In den 1970er-Jahren war vieles anders. Der US-Präsident war eine Respektsperson und fuhr beim Besuch in Deutschland einen Opel. Beides ist heute kaum vorstellbar. Opel zog sich kurze Zeit später aus der Oberklasse zurück und wurde von seinen US-Inhabern über Jahrzehnte kaputtgespart. Und über den aktuelle US-Präsidenten erübrigen sich alle Worte.

Denn heute heißt der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika Donald Trump. Und Opel ist längst nicht mehr in der Oberklasse vertreten. Doch auch unabhängig davon fliegen die Personenschützer des US-Präsidenten heute bei Bedarf lieber den „Cadillac One“ um die Welt. Dieses speziell für den Einsatz als Repräsentationsfahrzeug entwickeltes Fahrzeug gilt als Panzer auf Rädern. Obwohl genaue technische Details zum auch „Beast“ genannten Fahrzeug als Staatsgeheimnis gelten.

Auch das ein Zeichen dafür, wie sich die Zeiten veränderten. Als 1975 der damalige US-Präsident Gerald Ford Deutschland besuchte, reichte noch ein fast serienmäßiger Opel. Denn als Gerald Ford im Vorfeld der Schlussakte zur „Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ (KSZE) Deutschland besuchte, entstand bei der damaligen GM-Tochter vom Opel Diplomat B V8 eine verlängerte Version. Vom 26. bis zum 28. Juli 1975 rollte der 38. Präsident der USA mit diesem Opel durch Bonn und Gießen.

General Motors als Autobauer der US-Präsidenten

Offensichtlich pflegt der US-Autobauer General Motors (GM) damals wie heute gute Beziehungen zur US-Administration. Denn Cadillac ist eine GM-Tochter. Das war mehr als 80 Jahre auch Opel. Denn schon 1931 schloss General Motors die Übernahme des deutschen Autobauers ab. Und 1975 hätte wohl auch niemand gedacht, dass sich das einmal ändern könnte. Doch Auto-Freunde wissen, dass die Amerikaner das Unternehmen im vergangenen Jahr an Peugeot weiterreichten.

In ein paar Tagen findet in Essen wieder die Techno Classica statt. Die Messe im Herzen des Ruhrgebiets gilt als große Messe für Oldtimer und Youngtimer der Welt. Das nutzen immer wieder auch die großen Autobauer, um in Essen interessante Exponate aus den Magazinen ihrer Klassikabteilungen auszustellen.   Bei der Vorbereitung auf die Techno Classica 2018 stöberte ich mal wieder in meinem umfangreichen Fotoarchiv. Dabei stieß ich auf diesen Opel für Gerald Ford, den Opel vor vier Jahren in Essen ausstellte.

Mit dem Opel Diplomat B V8 feierte Opel vor vier Jahren den 50. Geburtstag seiner KAD-Baureihe. Denn unter den Namen Kapitän, Admiral und Diplomat boten die Rüsselsheimer damals drei Fahrzeuge in der Oberklasse an. Der Diplomat war dabei das Spitzenmodell und war (zunächst) nur mit V8-Motoren lieferbar. Technisch basierte der Diplomat auf den Sechszylinder-Fahrzeugen Kapitän und Admiral und bot im Vergleich zu diesen eine nochmals gesteigerte Ausstattung.

Alle drei waren durchaus interessante  Fahrzeuge und hatten treue Kunden. Ich war mit einem (seltenen)  Admiral mit V8 Motor vor ein paar Jahren bei der Creme21 unterwegs. Trotzdem ist mir bis heute schleierhaft, warum die Rüsselsheimer damals gleich drei unterschiedliche Modelle in der Oberklasse anboten. Zumindest bis 1977, denn dann schloss Opel das Kapitel KAD nach 13 Jahren und zog sich aus der Oberklasse zurück. Denn der Nachfolger Senator war nur noch in der oberen Mittelklasse zu Hause.

 

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Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:

Der Opel Diplomat B V8 den Opel 1975 für den Besuch von US-Präsident Gerald Ford baute.

Gesehen 2014 auf der Techno Classica in Essen (Foto: Tom Schwede)