Markenpokale haben bei Renault eine lange Tradition. 2018 setzt der französische Autobauer diese Tradition mit dem Alpine Europa Cup fort. Auf sechs europäischen Rennstrecken treten speziell vorbereitete Alpine A110 Cup zum Rennen an.

Für die neue Rennserie baut Renault Sport zusammen mit dem Rennstall Signatech ein spezielles Rennfahrzeug. Es basiert auf dem Serienmodell der neuen Alpine. Für den Renneinsatz gibt es allerdings ein spezielles Rennfahrwerk. Zum Fahrwerk des Cup-Fahrzeugs gehört an der Vorderachse ein Hilfsrahmen, um die Befestigung der oberen Querlenker zu ändern. Auch an der Hinterachse verlegen die Techniker die Anlenkpunkte der oberen Querlenker. Hier stützen sich die Querlenker über zusätzliche Längsträger auf dem Überrollkäfig ab.

Im Rennwagen dämpfen Stoßdämpfer des schwedischen Herstellers Öhlins das Fahrzeug. Diese verfügen über individuell justierbare Zug- und Druckstufen. Mit ihnen können die Teilnehmern ihren Rennwagen optimal auf die jeweilige Rennstrecke abstimmen. Die Verzögerung der Renn-Alpine übernimmt eine spezielle Bremsanlage von Brembo. 6-Kolben-Bremsättel aus Magnesium drücken die Bremsklötze auf Bremsscheiben im 355-Millimeter-Format vorne und mit 330 Millimeter Durchmesser hinten.

Der Motor des Rennwagens basiert auf dem Serientriebwerk

Doch im Renneinsatz atmet der 1,8-Liter-Turbomotor mit Benzin-Direkteinspritzung durch einen speziellen Sportluftfilter und einen spezielle Auspuffanlage für den Rennbetrieb. Dadurch steigt die Leistung des Vierzylinders um 18 PS auf 270 PS. Das maximale Drehmoment liegt unverändert bei 320 Newtonmetern. Diese Kraft fließt über ein sequenzielles Sechsganggetriebe und die Hinterräder auf die Straße.

Die Rennwagen rollen auf Slicks von Michelin. Ein Sperrdifferenzial mit limitiertem Schlupf verbessert die Lenkpräzision. Im Innenraum sitzen die Teilnehmer in einer Rennschale mit integrierter Kopfstütze. Ein Sechspunktgurt hält sie fest im Sitz. Mir gefällt, dass der Rennwagen über eine individuell einstellbare Pedalerie und Lenksäule verfügt. Das ermöglicht, den Rennwagen auf Fahrer unterschiedlicher Größen anzupassen.

Pedanterie im Alpine A110 Cup
Die Pedalerie im Alpine A110 Cup ist verstellbar. Damit ist der Rennwagen für unterschiedliche Fahrer anpaßbar.

2018 tritt der Alpine Europa Cup auf sechs europäischen Rennstrecken an. Im Kalender stehen der Circuit Paul Ricard, Hockenheim, Dijon-Prenois, Silverstone, Spa-Francorchamps sowie der Circuit de Catalunya in Barcelona. Jedes Rennwochenende umfasst jeweils zwei 30 Minuten lange Rennläufe. Noch nicht bekannt ist, im Rahmen welcher Meetings der neue Markenpokal von Renault fährt.

Signatech baut 20 Rennwagen für den Alpine Europa Cup auf

Den Renault-Partner kennen Fans der Langstrecke als Einsatzteam des Alpine A 470 in der Sportwagen-Weltmeisterschaft. Der Preis der Rennwagen liegt bei 100.000 Euro zuzüglich Steuern. Angesichts der technischen Daten, die Renault zum neuen Cup-Rennwagen veröffentlicht, klingt das nach einem fairen Preis. Denn die Alpine bewegt sich damit auf dem Niveau des Renngeräts im jüngst eingestellten Audi TT Cup.

Renault lässt mit dem neuen Markenpokal für die Alpine eine lange Tradition aufleben. Schon 1966 schrieb Renault den „Coupe Gordini“ aus. Später lies Renault den Renault 5 (1974 bis 1984), den Renault 21 sowie den Alpine GTA V6 Turbo (1985 bis 1988) rennen. Besonders der Renault 5 Pokal war legendär und brachte viele Talente hervor, die sich in höhere Rennserien hinaufkämpften.

Schließlich sitzen alle Teilnehmer im gleichen Fahrzeug. Das sorgt für heiße Rennen und macht Talent schnell sichtbar. Nebenbei freut mich, dass sich Renault gegen den Trend stellt. Denn in den letzen Jahren wirkte es, als ob Markenpokale in Europa eine aussterbende Gattung sind. Volkswagen ließ mit dem Audi TT Cup seinen letzten Markenpokal gerade auslaufen. Bei Ford gibt es seit Jahren keine Markenpokale mehr.

 

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Alpine A110 Cup beim Test

Foto: Renault