Volkswagen Studie XL Sport
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Volkswagen XL Sport – der ARVW ist wieder da …

Heute wurde der Pariser Autosalon offiziell eröffnet. Volkswagen nutzt die Messe, um eine sportliche Abwandlung des XL1 in die Auslage zu stellen. Schon der Namenspate lässt sich durchaus kritisch bewerten. Denn von der Idee eines 1-Liter-Autos, das 2004 den Anfang der XL-Story markierte, ist nur noch wenig übrig geblieben. Doch der XL Sport macht mich ratlos. Ich weiß wirklich nicht, ob ich über das Auto lachen oder weinen soll.

Bei aller Begeisterung für eine konzernweite markenübergreifende Zusammenarbeit, ein Motorrad-Motor in einem Auto erinnert an britische Kleinserienhersteller. Tuner wie Z-Cars bauen gern den Motor der Suzuki Hayabusa in echte Minis ein. Damit beschleunigt der Klassiker dann in drei Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde.

Der Motor von Ducati

Für den XL Sport geht Volkswagen einen ähnlichen Weg. Denn den Antrieb übernimmt ein modifizierter Motor der neuen Ducati 1199 Superleggera. Das ist das zurzeit stärkste Zweizylinder-Motorrad der Welt. Das ist ein netter Motor. Das Verhältnis Bohrung/Hub von 1.84:1 (Bohrung 112 mm / Hub 60,8 mm) sorgt für einen ultrakurzen Hub und große Drehfreude.

200 PS stehen zur Verfügung. Damit erreicht der XL Sport eine Spitzengeschwindigkeit von 270 Kilometern pro Stunde. Wobei bis zum Erreichen der Marke von 100 Stundenkilometern 5,7 Sekunden vergehen. Angesicht des Gewichts von rund 900 Kilogramm eigentlich ein bescheidener Wert. Denn im Sprintduell mit dem Mini von Z-Cars würde der Volkswagen also den Kürzeren ziehen.

Und das trotz einer Form, die an den ARVW (Aerodynamic Research Volkswagen) von 1980 erinnert. Mit diesem Versuchsfahrzeug, das von einem 6-Zylinder-Turbodiesel-Motor angetrieben wurde, fuhr Keke Rosberg zu mehreren Geschwindigkeitsweltrekorden für Dieselfahrzeuge. Zurück in der Gegenwart hat VW den XL 1 auf dem Weg zur Sportversion etwas in die Länge und in die Breite gezogen. Das tut den Proportionen durchaus gut.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, der Ansatz des XL Sport ist mutig.

Insbesondere die Seitenscheiben, die an den Subaru SVX erinnern, erfordern viel Mut. Die gibt es übrigens ja auch schon beim XL 1, die Chance zur Änderung nutzten die Entwickler nicht. Dabei setzt der XL Sport durchaus eigene Marken. Breit und bullig wirkt er. Trotzdem ist die Fahrzeugstirnfläche 1,7 m2 klein. Damit ist die Studie weit weg von einem GT-R-Verschnitt. Zumal der Japaner ein bulliger Frontmotorsportwagen ist. Im XL Sport ist der Motor wie im Namenspaten XL 1 im Heck untergebracht.

Ich finde, ein kleiner Sportwagen würde VW gut zu Gesicht stehen. Doch Hoffnung, dass der XL Sport in Serie gebaut wird, besteht wohl nicht. Denn schon beim XL 1 ist der Begriff „Serie“ kaum angebracht. Imageträger oder Marketinggag treffen die Sache deutlich besser. Und in diese Schublade gehört wohl auch der XL Sport – leider.

So bleibt der Alfa Romeo 4C weiter alleine. Aber vielleicht ist Toyota eines Tages wirklich mutig und lässt den MR2 wiederauferstehen.


Volkswagen Studie XL SportInfos zum Titelbild:
Volkswagen Studie XL Sport
Götterdämmerung in Paris? Volkswagen Studie XL Sport (Foto: Volkswagen)
 

3 Kommentare

  1. Ich will ja nichts sagen…aber das ist ein Opel Eco Speedster mit VW-Emblem :-D

    Peinlich, peinlich das VW 2014 – bewusst oder unbewusst – Opel Design von 2002 nachahmt und es auch noch für innovativ hält. Aber der Eco Speedster hatte wenigstens das sparen von Kraftstoff im Blick was hier ja scheinbar nur bedingt oder nebensächlich der Fall ist…

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