Fahrberichte Seat

Test: Wie fährt sich der Seat Leon ST XCELLENCE 1.4 TSI ACT (2017)?

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SEAT steht für Autos mit Emotionen. Wieviel Wahrheit steckt hinter diesem Claim? Karla und ich sind dieser Frage mit dem Kombi SEAT Leon ST nachgegangen. Der Kombi aus Barcelona stellte sich in der hochwertigen XCELLENCE Ausstattung unserem Alltagstest.

Wie wirkt der SEAT Leon ST auf mich?

Der Leon ist der spanische Cousin von Golf und Octavia. Das ist kein schlechter Stammbaum. Ganz dem Modeempfinden folgend, das den Bewohnern seiner Heimatstadt zugeschrieben wird, tritt der Leon auch als Kombi ausgesprochen trendy auf. Die Seitenlinie des Kombis mit dem sanft abfallenden Heck und die scharfen Bügelfalten an der Seite unterstreichen das. Sie sorgen für eine schlanke und attraktive Silhouette. Langweilig ist anders, lautet mein Fazit der ersten Begegnung.

Eine Rolle bei meinem Urteil spielen auch die cool geschnittenen Front-Scheinwerfer. Im Fall des Testwagens strahlen unter ihren Klarglasabdeckungen sogar LED-Leuchtmittel. Das ist ein Zeichen dafür, wie schnell sich der Markt inzwischen entwickelt. Denn vor knapp einem Jahr bot Konzernschwester Skoda selbst beim Spitzenmodell Superb noch keine LED-Scheinwerfer an. Inzwischen sind LED-Scheinwerfer offensichtlich auch in der Kompaktklasse angekommen.

Wie ist der Leon ST 1.4 TSI ACT motorisiert?

Der Motor des Testwagens ist ein guter Bekannter. Treue Leser unseres Blogs kennen den 1,4 Liter großen Vierzylinder bereits aus dem kürzlich getesteten Audi Q2. Genauso wie der kleine SUV aus Ingolstadt kann auch der Kombi aus Barcelona zwei Zylinder stilllegen, um Benzin zu sparen. Audi nennt das „Cylinder on demand“ (COD). Bei SEAT heißt das Feature „Active Cylinder Technology“, was im Prospekt und auf dem Typenschild zur Abkürzung „ACT“ führt.

Karla sagt ...

Der Seat Leon ST ist genau das Auto, das wir für jeden Tag benötigen. Der sportliche Kombi aus Barcelona ist chic und nützlich, was nicht jeder Kombi von sich behaupten kann.

An der Funktionsweise der Zylinderabschaltung ändert der andere Name nichts. Der Turbo-Benziner hängt beim Beschleunigen gut am Gas. Im Leon immer begleitet von einem sportlichen Klang. Das doppelte Auspuffendrohr ist keine Attrappe, sondern scheinbar Beleg eines überarbeiteten Soundmanagements. Unabhängig davon gilt, wenn beim Vortrieb etwas weniger Dynamik gefordert ist, versorgt der Vierzylinder nur seine beiden äußeren Zylinder mit Benzin und Zündstrom.

Der 1.4 TSI ACT im Seat Leon ST ist ein Benzin-Direkteinspritzer mit Turboladung – Foto Karla Schwede

Zumindest zeigt das Fahrerinformationssystem das an. Hören oder fühlen können die Insassen das nicht. Die Motorenentwickler haben den Vierzylinder auch bei Zylinderabschaltung im Zweizylindermodus hervorragend ausbalanciert und verdienen damit an dieser Stelle ein Kompliment. Werden mehr als 100 Newtonmeter abgerufen, nehmen die beiden mittleren Zylinder innerhalb von 0,2 Sekunden wieder ihre Arbeit auf. Auch das geht unhörbar vonstatten.

Wie fährt sich der SEAT Leon ST 1.4 TSI ACT?

Im Alltag vor allem sparsam. Natürlich hängt auch im SEAT Leon ST der Verbrauch am Ende immer von der persönlichen Fahrweise im Straßenverkehr ab. Der Prüfzyklus der kombinierten Normverbrauchsmessung, der mit dem echten Straßenverkehr allerdings nur recht wenig gemeinsam hat, bescheinigt dem Testwagen – mit den 17“ Rädern des Testwagens – einen Verbrauch von 4,9 Liter Benzin pro 100 Kilometer.

