Auto-News

Ford GT ’67 Heritage Edition

Anzeige:

Ich mag den aktuellen Ford GT, denn der Sportwagen ist einfach großartig. Dabei spielt sicher auch eine Rolle, dass der vor zwei Jahren in Detroit präsentierte Mittelmotorsportwagen die bisher beste Neuinterpretation des legendären Ford GT40 darstellt. Wie das Vorbild aus den 1960er-Jahren ist auch der Neue zunächst ein Rennwagen. Ford konzipierte die Flunder, um in Le Mans und der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC sowie der amerikanischen IMSA-GT-Serie anzutreten.

So viel vom Rennsport inspirierte Technik gibt es sonst auch in der Klasse der Super-Sportwagen nur selten. Der Ford GT verfügt als tragende Struktur über ein Monocoque aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) sowie einen Aluminiumrahmen. Über beides spannt sich eine aus CFK gefertigte Karosserie. Den Antrieb übernimmt ein 3,5-Liter großer V6-Motor mit zwei Turboladern.

Die Kraft des Motors fließt über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und die Hinterräder auf die Straße. Geschaltet wird, wie im Motorsport üblich, mit Schaltwippen am Lenkrad. Eine Keramik-Bremsanlage von Brembo sowie speziell für den Ford GT entwickelte Reifen von Michelin helfen beim Bändigen des Sportwagens. Dazu ist selbst beim Serienmodell der Heckflügel einstellbar. Entsprechend begeistert reagieren die Kunden auf den Sportwagen.

Die Ford GT ’67 Heritage Edition erinnert an den Le Mans Sieger von 1967. (Foto: Ford)

Ursprünglich wollte Ford nur 300 GT herstellen. Inzwischen sollen bis 2020 jeweils 250 Ford GT pro Jahr die Fabrik verlassen. Nicht schlecht für ein Auto, das in Deutschland mehr als eine halbe Million Euro kostet. Zumal bereits heute klar ist, dass bei diesem US-Sportwagen der Wertverfall nicht mit der üblichen Härte zuschlagen wird. Das gilt insbesondere für die Sondermodelle, die Ford quasi zwischendurch einstreut.

Aktuell gibt es die Ford GT ’67 Heritage Edition.

Dieses Sondermodell erinnert an den Sieg des Ford GT40 Mark IV vor 50 Jahren in Le Mans. Es folgt damit auf die Ford GT ’66 Heritage Edition, die vor zwölf Monaten an den ersten Sieg von Ford in Le Mans erinnerte. Wie dieser Vorgänger schlägt damit auch das aktuelle Sondermodell wieder eine Brücke zum legendären Original. Dessen vier Siege in Le Mans sind bis heute unvergessen.

So sah 1967 der Ford GT40 Mark IV aus, an dessen Erfolg in Le Mans Ford aktuell erinnert. Diese Aufnahme mit Bruce McLaren (links) und Mario Andretti zeigt allerdings den gelben Siegerwagen der 12-Stunden von Sebring. (Foto: Ford UK)

Beim zweiten Ford-Sieg in Le Mans waren 1967 Dan Gurney und A.J. Foyt siegreich. Was diesen Sieg zum komplett amerikanischen Erfolg machte. Beim Debütsieg im Vorjahr saßen im GT40 mit Bruce McLaren und Chris Amon zwei Neuseeländer. In den folgenden Jahren kamen die siegreichen Piloten aus Mexiko, Belgien und Großbritannien. Das alles soll die Siege von Pedro Rodríguez, Lucien Bianchi (1968) oder Jacky Ickx und Jackie Oliver (1969) nicht schmälern.

1967 der Rookie und der Präsident der Fans

Die oft sehr patriotischen US-Rennsportfans denken beim Thema Le Mans und dem Ford GT40 bis heute meist an die US-Boys. Wobei Gurney und Foyt ihren Platz im Langzeitgedächtnis der Fans auch verdanken, dass sie sich bereits vor 50 Jahren in der TV-Nation USA gut verkaufen konnten. Gurney – Sohn eines Opernsängers – war zeitweise so beliebt, dass Fans den groß gewachsenen Amerikaner zur Präsidentschaftskandidatur aufforderten.

1967 gewann Ford zum zweiten Mal die 24 Stunden von Le Mans. 2017 erinnert die Ford GT ’67 Heritage Edition an diesen Erfolg. (Foto: Ford)

A.J. Foyt, der von 1957 bis 1993 als Profi aktiv war, trat bei seinem Erfolg übrigens das einzige Mal in Le Mans an. Vor dem Rennen an der Sarthe lies Foyt mit markigen Sprüchen aufhorchen. Für ihn sei Le Mans, nur eine kleine alte Landstraße. Entsprechend selbstbewusst trat Foyt, der einen Großteil des Fahrerjobs absolvierte, nach dem Rennen auf. Bei der Siegerehrung wies der Amerikaner, eifrig auf seinen Sieg in der Rookie-Wertung hin.

1967 erfindet Dan Gurney die Champagnerdusche

Das war übrigens die Siegerehrung, bei der Dan Gurney der erste Rennfahrer war, der auf dem Siegerpodest Champagner verspritzte. Heute ein festes Ritual bei Motorsport-Veranstaltungen. Wie der Rennwagen von Dan Gurney und A.J. Foyt ist auch die Ford GT ’67 Heritage Edition in Race-Rot lackiert. Dazu trägt der Sportwagen damals wie heute modische weiße Streifen. Den starken Auftritt unterstreichen geschmiedete 20-Zoll-Leichtmetallräder.

Rote Bremssättel und silberne Spiegelkappen runden den Retro-Look ab. Auch im Innenraum greift die limitierte Edition des Supersportwagens Motive des Siegerwagens von 1967 auf. Die Gurtbänder sind – passend zur Wagenfarbe – rot eingefärbt. Die Blenden der Instrumententafel tragen einen sportlichen Edelstahl-Look. Alles zusammen bietet Ford einer limitierten Anzahl von Kunden, die das Glück haben, im kommenden Jahr einen der raren Ford GT erwerben zu dürfen.

Gibt schlechtere Ideen für Sondermodelle in der Autoindustrie!

Ähnliche Artikel
Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:
Ford GT '67 Heritage Edition

Foto: Ford
 

2 Kommentare

  1. sebastian müller

    also ich muss sagen das ich hier immer wieder tolle artikel zu lesen sind .. einfach weiter so machen … TOP

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.