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Geht doch: Weltpremiere des Alfa Romeo 4C in Genf

Alfa Romeo 4C

Die FIAT-Tochter Alfa Romeo haben wir in diesem Blog in den vergangenen Wochen mehrfach kritisiert. Denn die Entscheidung, bei der Neuauflage des legendären Spider auf einen umgelabelten Mazda MX 5 zu setzten, mag aus Sicht der Controller des Konzerns richtig sei, doch für echte Fans der Marke ist sie ein Schlag ins Gesicht. Anders als die Nachricht, dass man auf dem 83. Genfer Automobil-Salon, der Anfang der März startet, die Weltpremiere des Alfa Romeo 4C feiern wird.

Damit wird die Studie „4C“, die Alfa Romeo vor genau zwei Jahren in Genf ausstellte, Realität. Für vermutlich rund 50.000 € – einen genauen Preis will Alfa Romeo erst am 7. März in Genf verraten – bietet Alfa Romeo damit ein wahrlich atemberaubendes zweisitziges Coupé mit Heckantrieb und mindestens 200 PS starken Mittelmotor an. Neu in dieser Preisklasse ist, dass das Chassis des „4C“ komplett aus Kohlefaser gefertigt wird. Mit der Wahl dieses Materials wird deutlich, dass sich die Entwickler des „4C“ nicht allein auf maximale Leistung konzentrierten, sondern den Leichtbau konsequent in den konstruktiven Vordergrund stellten. Mit Erfolg, wie das Leistungsgewicht von rund 4 kg/PS anschaulich macht.

Alfa Romeo 4C – Tradition in jeder Pore

Nach dem von 2005 bis 2009 gebauten Supersportwagen Alfa Romeo 8C Competizione, der mit einem Preis von mehr als 200.000 € eher die Tradition des seinerzeit ebenfalls sündhaft teuren Tipo 33 Stradale fortsetzte, bietet Alfa Romdeo damit nun endlich wieder einen echten Sportwagen für den „kleineren“ Mann. Damit setzten die Mailänder nach langer Pause die Tradition von Sportgeräten wie dem Alfa Romeo GTA (Gran Turismo Alleggerita, der „Erleichterte“) fort. Wobei man, anders als beim angekündigten Spider, auch wieder auf die „DNA“ der Marke Alfa Romeo vertraut. Denn „made in Italy“ und kompromisslose Sportlichkeit, das ist das, wofür (dieser) Alfa Romeo steht.

Alfa Romeo 4C

Alfa Romeo 4C (Foto: Fiat – Alfa Romeo)

Nebenbei nimmt der „4C“ eine weitere Anleihe beim GTA. Denn dieses legendäre Sportgerät lies Alfa Romeo in den 1960er-Jahren von Autodelta, einer vom nicht weniger legendären Carlo Chiti und seinem Partner Lodovico Chizzola gegründete Firma, extern bauen. Der „4C“ entsteht nun, wie der Alfa Romeo 8C Competizione, im Maserati-Werk in Modena. Mit der Namensgebung knüpft Alfa Romeo formal an die 6C- und 8C-Modelle an, die ab 1927 bzw. 1931 angeboten wurden. Das „C“ stand einst wie heute für „Cilindri“ (Zylinder), die 4 heute für den in Vollaluminium-Bauweise gefertigten 1750 ccm Motor.

In den Grundzügen kennen wir das Aggregat, dessen Größe – man denke an den Alfa Romeo 1750 GT Veloce – ebenfalls eine gewisse Tradition bei Alfa Romeo hat, bereits aus dem aktuellen Alfa Romeo Giulietta QV. Für den Einsatz im „4C“ wurde der Doppel-Nockenwellen-Motor überarbeitet, der sportliche Charakter verstärkt. Vollmundig spricht Alfa davon, dass der Vierzylinder-Turbomotor die Charakteristik eines drei Liter großen Sechszylinders erreicht. Das Ergebnis sind mindestens sportliche 200 PS, die im „4C“ mit einem automatisierten Doppel-Kupplungsgetriebe auf die Straße gebracht werden. Das „Alfa TCT“ genannte Getriebe schaltet ohne Zugkraftunterbrechung, kann selbstständig die Gänge wechseln oder über Schaltwippen am Lenkrad vom Piloten in den gewünschten Gang gebracht werden.