Tom unterwegs im Seat Leon ST – Foto Karla Schwede

Mit einem Kraftstoffverbrauch von 5,3 Litern liegen Karla und ich am Ende des Tests gar nicht so weit vom Normverbrauch entfernt. Wobei der Leon das Ergebnis übrigens selbst mit relativ viel Stadtverkehr schafft. Mit einem höheren Autobahn-Anteil sinkt der Verbrauch auch unter die Marke von fünf Litern. Immer vorausgesetzt, dass der Fahrer seinen Gasfuß etwas zügeln kann und damit die Fahrweise etwas auf das Ziel des Spritsparens ausrichtet.

Beim Benzin-Sparen in der Stadt hilft auch die serienmäßige Start-Stop-Automatik. Sie stellt den Motor recht früh, wenn der Leon noch langsam an eine Ampel oder Kreuzung heranrollt, ab. Beeindruckend, wie sparsam der leer 1.277 Kilogramm leichte Leon ST mit seinem Kraftstoff umgeht. Denn für einen Durchschnittsverbrauch mit einer Fünf vor dem Komma, war vor ein paar Jahren ein Dieselmotor notwendig. 2017 geht das auch mit einem Benziner.

Wie kann ich im Leon ST sitzen?

Selbst mit meinem mehr als zwei Meter langen Körper finde ich im kompakten SEAT Leon gut Platz. Natürlich fahre ich auch im SEAT Leon den Fahrersitz ganz nach hinten, um optimal sitzen zu können. Trotzdem muss ich mich nicht, wie kürzlich im Opel Astra, beim Aussteigen mühsam um die B-Säule herumfalten. Das ist – im direkten Vergleich dieser kompakten Fünftürer – ein echter Pluspunkt für den spanischen Kombi.

Der Kühlergrill des Seat Leon ST – Foto: Karla Schwede

Doch zur Bewertung der Sitzposition gehört mehr. Das Dreispeichenlederlenkrad liegt gut in der Hand. Es verfügt über genügend Volumen und ist am unteren Ende etwas abgeflacht. Das schafft zusätzlichen Stauraum für meine langen Beine. Dank seiner Verstellmöglichkeiten kommt mir das Lenkrad dabei ausreichend entgegen und sitzt weit genug oben. Trotz meiner Sitzposition sind die Instrumente vollständig ablesbar. Der SEAT Leon besteht auch diesen Teil des Tests ohne Probleme.

Was hat mir gefallen?

Der kompakte Kombi ist übersichtlich und verfügt über eine angenehme Straßenlage. Der 1,4-Liter-Motor ist kein Sportler, aber den Aufgaben des Alltags absolut gewachsen. Insgesamt geht das Fahren mit dem SEAT Leon mit dieser Motorisierung leicht von der Hand. Auch hier gibt der Spanier keinen Anlass zur Kritik.

Zum positiven Gesamteindruck des Spaniers trägt auch die reichhaltige Ausstattung des Testwagens bei. Denn zum XCELLENCE-Paket des Testwagens gehört eine Climatronic genannte Klimaanlage, die die Temperatur für Fahrer und Beifahrer getrennt regeln kann, und ein großes Panorama-Glasdach (970 Euro). In Verbindung mit den serienmäßigen Sport-Komfortsitzen sorgt das alles für ein angenehmes Gefühl im Innenraum.

Tom sagt ...

Der SEAT Leon ST ist ein Lifestyler, der mit seinem Kraftstoff sparsam umgeht. 150 PS reichen im Alltag als Familienauto völlig aus. Mit dem Leon zeigt SEAT eindrucksvoll wie Golf-Klasse heute geht.

Der Innenraum läßt sich übrigens mit dem ebenfalls serienmäßigen Ambientelicht ganz nach persönlichem Geschmack in Szene setzen. Das ist sicherlich eine Spielerei, aber trotzdem ganz nett. Karla und ich einigen uns schnell auf ein warmes Orange. Genauso so nett ist, dass das Radio-Sound-System des Leon Kombi über ein 8″-Farb-Touchscreen verfügt. Das Navigationssystem weist uns im gesamten Test zuverlässig den Weg.

Der Kofferraum des Seat Leon reicht für den normalen Einkauf völlig aus – Foto: Karla Schwede

Nur die Sprachsteuerung sorgt manchmal für Unterhaltung. Denn als Max die Hausnummer 282 per Sprache eingeben will, will uns das Navigationssystem immer wieder zur Hausnummer 80 führen. Doch das ist ein Detail am Rande. Als angenehm erweisen sich auch Komfort-Features wie der Fernlicht- und Spurhalteassistent. Beides Helfer, die noch vor kurzer Zeit – wie das LED-Licht – noch nicht in der Kompaktklasse zu Hause waren.

Was hat mir nicht gefallen?

Die LED-Nebelscheinwerfer des SEAT verfügen über eine Abbiegelicht-Funktion. Das ist zwar grundsätzlich praktisch, aber im Fall des SEAT Leon sorgt es bei mir immer wieder für Irritationen. Denn das „Kurvenlicht“ schaltet sich ziemlich unvermittelt ein und leuchtet die Fläche neben dem Fahrzeug aus. Dabei huscht dann plötzlich ein Lichtkegel über den Bürgersteig. Beim ersten Mal dachte ich, dass ich ein aus einer Seitenstraße kommendes Auto übersehen hätte.

SEAT Drive Profile-System – Der Eco-Modus nervte mich etwas. Foto: Karla Schwede

Ebenfalls Anlass zur Kritik gibt das Eco-Fahrprofil des SEAT Drive Profile-Systems. Es nimmt die Kraft des Vierzylinders deutlich zurück. Daran musste ich mich offensichtlich erst einmal gewöhnen. Denn kaum hatte ich den Eco-Modus zum Test aktiviert, würgte ich den Vierzylinder zweimal ab. Im weiteren Verlauf der Probefahrt mied ich diesen Modus und beschränkte mich auf das Normal-Programm oder den Sportmodus.

Fazit zum SEAT Leon ST XCELLENCE 1.4 TSI ACT

Das Fazit zum Seat Leon ST fällt ausgesprochen positiv aus. Bleibt nur noch die Frage mit dem Emotionen. Die beantworten wir in den nächsten zwei Jahren detailliert. Denn ab Ende April werden Karla und ich den SEAT Leon ST ausführlich testen. Der Fünftürer wird bei uns als Privatauto zum Dauertest antreten. Ganz emotionslos kann der Kombi aus Barcelona also nicht gewesen sein.

Daten zum Testwagen:

  • Typ: SEAT Leon ST XCELLENCE 1.4 TSI ACT
  • Grundpreis / Testwagenpreis: 25.300 Euro / 33.995 Euro (04/2017)
  • Motor: 4-Zylinder-Turbo-Ottomotor
  • Emissionsklasse: Euro 6
  • Getriebe: manuelles 6-Gang-Getriebe
  • Hubraum: 1.395 ccm
  • max. Leistung: 150 PS bei 5.000 bis 6.000 1/min
  • max. Drehmoment: 250 Nm / 1.500 bis 3.500 1/min
  • Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h
  • Hersteller-Nummer / Typ: 7593 / AKE
  • Versicherungstypklassen: 14, 19, 21 (Haftpflicht, Voll-, Teilkasko)

Zusammengefasst: Mit seiner Linienführung gehört der 4,54 Meter lange SEAT Leon ST zu den Lifestyle-Kombis. Diese Vokabel zeigt, dass die Zeiten vorbei sind, als Kombinationskraftwagen mit Handwerkern und urlaubsorientierten Lehrern gleichzusetzen waren. Im Alltag erweist sich der Spanier, die richtige Fahrweise im Straßenverkehr vorausgesetzt, als genügsam. Das gilt auch für den Preis. Denn angesichts des Gebotenen und im Vergleich auch zur Konkurrenz aus dem eigenen Haus sind 33.995 Euro, die der Testwagen kostet, nicht zu viel.

SEAT Leon ST XCELLENCE 1.4 TSI ACT

SEAT Leon ST XCELLENCE 1.4 TSI ACT
9

Fahrspaß und Dynamik

8/10

    Komfort und Eleganz

    10/10

      Sicherheits- und Assistenzsysteme

      10/10

        Preis und Leistung

        10/10

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          • Sparsamkeit
          • Ausstattung
          • Optik
          • Sitze

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          • Kurvenlicht
          • Eco-Modus
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          Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:
          Unterwegs im Seat Leon ST

          Foto: Karla Schwede
           

          1 Kommentar

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