Auto-News

Mercedes GLE Coupé (C292) – Stuttgarter Barock oder schön ist anders

Mercedes-Benz GLE Coupé in weiß

Das Beste oder Nichts – mit diesem Zitat von Gottlieb Daimler wirbt Mercedes-Benz für seine Autos. Ein hoher Anspruch, den die Werbestrategen des Konzerns damit formulieren. Um so erstaunlicher, was für Autos heute den Stern tragen dürfen. Das neue Mercedes GLE Coupé, dessen Bilder seit gestern die Runde machen, ist so ein Fall, der mich grübeln lässt. Denn mit dem „SUV-Coupé“ fordern die Stuttgarter BMW heraus, um das Kopieren einer Idee an dieser Stelle mal vorsichtig zu umschreiben.

Ohne die Markenzeichen hätte ich den GLE sicher sofort in Asien verortet. Denn in Asien gilt die Kopie als das Zeichen höchster Anerkennung. Es gab Zeiten, da würdigten asiatische Hersteller bevorzugt Mercedes. Heute würdigen die Stuttgarter offensichtlich BMW. Das neue Mercedes GLE Coupé sieht aus, als ob die Mercedes-Designer bei der Gestaltung ihres Neuen zunächst den BMW X6 nachbildeten, um sich auf die Aufgabe einzustimmen. Zur Tarnung packten sie an der Front noch einen Hauch Porsche Cayenne dazu – fertig war das Design des GLE. Irgendwie fand dies dann tatsächlich den Weg in die Serie.

Hekcansicht Mercedes-Benz GLE Coupé

Ein schöner Rücken KANN entzücken. Und zu diesem Auto schreibt Mercedes in Anlehnung an Willy Brandt: „Mehr Sport wagen!“ (Foto: Daimler)

Autodesign kann so einfach sein

Ich bin immer um Sachlichkeit bemüht, aber dieses Auto diese BMW-Kopie geht gar nicht! Und das, obwohl ich mit dem Stern aufgewachsen bin. Schon in den Kindergarten fuhr ich am Liebsten mit der Pagode meines Großvaters. Das prägt. Und deshalb tut so ein Auto wie das Mercedes GLE Coupé so weh. Gut, meine Kindergartenzeit liegt einige Tage zurück. Das waren noch andere Zeiten. Damals gab es nur echte Geländewagen. Ein Coupé hatte zwei Türen. Und in China waren die Bürger bevorzugt mit dem Fahrrad unterwegs.

40 Jahre später gilt davon nichts mehr

Für den boomenden Markt in China entstehen Autos wie das Mercedes GLE Coupé. Immerhin klingt die Motorisierung spannend. Denn von dem Derivat der M-Klasse gibt es neben einem 258 PS starken Diesel auch einen 333 PS kräftigen Benziner. Und es gibt – das ist neu – das Spitzenmodell 450 AMG. In diesem übernimmt ein drei Liter großer V6-Motor mit 367 PS den Vortrieb.

In diesen Tagen läuft im US-Werk von Tuscaloosa die Produktion des Mercedes GLE Coupé. Die offizielle Weltpremiere soll das Fahrzeug in gut einem Monat auf der Autoshow von Detroit feiern. Im Sommer 2015 folgenden dann die ersten Auslieferungen. Es bleibt also noch etwas Zeit, um sich beim Stichwort Mercedes an Modellen wie dem G-Modell zu erfreuen.

Denn wenn das Mercedes GLE Coupé erst über unsere Straßen rollt, dann ist das vorbei. Schließlich hat Mercedes hat mit diesem Auto (endlich) den Stuttgarter Barock erfunden. Und bleibt sich sogar seinem Wahlspruch „Das Beste oder Nichts“ treu. Denn mit den GLE Coupé hat das Nichts jetzt ein Gesicht.

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *