Fahrberichte Mazda

Test: Wie fährt sich der neue Mazda CX-5 (2017)?

Anzeige:

Nach fünf Jahren Laufzeit löst Mazda die erste Generation seines Erfolgsmodells CX-5 ab. Am kommenden Wochenende steht die zweite Generation des Mazda CX-5 bei den Händlern. Ich war mit dem neuen Mazda CX-5 vorher auf Probefahrt, um zu prüfen, wie sich der Mazda CX-5 der Generation 2017 fährt.

Als Mazda 2012 die erste CX-5-Generation vorstellte, war der kompakte SUV der Aufbruch zu neuen Ufern. Denn zur Premiere des SUV sprach der japanische Autobauer, der bis zu diesem Zeitpunkt zwar für gute Autos aber auch wenig Flair stand, plötzlich von Emotionen. Dazu definierte Mazda Kunstworte wie KODO, SKYAKTIV und „Jinba-Ittai“. Ich gebe zu, dass ich das am Anfang für Marketing hielt. Nicht falsch verstehen, ich mag Mazda!

Deshalb weiß ich, dass Mazda schon im Sommer 1987 in der Zeitschrift „auto motor und sport“ die etablierte europäische Konkurrenz düpierte. Damals gewann der Mazda 626 als erster Japaner einen Vergleichstest. Zusammen mit dem zwei Jahre später vorgestellten Mazda MX-5 beflügelte dieser Erfolg das Image von Mazda. Trotzdem blieb Mazda im Kern eine Marke für preisbewusste Autokäufer, kämpfte eher mit Opel und Ford als mit BMW oder Audi um Kunden. Deshalb klangen die Pläne 2012 durchaus ambitioniert.

Doch Mazda lieferte!

Die Kunden entdeckten die Marke Mazda neu. Der CX-5 stieg zum erfolgreichsten Modell des japanischen Autobauers in Deutschland auf. Selbst 2016 brachte Mazda mehr als 17.104 CX-5 in Deutschland auf die Straße. Das ist respektabel. Trotzdem soll der Nachfolger diese Zahl bald übertrumpfen. 2018 will Mazda 20.000 Exemplare des SUV auf die Straße bringen. Das klappt, wenn denn der Neue den Schwung des Vorgängers mitnimmt.

Und danach sieht es aus! Bereits vor der offiziellen Händlerpremiere unterzeichneten mehr als 1.700 Kunden einen Kaufvertrag für einen neuen Mazda CX-5 der zweiten Generation. Das ist für ein Auto, das die Kunden bisher nicht ansehen konnten, eine stolze Zahl. Nach der Testfahrt mit dem CX-5 der zweiten Generation bin ich überzeugt, wenn der Mazda CX-5 ab dem kommenden Wochenende offiziell bei den Händlern steht, verstärkt sich die Dynamik des Verkaufs nochmals.

Was ist neu beim neuen Mazda CX-5?

Schon auf den ersten Blick macht der Neue klar, wie Mazda seine Designsprache mit dem CX-5 neu ausrichtet. Autobauer ergänzen die Grundform ihrer Fahrzeuge gerne um Elemente, die für die Funktion nicht notwendig sind. Besonders in Asien ist es üblich, Sicken oder Lichter oder künstlich zu teilen oder herauszuziehen, um Modellen mehr Kontur zu geben. Mazda bricht mit dieser Tradition!

Tom mit dem neuen Mazda CX-5 (Foto: Mazda / vandervaartfotografie.nl)

Weniger ist mehr, heißt die neue Losung der Designabteilung. Daher reduziert Mazda die Zahl der Gestaltungselemente. Schon bei der Studie Mazda RX-Vision überraschte Mazda mit einem absolut schnörkellosen Design. Mit dem neuen Mazda CX-5 kommt jetzt das erste Modell auf die Straße, das der Vorgabe der Studie folgt. Dabei beweist Mazda, dass die Theorie der Studie auch im Alltag eine hervorragende Figur macht.

Die Schnörkellosigkeit wird an der Unterkante des Greenhouse deutlich. Beim Vorgänger verfügt die Schulterlinie des Fahrzeugs über einen Knick. Dieser teilt die Linie in zwei Teile. Das grenzt Vorder- und Hinterwagen optisch voneinander ab. Beim neuen Mazda CX-5 verläuft die Schulterlinie ohne Unterbrechung in einem Strich von vorne nach hinten. Das sorgt für die gewünschte Leichtigkeit des Designs.

Technisch hat die Entwicklermannschaft bei Mazda unter der Leitung von Projektleiter Masaya Kodama den CX-5 konsequent weiterentwickelt. Die neue Karosserie ist um 15 Prozent steifer als die des Vorgängers. Zusammen mit dem neuen Fahrwerk steigert das die Agilität des Neuen, wie die Testfahrt auf kleinen kurvigen Landstraßen eindrucksvoll bestätigt. Der SUV setzt trotz seiner komfortbetonten weichen Abstimmung meine Lenkbefehle präzise und direkt um. In diesem Teil des Tests kann der CX-5 definitiv bei mir punkten.

Auch mit dem Geräuschkomfort im Innenraum punktet der CX-5!

Denn bei den Geräuschen ist den Entwicklern ein großer Schritt gelungen. Mazda hat konsequent Vibrationen und Geräusche bekämpft. Hohle Stabilisatoren und dynamische Dämpfer in den vorderen Federbeinen verhindern die Weiterleitung von Vibrationen. Geräuschbrücken, die sonst hochfrequenten Sound der Reifen in Richtung des Innenraums transportieren, blockierten die Techniker.

Die aerodynamische Karosserie (Luftwiderstand minus sechs Prozent) mit versteckten Scheibenwischern und kleineren Spaltmaßen senkt ebenfalls die Geräuschentwicklung. Mazda spricht davon, dass Mazda die Geräusche im Innenraum des Neuen im Vergleich zum Vorläufer um zehn Prozent absenken konnte. Im Test fühlt sich das nach mehr an! Ich kenne in dieser Fahrzeugklasse kein anderes Fahrzeug, in dem so wenig Außenlärm zu den Insassen vordringt.

Ebenfalls zu gefallen weiß der Innenraum. Die Testwagen, die Mazda zur Pressevorstellung mitbrachte, vermitteln einen guten Qualitätseindruck. Die Instrumente und Bedienelemente sind so arrangiert, dass selbst ich mit meinem überdurchschnittlich langen Körper alles gut ablesen und bedienen kann. Obwohl ich für meinen Geschmack zu dicht am Armaturenbrett sitze. Ich wünsche etwas mehr Spielraum für die neu gestalteten Sitze.

Mit dem optionalen advanced Head-up Display projiziert Mazda Informationen auf die Windschutzscheibe. Das funktioniert auch bei gleißendem Sonnenlicht gut. Bei Wettbewerbern habe ich mehrfach erlebt, dass ich wegen meiner Länge nicht das ganze Display sehen kann. Bei Mazda sehe ich alles. Leider ist das advanced Head-up Display, das zum 990 Euro teuren Technik-Paket gehört, nur in der Top-Ausstattungsvariante Sports-Line verfügbar.

Das neugestaltete Lenkrad liegt gut in der Hand. Der höher als im Vorgänger positionierte Schalthebel überzeugt mit kurzen Schaltwegen. Beim Fahren verstehe ich, was Mazda mit „Jinba-Ittai“ meint. Der neue Mazda CX-5 sitzt wie ein sportlich knapp geschnittener Anzug. Trotzdem komme ich nach einer mehrstündigen Testfahrt fit und ausgeruht am Ziel an. So sieht eine harmonische Beziehung zwischen Fahrer und Auto aus – „Jinba-Ittai“.

Wie ist der Mazda CX-5 motorisiert?

Zum Start bietet Mazda zwei Diesel und zwei Benzin-Motoren im Mazda CX-5 an. Die 2,2 Liter großen Diesel leisten 150 PS und 175 PS. Den stärkeren der beiden Diesel liefert Mazda ausschließlich mit Allradantrieb. Nur der Einstiegsdiesel ist mit Vorderradantrieb verfügbar. Zudem bietet Mazda zum Diesel für beide Antriebsvarianten optional zum serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe eine Sechsgang-Automatik an.

Beim zwei Liter großen Benziner ist die Automatik nur in Verbindung mit Allradantrieb kombinierbar. Interessant ist, dass der Benziner mit Frontantrieb 165 PS leistet, während sich die Allradversion mit 160 PS bescheiden muss. Offensichtlich erfordern die zusätzlichen Antriebskomponenten, die den Antrieb der Hinterachse übernehmen, Platz. Weshalb Mazda bei den Allrad-Versionen die Auspuffanlage ändert.

Im Sommer folgt ein 2,5-Liter Benziner mit Zylinderabschaltung!

Im Sommer ergänzt Mazda das Motorenprogramm um einen 2,5 Liter großen Vierzylinder-Benziner. Das Spitzenaggregat, das ausschließlich mit Allradantrieb und Automatik verfügbar sein wird, leistet 194 PS und verfügt über ein maximales Drehmoment von 258 Newtonmetern. Erstmals verfügt dieser Motor über eine Zylinderabschaltung. Im Teillastbereich stellen die Zylinder eins und vier den Betrieb ein. Diese Technik reduziert, wenn sich das Fahrzeug mit konstanter Geschwindigkeit bewegt, den Kraftstoffverbrauch.

Ich war auf meiner Probefahrt mit dem stärksten Diesel unterwegs. Wobei ich sowohl die Version mit Sechsgang-Schaltgetriebe als auch die Automatikvariante fahren konnte. Auf der Strecke zeigte sich der Mazda CX-5 unaufgeregt. Grundsätzlich ist ein Auto mit 175 PS Leistung und 420 Newtonmeter Drehmoment mehr als ausreichend motorisiert. Auch wenn Mazda den Motor im CX-5 mit einem langen fünften und sechsten Gang einschnürt.

Doch das ist der Blickwinkel des Sportfahrers, der sich immer mehr Dynamik wünscht. Die Stärke des Mazda CX-5 ist das souveräne Gleiten. Dabei schlägt sich der 2,2-Liter großen Diesel gut. Im RealLift-Test mit viel Stadtverkehr und einigen Autobahn-Etappen verbrauchte ich mit beiden CX-5 rund sieben Liter pro 100 Kilometer. Kollege Frank Kreif von der Zeitschrift Trenddokument schaffte konstant eine Sechs vor dem Komma. Ja ich weiß, Verbrauch liegt am Fahrer, um Kommentaren zum Vergleich mit dem Kollegen vorzubeugen!

Was bietet Mazda noch?

Wie bisher gibt es bei Mazda vier Ausstattungslinien. Schon die Grundversion Prime-Line verfügt über einen City-Notbremsassistenten und Kopf- und Schulter-Airbags vorne. Dazu sind eine Klimaanlage, ein Radio-Sound-System und elektrisch anklappbare Außenspiegel an Bord. Serienmäßig sind Voll-LED-Scheinwerfer mit Scheinwerferreinigungsanlage. Ein Feature, das bei vielen anderen Herstellern noch ein Extra ist.

In der Center-Line temperiert eine Klimaautomatik den Innenraum. Zudem ziehen mit der Center-Line eine Freisprecheinrichtung sowie ein Licht- und Regensensor in den CX-5 ein. Mit der Exclusive-Line bekommt der CX-5 eine Ausparkhilfe und einen Spurwechsel-Assistenten. Außerdem leuchtet der CX-5 der Exclusive-Line die Kurven mit einem dynamischen Kurvenlicht aus und empfängt DAB-Sender.

Das Spitzenmodell Sports-Line lässt keine Wünsche mehr offen. Es hält mit einer aktiven Lenkunterstützung die Spur, verfügt über Matrix-LED-Scheinwerfer und eine Rückfahrkamera. Mir gefällt die Lautsprecheranlage von Bose gut. Den Test mit Musik von Jamiroquai besteht der Mazda CX-5 mit Auszeichung. Auch wenn ich im Menü schmunzeln muss. „Balance“ und „Fader“, für Musik-Freunde gesetzte Begriffe, heißen bei Mazda „Ausgleich“ und „Ausblenden“.

Fazit zum Mazda CX-5 der Generation 2017?

Auf der ersten Probefahrt offenbarte der Mazda CX-5 des Jahrgangs 2017 keine echten Schwächen. Es wäre schön, wenn sich der Fahrersitz weiter zurückschieben lassen würde. Es wäre auch schön, wenn die USB-Ports mehr Strom liefern würden. In 90 Minuten lud der CX-5 mein zuvor schlappes Iphone nur zu rund ¾ auf. Hier sind andere Autos schneller. Doch das sind Kleinigkeiten. Keiner dieser Punkte gefährdet den Erfolg des neuen Mazda CX-5. Denn auf der anderen Seite stehen jede Menge Pluspunkte.

Im Innenraum hat Mazda bei der Geräuschkulisse den Standard seiner Klasse neu definiert. Das Fahren mit dem SUV geht leicht und komfortabel von der Hand. Das neue hübsche Karosseriekleid ist gefällig und vom Fahrerplatz aus gesehen übersichtlich. Das serienmäßige LED-Licht verdeutlicht das gute Ausstattungsniveau, denn das gibt es bei Anderen meist nur als Extra. Insofern ist sich Mazda treugeblieben. Bei Mazda gibt es viel Auto fürs Geld.

Zusammengefasst: Der Mazda CX-5 ist seit dem Debüt 2012 ein Erfolgsmodell. Jetzt stellt der japanische Autobauer die zweite Generation des CX-5 vor. Nach der ersten Testfahrt bin ich sicher, der neue Mazda CX-5 wird die Erfolgsgeschichte des Vorgängers fortschreiben.

Mazda CX-5 (2017)

Mazda CX-5 (2017)
9.75

Fahrspaß und Dynamik

9/10

    Komfort und Eleganz

    10/10

      Sicherheits- und Assistenzsysteme

      10/10

        Preis und Leistung

        10/10

          Gefällt mir

          • Serienmäßiges LED-Licht
          • Karosseriedesign
          • Komfort

          Gefällt mir nicht

          • Dem Fahrersitz fehlen wenige Zentimeter Spielraum
          • USB-Ports liefern wenig Strom
          Ähnliche Artikel
          Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:
          Tom unterwegs im Mazda CX-5

          Foto: Mazda / vandervaartfotografie.nl
           

          0 Kommentare

          Schreibe einen Kommentar

          Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.