Motorsport

Was tippt Ihr? Wer siegt am kommenden Wochenende beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans?

Toyota TS040

Zusammen mit vier anderen Auto-Bloggern, die ich am kommenden Wochenende in Le Mans treffen werde, traue ich mir einen öffentlichen Tipp zu. Was meint Ihr, welches Team siegt beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans?

Natürlich ist Le Mans immer für Überraschungen gut. Das macht das Rennen für Le Mans Novizen und für alte Hasen spannend und das Tippen nicht einfach. Trotzdem müsste schon eine Menge unvorhergesehenes passieren, wenn am Ende kein Fahrzeug aus der Top-Kategorie LMP1 siegt. Das reduziert den Kreis der Verdächtigen auf drei Hersteller und sieben Rennwagen. Denn während Audi mit drei Fahrzeugen ins Rennen geht, bringen Porsche und Toyota jeweils zwei Rennwagen an den Start.

Ohne Chance sind wohl die privaten LMP1-L von Rebellion. Sie haben zwar einen Gewichtsvorteil, müssen dafür aber ohne die Extraleistung der Hybridtechnik auskommen. Das macht sich besonders beim Rausbeschleunigen aus den Kurven bemerkbar. Beim Le Mans Testtag vor zwei Wochen verloren die Schweizer pro Runde rund sieben Sekunden auf die Topteams. Zuviel, um im Kampf um den Sieg ernsthaft ein Wörtchen mitreden zu können.

Rebellion fehlen offensichtlich Testkilometer. Der in Zusammenarbeit mit Oreca entwickelte R-One wurde verspätet fertig. Beim Saisonauftakt der Sportwagen-Weltmeisterschaft (WEC) in Silverstone setzte das Team noch das Vorjahresauto ein. Erst beim zweiten Saisonlauf der WEC in Spa erlebte der Rennwagen seine Feuertaufe. Immerhin, ankommen vorausgesetzt, hat Rebellion den Klassensieg der privaten LMP1-L sicher. Konkurrent Lotus verzichtet mit dem unter der Regie von Colin Kolles entwickelten T-129 inzwischen auf den Startplatz.

Audi, Porsche oder Toyota?

Ein wichtiger Punkt im Langstreckensport ist die Effizienz. Beim Le Mans Testtag Anfang Juni waren 13 Runden pro Tankfüllung der Standard. Was prompt Anlass für Spekulationen gab, ob die Teams beim Test tatsächlich mit offenen Karten spielten. Denn mit denkbaren 14-Runden-Stints lassen sich – über die Distanz des Rennens gesehen – gleich zwei Tankstopps und damit Standzeit einsparen.

Bei den Rundenzeiten lagen am Testtag alle Topteams innerhalb von weniger als zwei Sekunden. Am schnellsten war der Toyota mit der Startnummer 8, den Anthony Davidson mit einer Tagesbestzeit von 3:23.014 Minuten um den Kurs prügelte. Teamkollege Kazuki Nakajima konnte in zweiten Toyota (#7) 3:23.156 Minuten fahren.

Auf einer mehr als 13 Kilometer langen Strecke ist das eigentlich kein nennenswerter Unterschied. Toyota hat mit den Zeiten die gute Form aus den beiden ersten Saisonrennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft bestätigt. Die Japaner gewann beide bisher ausgetragenen Läufe und kommen als WM-Führende nach Le Mans. Womit ihnen die Rolle der Favoriten zuwächst. Auch unter den Bloggern, die an dieser Tipprunde teilnehmen, zeichnet sich das ab. Sebastian glaubt einen Toyota-Sieg der Startnummer 8, die Le Mans Novizen Alexandra und Thomas an einen Sieg der Startnummer 7.

Audi verlor beim WEC-Saisonauftakt in Silverstone in Chassis und musste für den Einsatz bei den 24-Stunden-Rennen von Le Mans ein neues Fahrzeug aufbauen. Auf eine Runde lagen die schnellsten Audi beim Testtag knapp vor dem schnellsten Porsche. Tom Kristensen (#1) und Filipe Albuquerque (#3), dessen Mannschaft Lisa den Sieg zutraut, fuhren beide mit 3:24.453 die gleiche Zeit.

Romain Dumas (#14) kam im besten Porsche auf 3:24.692 Minuten. Dicht gefolgt von Marcel Fässler, der im dritten Audi (#2) eine Zeit von 3:24.757 Minuten erreichte. Brendon Hartley (#20) im zweiten Porsche fiel mit 3:24.911 Minuten etwas ab. Trotzdem ist dieser Porsche der Tipp von Bernd, der vor 20 Jahren das DTM-Auto seiner Freunde in die Startaufstellung schob.

Und mein Siegtipp für die 24-Stunden von Le Mans?

Fangen wir mal einfach an. Fest steht, der Sieger vertraut auf Reifen von Michelin. Denn alle LMP1-Rennwagen rollen auf dem schwarzen Gold aus Frankreich. Unter Berücksichtigung der Zeiten des Testtags und der beiden ersten WEC-Saisonläufe sehe ich Toyota leicht im Vorteil. Audi kommt, erstmals seit vielen Jahren, „nur“ als Außenseiter nach Le Mans. Das ist erfahrungsgemäß keine schlechte Position, weil der Druck auf den Favoriten liegt.

Bei Porsche ist alles neu. Seit 1998 war das Werksteam in Le Mans nicht mehr in der Topklasse vertreten. Der Porsche 919 liegt auf dem Niveau der Audi. Trotzdem glaube ich noch nicht an den 17. Porsche-Sieg in Le Mans. Dazu müssten meiner Meinung nach beide Toyota ausfallen und auch bei Audi Probleme auftreten.

Bei den Piloten ist Audi im Vorteil

Ein wichtiger Punkt in Le Mans ist Erfahrung. Dieser Punkt spricht für Audi. Der Fahrerkader der Ingolstädter ist auch in der Breite hervorragend besetzt. Die Porsche-Piloten Mark Webber (#20) und Neel Jani (#14) müssen sich auf der Langstrecke noch als Top-Piloten beweisen. Webber kommt aus der Formel 1 und betritt auf der Langstrecke Neuland. Die Erfahrungen mit den GT1-Mercedes liegen 15 Jahre zurück und haben in der Gegenwart nur wenig Wert.

Toyota hat – ähnlich wie Audi – einen gleichwohl ausgeglichenen wie auch erfahrenen Kader. Die Toyota-Mannschaft von Anthony Davidson, Nicolas Lapierre und Sébastien Buemi gewann beide WEC-Saisonrennen. Sie liegt damit in der WM-Wertung in Front. Mit einem Sieg bei den 24-Stunden-Rennen von Le Mans, der in der WM doppelt Gewicht hat, entschweben die drei Piloten fast schon uneinholbar zum Titel. Trotzdem glaube ich, an einen Erfolg des anderen Toyotas mit Alexander Wurz, Stéphane Sarrazin und Kazuki Nakajima.

Und ihr?

Was glaubt Ihr, wer gewinnt die 24-Stunden von Le Mans 2014? Wie sehen Eure Tipps aus?

7 Kommentare

  1. Auch ich würde in diesem Jahr auf einen Toyota-Sieg setzen, allerdings halte ich dagegen und sage: die #8 macht’s.

    So oder so wünsche ich viel Spaß in Le Mans! :)

  2. Ja, wird Toyota, aber eher die 8. , die ist besser besetzt .

  3. Es wir wie immer, Audi macht es. Wobei ich bisher gestern an das Kristensen Auto gedacht hätte. Jetzt wird es Lotterer

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