1968 kommt (endlich) der Dino auf die Strasse. Mehr als 150 historische Sportwagen strömten Anfang Juli nach Maranello, um das 50-jährige Jubiläum des ersten Straßen-Dino zu feiern. Dabei entstand dieses einzigartige Foto. Auch wenn diese Feier jetzt schon eine Woche zurückliegt. Dieses Foto wollen wir Euch nicht vorenthalten.

Mit dem Dino 206 GT setzt Enzo Ferrari seinem früh verstorbenen Sohn Alfredo ein automobiles Denkmal. Alfredo „Dino“ Ferrari war der Sohn von Enzo Ferrari und dessen Ehefrau Laura Garello und galt als designierter Nachfolger seines Vaters. Nach dem Abschluss eines Ingenieurstudiums trat Dino ins Unternehmen des Vaters ein. Hier arbeitete der Junior sowohl im Sportwagenbau als auch in der Rennabteilung mit.

50 Jahre Dino – großartigen Luftbild
50 Jahre Dino – großartigen Luftbild – Foto: Ferrari

Auf Anregung des Juniorchefs entstand ab 1955 ein Motor für die Formel 2 mit ihren 1,5-Liter-Triebwerken. Während Chefingenieur Vittorio Jano einen konventionellen 60°-V6 anregte, legte Dino Ferrari die Grundzüge für einen 65°-V6-Motor fest. Enzo Ferrari stimmte diesem unkonventionellen Vorschlag seines Sohns zu. Durch seinen frühen Tod in Juni 1956 in Folge einer Muskeldystrophie erlebte Dino Ferrari die Fertigstellung seines Motors nicht mehr.

Der Dino V6 debütiert 1957 bei einem Formel-2-Rennen. Ein Jahr später fährt Mike Hawthorn mit einer 2,4 Liter großen Version des Motors in der Formel 1 zum WM-Titel. Als die FIA 1961 für die Königsklasse 1,5 Liter große Motoren vorschreibt, gewinnt Phil Hill mit dem Dino-V6-Motor den zweiten WM-Titel. Daneben entstehen auf der Grundlage des Dino-Motors weitere Varianten mit bis zu drei Liter Hubraum für die Sportprototypen des Hauses.

Ferrari fährt mit dem Dino-Motor zu zahlreichen Siegen!

Wobei in der Regel das von Dino Ferrari definierte Design mit einem Gabelwinkel von 65°, zwei oben liegenden Nockenwellen je Zylinderbank, Doppelzündung und Trockensumpfschmierung zum Einsatz kommt. Für den Dino 196SP, mit dem 1962 Ludovico Scarfiotti die Europa-Bergmeisterschaft gewinnt, entsteht eine einfachere Version mit 60° Zylinderwinkel, nur einer oben liegenden Nockenwelle pro Zylinderbank, Einfachzündung und Nasssumpfschmierung. 

Doch als die Commission Sportive Internationale (CSI) der FIA 1965 neue Formel-2-Regeln aufstellt, hat Ferrari ein Problem. Denn nach den neuen Regeln dürfen ab 1967 in der Formel 2 Rennwagen mit 1,6 Liter Hubraum und maximal sechs Zylindern teilnehmen. Allerdings muss der Motorblock von einem Serienfahrzeug stammen, von dem in zwölf aufeinanderfolgenden Monaten mindestens 500 Exemplare die Werkshalle verlassen müssen, um den Motor einsetzen zu dürfen.

Drei der Autos aus dem Luftbild zum 50. Geburtstag des Dino
Drei der Autos aus dem Luftbild zum 50. Geburtstag des Dino. Sie stehen oben in der ‚0‘ der ’50‘  – Foto Ferrari

Technisch passen die neuen Regeln optimal zum optimal zum Dino V6, doch die Stückzahlen kann Ferrari Mitte der 1960er-Jahre bauen. Trotzdem bekommt Franco Rocchi den Auftrag, eine neue Version des Dino V6 zu konstruieren. Rocchi entscheidet sich wieder für einen Zylinderwinkel von 65°, zwei oben liegende Nockenwellen und Doppelzündung. Zudem plant Rocchi zweigleisig. Neben einer Straßenvariante entsteht auch eine Rennsportversion.

Der Dino 206 GT entsteht!

Parallel dazu entsteht bei Pininfarina die Studie „Dino 206 GT Speciale“, die 1965 auf dem Pariser Auto Salon zu den Stars gehört. Von ihr leitet Ferrari das spätere Serienmodell ab. Es wird 1967 in Frankfurt der Weltöffentlichkeit präsentiert. Doch da im vergangenen Jahr der 70. Geburtstag des Unternehmen Ferrari die Feierlichkeiten bestimmte, orientierte sich Ferrari bei der Feier für den Dino am Produktionsstart.

Denn erst ab März 1968 entstanden 152 Exemplare des Dino 206 GT. Zu dieser Feier traten Anfang Juli mehr als 150 Dinos die Reise nach Maranello an. Auf dem Gelände der Ferrari-Teststrecke in Fiorano entstand dabei dieses wunderbare Foto. Neben dem Ur-Dino 206 GT sind übrigens auch die ab 1969 gebauten Dino 246 GT. Von diesem Sportwagen entstanden bis 1975 rund 3.000 Exemplare.

Erst mit dem Dino 246 GT hätte Ferrari übrigens die Voraussetzung für den Start in der Formel 2 erfüllt. Doch Enzo Ferrari hatte mit Gianni Agnelli einen einflussreichen und verlässlichen Freund. Der Fiat-Chef sorgt dafür, dass Fiat den Motor für einen eigenen Sportwagen nutzt. Im Frühjahr 1966 stellt Fiat den Fiat Dino Spider vor. Mit seiner Hilfe meistert Ferrari die Hürde der Homologation. Später treibt der Dino V6 auch den Lancia Stratos an.

 

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