Motorsport

Porsche stellt die LMP1 Ende 2017 ins Museum – und wechselt auch in die Formel E

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Offensichtlich ist es gerade keine gute Zeite für den Motorsport, den wir bisher kennen. Erst gestern erst habe ich hier im Blog über den Rückzug von Mercedes aus der DTM geschrieben. Parallel zu meinem Artikel kündigte die FAZ bereits den Ausstieg von Porsche aus der LMP1 an.

Inzwischen ist dieser bestätigt. Porsche reduziert sein Programm in Le Mans und der Langstrecken-Weltmeisterschaft auf die GT-Klasse. Auch der amerikanischen Rennserie IMSA WeatherTech SportsCar Championship bleiben die GT aus Zuffenhausen erhalten. Die Prototypen der LMP1 stellt Porsche allerdings Ende 2017 ins Museum. Ab 2018 tritt Porsche dann in der Formel E an. In der Pressemeldung, die heute früh in meinem E-Mail-Postfach einschlug, heißt es:

Die Neuordnung des Motorsports leitet sich aus der Porsche Strategie 2025 ab: Porsche setzt hier unter anderem auf einen Mix aus puristischen GT-Fahrzeugen und vollelektrischen Sportwagen wie dem ersten rein batteriebetriebenen Mission E.

Auf diesen zukünftigen Produktmix richtet Porsche auch sein zukünftiges Motorsportprogramm aus. Michael Steiner, der als Entwicklungsvorstand bei der Porsche AG tätig ist, sagt dazu:

„Einstieg und erfolgreiche Präsenz in der Formel E sind die logische Konsequenz unserer Mission E. Wachsende Freiheitsgrade für Eigenentwicklungen machen die Formel E für uns attraktiv. Porsche setzt auf alternative und innovative Antriebskonzepte. Die Formel E ist für uns das ultimative kompetitive Umfeld, um die Entwicklung von High Performance-Fahrzeugen in punkto Umweltfreundlichkeit, Sparsamkeit und Nachhaltigkeit voranzutreiben“

Für die Formel E sind die Nachrichten von Porsche und Mercedes natürlich großartig. Ich verfolge den Motorsport seit fast 40 Jahren. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals so viele Hersteller gemeinsam in einer Serie rannten. Für die Formel E spricht, dass die Formel-Rennserie der FIA ihre Rennen zu den Menschen bringt. Denn die Formel E fährt nicht auf klassischen Rennstrecken, sondern mitten in den Städten.

Zusammen mit dem Thema Elektromobilität lockt das auch Menschen zu den Rennen, die wahrscheinlich sonst nie zum Motorsport kommen würden. Aber mal gucken, wann auch in der Formel E die üblichen Mechanismen einsetzen, wenn die Vorstände merken, dass es auch in der Zukunft des Motorsports immer nur einen Sieger gibt. Erst wenn die ersten Hersteller einer Serie den Rücken kehren, zeigt sich, wie stabil sie wirklich ist.

Damit Porsche auch in der Formel E in die Siegerstraße fahren kann, startet die Entwicklung des notwendigen Renngeräts schon in diesem Jahr. Parallel dazu stärkt Porsche sein GT-Engagement. Auch hier trifft Porsche auf eine – historisch betrachtet – ungewöhnliche Hersteller-Vielfalt. Porsche ist sich in der Pressemeldung bewusst, dass es Investitionen erfordert, um mit dem Klassiker 911 gegen die gewachsene GT-Konkurrenz zu bestehen.

Und was passiert jetzt mit der LMP1?

Gut möglich, dass ohne Porsche auch Toyota sein LMP1-Projekt überdenkt. Denn selbst wenn die Japaner aus Köln 2018 endlich zum Le Mans Sieg fahren würden, sportlich wäre ein Erfolg ohne echten Wettbewerber wertlos. Denn weder Kolles noch Ginetta werden in der LMP1 mit Toyota auf Augenhöhe sein. Wer weiß, vielleicht sind die GT schneller wieder die Top-Klasse in Le Mans, als wir heute denken. Und dann hätte Porsche möglicherweise alles richtig gemacht!

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