Mit dem Opel GT schuf der Rüsselsheimer Autobauer 1968 eine Ikone. Jetzt gibt es einen Nachfolger. Auf dem Autosalon in Genf enthüllt Opel seinen neuen GT. Seit heute gibt es die ersten offiziellen Fotos.

Das findet bei vielen Autointeressierten großen Anklang. Und das wirkt – zumindest was den Start betrifft – so, als ob sich gerade Geschichte wiederholt. Denn als Opel 1965 auf der IAA den Opel GT Experimental präsentierte, war die Studie zunächst nicht mehr als ein Imageträger. Es blieb zunächst offen, ob auf die Studie ein Serienmodell folgen würde. Doch schließlich folgten die Verantwortlichen dem Druck der Interessenten. Ab 1968 gab es den GT als Serienmodell.

Auch diesmal ist der neue Opel GT Concept sicherlich zunächst ein Imageträger. Ähnliches hätte auch der von 2007 bis 2009 angebotene Opel GT (Roadster) sein sollen. Doch der Roadster konnte trotz einer entsprechenden Werbekampagne („Die Legende ist zurück“) nie an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen. Die Fans der Marke akzeptierten den GT Roadster nie als echten Opel. Zu groß war die Ähnlichkeit zu den nahezu baugleichen Brüdern Saturn Sky, Pontiac Solstice und Daewoo G2X.

Das war beim echten Opel GT von 1968 anders!

Der veränderte mit seinem Erscheinen das Image von Opel nachhaltig. Opel stand, das mögen mir die Fans der Marke verzeihen, bis in die 1960er-Jahre für eher biedere Autos. Ein Sportwagen hatte niemand erwartet. Dazu noch diese Formen, deren geschwungene Kotflügel entfernt an eine Cola-Flasche erinnern. Und auch – mechanisch betätigten – Klappscheinwerfer waren echte Hingucker.

Nur richtig wirtschaftlich war der GT für Opel wohl nie. Denn mangels eigener Produktionskapazitäten entstanden die Karosserien beim französischen Busbauer Chausson. Anschließend übernahm der Lokhersteller Brissonneau et Lotz die Lackierung und bestückte die Rohkarosserien mit der Innenausstattung.

Im Opelwerk Bochum verheirateten die Arbeiter die Chassis dann mit der Antriebseinheit und den Achsen. Zur Verfügung standen ein 1,1 Liter großer Motor aus dem Kadett und ein 1,9 Liter großer Motor aus dem Opel Rekord. Trotz der damit maximal zur Verfügung stehenden 90 PS galt der GT bei seinen Fans als echter Sportwagen. Rund die Hälfte der Produktion ging in die USA, wo der Opel GT als „Baby-Corvette“ seine Fans eroberte.

Der Erfolg in den USA führte schließlich schon 1973 zum Auslaufen der Produktion. Denn auf der anderen Seite des großen Teichs sorgte eine Verschärfung der Sicherheitsvorschriften dafür, dass der Opel GT in den USA als Neuwagen nicht mehr zulassungsfähig war. Notwendig gewesen wären große Stoßfänger, die sich kaum an der flach auslaufenden Fahrzeugfront hätten unterbringen lassen.

Hat der neue Opel GT das Zeug zur Legende?

Auf den heute veröffentlichten Fotos zeigt Opel wieder eine Studie. Die Anleihen beim Klassiker sind unverkennbar. Die lange Motorhaube mit den geschwungenen Kotflügeln nimmt eindeutig Bezug zum – bisher für viele – einzig waren Opel GT. Die Türen sind ebenso weit ausgeschnitten, wie beim „Original“. Und auch das Heck erinnert das Vorbild – sogar die charakteristischen Auspuffrohre gibt es.

Trotz der Anleihen ist der neue Opel GT ein modernes Auto. Nicht an ihm wirkt, das finde ich besonders angenehm, irgendwie Retro oder künstlich alt. Nicht mehr an Bord sind die Klappscheinwerfer. Sie sind wohl mit den heutigen Vorschriften zum Fußgängerschutz nicht mehr so recht vereinbar. Aber insgesamt ist es den Designern offensichtlich tatsächlich gelungen, die Form ihres GT in die Moderne zu retten.

 

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Foto: Opel


1 Comment

  1. Boah… wäre das schön, wenn der so ähnlich auch auf die Straße kommen würde! Hut ab Opel!

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