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Ein Formel 5000 in den Alpen!

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Ich mag die Ennstal Classic. Die von Helmut Zwickl und Michael Glöckner ersonnene Oldtimer-Rallye bietet Motorsport zum Anfassen. Und sie glänzt jedes Jahr mit Highlights, die so vorher wohl niemand auf dem Zettel hatte. Der Start dieses March aus der Formel 5000 bei der Racecar-Trophy der Ennstal Classic ist so ein Fall.

Ich finde das Foto, das den Formel-5000-Monoposto vor der imposanten Alpen-Kulisse zeigt, großartig. Natürlich weiß ich, dass ein Rennwagen der von 1968 bis 1976 ausgetragenen Rennserie nicht DA hingehört. Aber genau das macht für mich den Reiz dieses Fotos aus. Mit der Formel 5000 schuf der Sports Car Club of America (SCCA) Ende der 1960er-Jahre eine eigene Fahrzeugklasse.

Das Prinzip der Formel 5000 war – vereinfacht – das Folgende: In Formel-1-Monoposto bauten die Amerikaner großvolumige heimische V8 mit maximal fünf Liter Hubraum ein. Das war möglich, weil damals Rennwagenbauer wie Lola oder Brabham die passenden Rennwagen praktisch von der Stange lieferten. Daneben erkannten auch Dan Gurney, Bruce McLaren und John Surtees, dass sie in der Serie mit ihren Fahrzeugen Geld verdienen können.

Dabei half auch, dass die Fahrzeugklasse schnell auch international Fuß fasste. Denn nach der US-Serie etablierten sich auch Meisterschaften in Südafrika, in Europa sowie in Australien und Neuseeland. Die von Serienmotoren abstammenden Aggregate waren haltbar und günstig. Das senkte die Einsatzkosten. Den ihrer Herkunft geschuldeten Gewichtsnachteil glichen die Motoren mit ihrem satten Drehmoment aus.

Formel 5000 bei der Racecar-Trophy im Ennstal (Foto: GEPA Pictures)

Mit sattem Preisgeld sorgte der SCCA in den USA für volle Starterfelder. Doch Motorsport-Politik lies die Serie Mitte der 1970er-Jahre auslaufen. Nur in Australien und Neuseeland hielt die Formel 5000 noch bis Anfang der 1980er-Jahre durch. Dann endete auch „Down Under“ das Kapitel von Serienmotoren in Monoposto-Rennwagen. Immerhin bleibt, dass von Zeit zu Zeit einige der Rennwagen im historischen Motorsport auftauchen.

Wie kommt ein Formel 5000 in die Alpen?

Auf dem Foto zur Racecar-Trophy der Ennstal Classic treibt Peter Schleifer den Berg hinauf. Freunde des historischen Motorsports kennen den Günzburger von den Einsätzen seiner historischen Sportwagen aus der CanAm und Interserie. Daneben besitzt Schleifer auch einen Formel 5000 von March. Der britische Rennwagenbauer lieferte diesen Rennwagen ursprünglich 1972 an den Briten John Cannon.

Das Chassis des Boliden ist dem ähnlich, das Niki Lauda im gleichen Jahr in der Formel 1 einsetzte. March leitete den Formel 5000 vom damaligen Formel-1-Boliden ab. Für Vortrieb in Schleifers Rennwagen sorgt ein Chevrolet-V8 mit rund 500 PS Leistung. Damit ist der Formel 5000 von Schleifer ein ganz typischer Vertreter seiner Art. Denn Chevy-Power war vor gut 40 Jahren das Standard-Triebwerk der Formel 5000.



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Formel 5000 bei der Racecar-Trophy im Ennstal

Foto: GEPA Pictures
 

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