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Panamera Sport Turismo – Kombinationskraftwagen aus Zuffenhausen!

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Ein Kombi von Porsche? Das wäre vor wenigen Jahren wohl undenkbar gewesen. Und auch wenn der eine oder andere Jubelperser schon seine Verzückung verbloggte, ich werde mit dem Panamera Sport Turismo einfach nicht warm.

Leider hatte ich in den vergangenen Wochen nicht die Zeit, um mich so intensiv um das Blog zukümmern, wie ich das eigentlich möchte. Deshalb habe ich bisher noch gar nichts über die Premieren auf dem Autosalon in Genf geschrieben. Jetzt ist etwas Luft und ganz, das wissen treue Leser, kann ich die „Klappe“ nicht halten. Deshalb muss ich mich jetzt doch noch mit dem Panamera Sport Turismo beschäftigen. Denn mit dem Sport Turismo erweitert Porsche sein Programm um einen Kombi, auch wenn die Verantwortlichen diesen Begriff in der Presseerklärung zur Weltpremiere vermeiden.

Dort heißt es stattdessen: „… Mit großer Heckklappe, niedriger Ladekante, vergrößertem Gepäckraumvolumen und einem 4+1-Sitzkonzept wird das neue Panamera-Modell hohen Ansprüchen an Alltagstauglichkeit und Variabilität gerecht. … Ab den B-Säulen, also dem Beginn der Fondtüren, kennzeichnet den Sport Turismo nach hinten ein vollkommen eigenständiges Design. Über der ausgeprägten Schulter erstreckt sich eine langgestreckte Fensterlinie und eine ebenso lange Dachkontur. …“

Auch wenn das Wort „Kombi“ fehlt, der Panamera Sport Turismo ist das, was landläufig als Kombinationskraftwagen gilt. Das ist nichts grundsätzlich „ehrenrühriges“. Dennoch ist es bei Porsche zumindest eine unerwartete Karosserieform. Denn Porsche steht, seit ich mich mit Autos beschäftige, für Sportwagen. Zum Mythos der Marke gehört auch, dass sie Rekordsieger in Le Mans ist. Kombi dagegen klingt auch 2017 immer noch nach Farbeimern und Musterkoffern. Und ist ein Widerspruch zum Mythos Porsche. Das gilt selbst dann, wenn die Zuffenhausener ihren Kombi als Lifestyle-Fahrzeug und nicht als Nutzfahrzeug verstanden wissen wollen.

Der Laderaum des Porsche Panamera Turbo Sport Turismo – Foto: Porsche

Kenner wissen natürlich, dass der Viersitzer Panamera – wie es im Deutsch des Kraftfahrt-Bundesamts heißt – schon seit dem Debüt eine sogenannte Kombilimousine ist. Das KBA führt den Porsche Panamera in der Aufbauart “M1 AC”. Der Code “M1 AC” steht für „geschlossene Personenkraftwagen mit vergrößertem Innenraum hinten“. Damit steht der Viersitzer – historisch gesehen – in einer Reihe mit Autos wie dem Renault 16 oder dem SAAB 9000.

Der Panamera Sport Turismo dreht das Rad weiter!

Denn nicht gegen Renault oder SAAB, aber das sind Autos, die sich hauptsächlich über ihren Nutzwert definierten. Ein Porsche steht traditionell für Werte wie Innovation, Rennsport und Tradition. Der legendäre Porsche 911 verdeutlicht das sehr schön. Denn dessen Linienführung hat sich, auf den ersten Blick, seit dem Debüt 1963 nur unmerklich verändert. Trotzdem lassen alle 911-Generationen bei genauer Betrachtung deutliche Modifikationen erkennen. Besser lassen sich Innovation und Tradition kaum glaubhaft miteinander verbinden!Auf der anderen Seite muss natürlich auch Porsche Geld verdienen. Nur mit Sportwagen ist das schwierig, weil in der Autoindustrie einfach Stückzahlen benötigt werden, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein.

Deshalb gibt es inzwischen auch SUV und Viersitzer von Porsche. Doch das Profitstreben hat Grenzen. Wobei das nicht nur ein Problem in Zuffenhausen ist. Denn in meinen Augen müssen zurzeit einige Marken aufpassen, dass sie im Spagat zwischen Gewinnmaximierung und Tradition nicht die Balance verlieren. Auch Jaguar und Bentley entfernen sich mit ihren SUV mit großer Geschwindigkeit von ihren Wurzeln. Sie verdienen also Geld in Bereichen, die mit dem Kern der Marke nichts zu tun haben. Insofern ist Porsche da nicht alleine.

Weitere Infos zum Panamera Sport Turismo

Der Panamera Sport Turismo wird am 7. Oktober 2017 bei den Händlern stehen, ist jedoch bereits jetzt bestellbar. Zum Start gibt fünf unterschiedliche Motor- und Antriebsvarianten:

  • Panamera 4 Sport Turismo (243 kW/330 PS) ab 97.557 Euro
  • Panamera 4 E-Hybrid Sport Turismo (340 kW/462 PS Systemleistung) ab 112.075 Euro
  • Panamera 4S Sport Turismo (324 kW/440 PS) ab 120.048 Euro
  • Panamera 4S Diesel Sport Turismo (310 kW/422 PS) ab 123.975 Euro
  • Panamera Turbo Sport Turismo (404 kW/550 PS) ab 158.604 Euro

Zusammengefasst: Ganz neu ist das Thema Kombi bei Porsche nicht. Bereits 1984 baute Porsche zum 75. Geburtstag von Ferry Porsche eine Kombiversion des Porsche 928S. Zudem bot auch der Tuner ARTZ zeitweilig seinen zweitürigen Kombiumbau Porsche 928 S Break an.

Dennoch ist der Schritt, den das Unternehmen mit dem Panamera Sport Turismo jetzt geht, genauso interessant wie gefährlich. Denn natürlich funktionieren Hochleistungskombis bei Audi und Mercedes schon länger. Aber bei diesen Unternehmen gab es erst den Kombi und dann den Kombi mit Leistung. Bei Porsche ist es andersherum. Es wird spannend, wie die Kunden tatsächlich darauf reagieren.


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Infos zum Titelbild:
Porsche Panamera Sport Turismo
Foto: Porsche
 

1 Kommentar

  1. Pingback: Deutscher Auto Blogger Digest vom 20.03.2017 › "Auto .. geil"

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