4C – ganz klar ein Alfa Romeo

In Verbindung mit dem Leergewicht von rund 850 Kilogramm ergibt das alles einen echten Sportwagen. Der Sprint von Null auf 100 km/h gelingt mit dem Alfa Romeo 4C in weniger als fünf Sekunden. Setzt man die Beschleunigung fort, so erreicht der „4C“ am Ende deutlich mehr als 250 km/h. Optisch ist der extrem kompakte „4C“ – Gesamtlänge knapp vier Meter, Breite 200 cm, Höhe 118 cm – sofort als Alfa Romeo zu erkennen. Zu seiner im hauseigenen Centro Stile Alfa Romeo entwickelten Formsprache gehört selbstverständlich das typische Alfa Gesicht mit dem „Scudetto“ (Schildchen) genannten Kühlergrill. Das klingt alles nach jeder Menge Fahrspaß, nach jeder Menge Alfa Romeo.

Alfa Romeo 4C

Alfa Romeo 4C (Foto: Fiat – Alfa Romeo)

Dies wissen offensichtlich auch die Verantwortlichen bei FIAT. Denn mit dem Alfa Romeo 4C lässt man die Marke Alfa Romeo nach Amerika zurückkehren. Dort, wo Henry Ford einst mit dem Spruch „Wenn ich einen Alfa Romeo sehe, ziehe ich meinen Hut“ seine Bewunderung für die Fahrzeuge aus Mailand zum Ausdruck gebracht haben soll, ist Alfa seit 1995 nicht mehr offiziell vertreten. Nur der Alfa Romeo 8C Competizione wurde zwischenzeitlich auch in den USA angeboten. Mit dem 4C startet FIAT nun offiziell ein Comeback in Nordamerika, wo die Marke Alfa Romeo einst übrigens von Max Hoffman – Freunde kleiner Sportwagen denken da an den Porsche 550 Spider – vertreten wurde.

Aber auch auf dem alten Kontinent wird der Alfa Romeo 4C das Image der Marke Alfa Romeo beflügeln. FIAT bietet mit dem „4C“ einen echten High-Tech-Sportwagen an, der, insbesondere wenn er wirklich zum Preis von rund 50.000 Euro angeboten werden wird, nicht nur Alfisti begeistern wird. Es wird spannend, ob Lotus Cars mit einer neuen Elise auf die Herausforderung aus Mailand reagieren wird bzw. kann. Wenn dann noch Alpine Caterham mit der Neuauflage des Alpine ebenfalls einen kleinen Sportwagen vorstellt, ergäbe das auch in Le Mans oder bei der GT3 Rennen eine tolle Zwei-Liter-Klasse.

Und mal gucken, vielleicht bilden die 200 PS, die vor zwei Jahren für die Studie des Alfa Romeo 4C angegeben wurden, ja auch auf der Straße noch nicht das Ende der Fahnenstange. Denn bisher verwendet Alfa Romeo, trotz aller Anleihen an die Tradition des Hauses, beim „4C“ noch nicht das traditionelle „QV“ (für Quadrifoglio Verde = Grünes Kleeblatt). Es könnte einer kommenden Homologationsversion für den Motorsport vorbehalten bleiben – auch das wäre dann wirklich typisch für Alfa Romeo. Hut ab, Fiat!


Alfa Romeo 4CInfos zum Titelbild:
Alfa Romeo 4C (Foto: Fiat - Alfa Romeo)
Alfa Romeo 4C (Foto: Fiat - Alfa Romeo)
 

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