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Flop des Jahres 2016: E-Auto-Prämie

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Seit dem 2. Juli 2016 Auto-Käufer beim Elektro-Auto-Kauf die E-Auto-Prämie beantragen. 1,2 Milliarden stehen zur Verfügung. Doch fast niemand will die Prämie. Das macht die E-Auto-Prämie zum Flop des Jahres 2016.

Die „Zwischenbilanz zum Antragstand vom 01. Januar 2017“ ist ernüchternd. Nur 9.023 Fahrzeuge bekamen eine Förderung. Geld gab es für 5.129 reine Batterieelektrofahrzeuge. Auch 3.892 Plug-In Hybride waren förderungsfähig. Dazu rollen – immerhin – zwei Brennstoffzellenfahrzeuge mit finanzieller Unterstützung der Steuerzahler auf unseren Straßen. Es waren übrigens zwei Hyundai ix35 Fuel Cell, deren Besitzer von der Prämie profitierten.

Interessant ist, dass nicht einmal die öffentliche Hand Elektroautos kauft. Nur 71 Anträge stammen von kommunalen Betrieben oder Zweckverbänden. Zusammen mit den Körperschaften entfallen nur 131 der 9.023 geförderten Fahrzeuge auf den öffentlichen Sektor. Das entspricht einem Anteil nicht einmal 1,5 Prozent und ist damit deutlich kleiner als der Anteil öffentlicher Fahrzeuge am Gesamtverkehr. Denn der Anteil liegt laut Kraftfahrt-Bundesamt bei rund vier Prozent.

Schade eigentlich, denn elektrisches Fahren ist durchaus reizvoll.. Der Renault TWIZY ist ein prima City-Flitzer. Mit Plug-In Hybriden wie dem Passat GTE oder dem Audi Q7 lassen sich auch längere Strecken unter Strom bewältigen. Zudem müsste inzwischen jeder verstehen, dass wir unsere Abhängigkeit vom endlichen Rohstoff Öl lösen müssen. Ich bleibe dabei, dass Wasserstoff ein hervorragender Energieträger ist. Der funktioniert in Verbindung mit der Brennstoffzelle und lässt sich hervorragend verbrennen.

Mich verwundert die Ablehnung der E-Prämie nicht!

Zudem entsprechen die Tankzeiten von Wasserstoff dem, was Kunden wollen. Denn für den Betrieb eines reinen Elektroautos fehlt in Großenteilen der Republik einfach die passende Infrastruktur. Ein Großteil der Autofahrer in unseren Städten ist Laternenparker. Öffentliche Ladesäulen sind praktisch nicht existent. Denn niemand will sein Auto eine halbe Stunde irgendwo parken, wo er nicht sowieso hin muss.

Dieses Dilemma wird auch die Ankündigung der Autohersteller, in diesem Jahr mit dem Aufbau von 400 öffentlichen Ladestationen beginnen zu wollen, nicht wesentlich ändern. Denn das hilft nicht! Übrigens selbst dann nicht, wenn das alles Schnellladestationen sind und auch alle Elektroautos die Turboladung beherschen!

Für einen Erfolg des Elektrofahrzeugs ist mehr notwendig. E-Auto-Fahrer müssen ihr Auto zu Hause, am Arbeitsplatz und beim Einkaufen laden können. Insofern wäre eine Förderung von Ladestationen viel sinnvoller, als die Förderung der Autos. Die Förderung anders auszulegen sieht nach einem Fehler aus. Ich glaube, das Kalkül dahintersteckt.

Die Prämie ist ein Feigenblatt der Politik!

Die verantwortlichen Politiker können sagen: „Guckt mal, wir tun was!“ Das sichert jetzt Sympathiepunkte. Bleibt es bei dem verhaltenen Abruf der Prämie, hat die Politik für die Zukunft jede Ausrede. „Wir haben es ja probiert, aber die Kunden wollen keine Elektroautos!“ Das Thema ist dann für längere Zeit erledigt!

 

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