 den V8 ab. 2002 und 2010 gab es Modellwechsel. Der jetzt präsentierte A8 ist damit die fünfte Audi-Generation in der Oberklasse. Und nebenbei ein wunderbarer Spiegel der Zeit. Denn im Herbst 1988 reichte zum Schritt in die Oberklasse ein Motor. Heute stehen wir an der Schwelle zum pilotierten Fahren und der neue A8 kann das. Denn der Neue beherrscht das hoch automatisiertes Fahren der Stufe drei – wie die Techniker es nennen. Die Serienmodelle werden sukzessive pilotierte Fahrfunktionen wie Parkpilot, Garagenpilot und Staupilot bekommen.

Der Staupilot übernimmt auf Autobahnen und Bundesstraßen mit baulicher Trennung im zäh fließenden Verkehr bis zu einem Tempo von 60 Kilometern pro Stunde das Kommando. Dabei regelt der A8 selbstständig das Anfahren, Beschleunigen, Lenken und Bremsen und der Fahrer kann sich, wo erlaubt, anderen Dingen zuwenden. Bei Nutzung des Park- oder Garagenpiloten muss der Fahrer nicht einmal mehr im Auto sitzen. Es reicht, wenn er die Fahrt mit dem Smartphone in der Hand überwacht. Das klingt, auch wenn ich bereits mit einem autonom fahrenden Fahrzeug auf der Autobahn unterwegs war, alles immer noch nach Science-Fiction.

Designer Marc Lichte erklärt das Design des neuen Audi A8 (Foto: Audi)

Die Karosserie des neuen Audi A8 hingegen ist nicht ganz so aufregend. Obwohl die Form der Limousine durchaus zu gefallen weiß. Tatsächlich hat Audi seinem Spitzenmodell eine neue Schulterlinie verpaßt. Sie verläuft tiefer, als das bisher bei Audi der Fall war. Audi selbst spricht in diesem Zusammenhang von einem fließend-muskulösen Körperbau, der die sportliche Eleganz, die Hochwertigkeit und den progressiven Status der Limousine unterstreicht. Nun ist das mit der Beurteilung von Design immer so eine Sache. Ich interpretiere die Formsprache nicht, denn jetzt könnt Ihr sie selbst beurteilen.

Im Inneren liegt die Kraft – Luxus pur im Innenraum

Der wichtigste Platz in einer Luxuslimousine ist auf der Rückbank. Die Wichtigen sitzen hinten rechts. Daher hat Audi vieles in diesem Auto auf die Bedürfnisse der Person, die diesen Platz einnehmen darf, ausgerichtet. 5,17 Meter misst schon die Normalversion. Bei der Langversion sind es sogar 5,30 Meter. So viel Audi gab es noch nie! Im Vergleich zu den Vorgängern hat der neue A8 in beiden Karosserievarianten in der Länge deutlich zugelegt. In der Langversion lässt sich der Platz für einen optionalen Ruhesitz nutzen. Mit ihm kann der Passagier – der hinten rechts sitzen darf – seine Fußsohlen am Rücken des Beifahrersitzes wärmen und massieren.

In einer Luxuslimousine wie dem Audi A8 ist das der wichtigste Platz (Foto: Audi)

Damit dieser Komfort auch auf schlechten Wegen ein Genuss bleibt, hat Audi auch das Fahrwerk des A8 völlig neu entwickelt. Zum Allradantrieb kommt jetzt auch eine Allradlenkung. Zudem gibt es – wie beim Hauptwettbewerber aus Stuttgart – jetzt auch bei Audi ein vollaktives Federungssystem, das die weiterentwickelte Luftfederung ergänzt.

Audi bietet im neuen Audi A8 weiter einen Zwölfzylinder an. Das ist mutig!

Das neue Fahrwerk ist in der Lage, jedes Rad separat über elektrische Aktoren nach oben zu ziehen oder nach unten zu drücken. Seine Spannung bezieht dieses Fahrwerk übrigens aus dem 48-Volt-Bord-Netz, über das ich kürzlich im Audi-Blog schrieb.

Im Innenraum ist der neue Audi A8 ein großer Schritt. Die Liste der möglichen Ausstattungen ist beeindruckend. Es gibt einen Assistenten zum Öffnen der Türen und elektrisch auf- und zufahrende Blenden über den Luftausströmern. Die angebotenen Materialien sind breit gefächert. Das Holz und das Leder, die mir bei der Blindverkostung schon gefiel, sehen auch noch wunderbar aus.

Und zu allem kommt der Mut, als Spitzenmodell weiter einen W12 mit einem Hubraum von sechs Litern anzubieten. Das macht mein Fazit zum neuen Audi A8 einfach: Gefällt mir – gefällt mir sehr! Jetzt bin ich nur noch gespannt, wie sich der neue A8 fährt.

Weitere Bilder von der Premiere des Audi A8 (2018)

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Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:
Weltpremiere des neuen Audi 2018

Foto: Tom Schwede
 

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