Am zurückliegenden Wochenende trat der Kampf der Zwerge in Oschersleben an. Das Besondere am Auftritt der Zwerge in der Magdeburger Börde ist, dass die Abarth, Mini und NSU dabei auf die Rennwagen aus der Historischen Automobilrennsport Interessengemeinschaft Ostdeutschland (HAIGO) treffen. Auch wenn ich die Rennen diesmal wegen eines anderen Termins nicht vor Ort moderieren konnte, war 1300ccm.de vor Ort. Denn Fabian Wiedl ließ sich in Oschersleben an der Strecke von den Zwergen begeistern. Dank seiner lebhaften Schilderungen gibt es jetzt hier im Blog für Auto-Natives einen Rennbericht von den Zwergen.

Als Thorsten Babon, der Vorsitzende des Trägervereins Kampf der Zwerge e.V. mir vor ein paar Monaten den Terminkalender der Zwerge schickte, war ich erstaunt. Ich wusste bisher nicht, dass es parallel zum 24-Stunden-Rennen am Nürburgring überhaupt Motorsport-Veranstaltungen in Deutschland gibt. Insofern musste ich bei dieser Terminansetzung natürlich irgendwie an die Geschichte eines gallischen Dorfes denken. Die ganze Motorsport-Welt fährt an diesem Wochenende an den Nürburgring? Die ganze Motorsport-Welt? NEIN! Denn der Kampf der Zwerge und die Tourenwagen der STT fuhren tatsächlich parallel zum 24-Stunden-Rennen tatsächlich in Oschersleben. Kritisch betrachtet sagt das natürlich auch darüber viel aus, dass das große Rennen in der Eifel und die Basis des Motorsports 2018 keine Einheit mehr sind.

Doch lassen wir das, blicken wir nach Oschersleben!

41 Starter folgten dem Ruf des Veranstalters MCS Stuttgart e.V. in die Magdeburger Börde. Doch wer sich die Liste der Teilnehmer näher ansieht, dem fehlen einige Starter, die sonst regelmäßig im Kampf der Zwerge am Start sind. Die Gründe dafür waren unterschiedlich. Einigen Nicht-Startern war die Taktung eines Rennens nur 14 Tage nach dem Saisonauftakt in Hockenheim zu eng. Zudem gilt die Reise nach Oschersleben als beschwerlich. Das lies andere von der Fahrt nach Sachsen-Anhalt Abstand nehmen. Und dann war da natürlich das 24-Stunden-Rennen. Denn zum Rahmenprogramm des Rennens in der Eifel gehören auch die 24-Stunden-Classic. Das ist ein Drei-Stunden-Rennen, das am Freitag auf der Kombination aus Nordschleife und Grand-Prix-Strecke stattfindet. Es lockt traditionell einige der, die ansonsten regelmäßig im Kampf der Zwerge starten, dann eben doch in die grüne Hölle.

Bilder vom Kampf der Zwerge in Oschersleben

41 Starter brachte der Kampf der Zwerge in Oschersleben auf die Strecke
41 Starter brachte der Kampf der Zwerge in Oschersleben auf die Strecke
Rennen 1 im Kampf der Zwerge in Oschersleben
Rennen 1 im Kampf der Zwerge in Oschersleben
Kämpfe im Mittelfeld beim Kampf der Zwerge in Oschersleben
Kämpfe im Mittelfeld beim Kampf der Zwerge in Oschersleben
NSU TT, Lada und Fiat Abarth beim Kampf der Zwerge in Oschersleben
NSU TT, Lada und Fiat Abarth beim Kampf der Zwerge in Oschersleben
Kampf um die Spitze: Kai-Uwe Rossner im Lada hat die Führung von Herbert Wein Junior übernommen.
Kampf um die Spitze: Kai-Uwe Rossner im Lada hat die Führung von Herbert Wein Junior übernommen.
Lada, NSU und Mini beim Kampf der Zwerge in Oschersleben
Lada, NSU und Mini beim Kampf der Zwerge in Oschersleben

Insofern waren die Verantwortlichen froh, dass in Oschersleben traditionell die HAIGO zusammen mit dem Kampf der Zwerge antritt. In der „Historischen Automobilrennsport Interessengemeinschaft Ostdeutschland“ treten die Rennwagen aus dem ehemaligen „Pokal für Frieden und Freundschaft“ an. Dieser Pokal war zu Zeiten des „Eisernen Vorhangs“ die Europa-Meisterschaft des Ostblocks. Neben der „Formel Easter“ für Monoposto und einer Sportwagen-Wertung gab es im „Pokal für Frieden und Freundschaft“ auch eine Tourenwagen-Meisterschaft.

In dieser Meisterschaft rannten Rennwagen von Lada, Skoda, Trabant, Wartung und Zastava. Bis 1985 lag das Hubraumlimit der Tourenwagen im „Pokal für Frieden und Freundschaft“ bei 1,3 Litern. Weshalb die Rennwagen aus dem Ostblock gut zum Kampf der Zwerge passen. Das Zeittraining der gemischten Renngemeinschaft sorgte für eine erste Standortbestimmung. Mit dem Mini von Herbert Wein Junior (1:51.694 Minuten) und dem NSU TT der Mannschaft Schroer-Schroer (1:52.266 Minuten) lagen die „Wessis“ vorne. Doch direkt dahinter lagen gleich fünf Starter der HAIGO. Schnellster dieser Gruppe war Sebastian Dross mit seinem Lada 2101 (1:53.117 Minuten).

Das erste Rennen ging an Lada

Im ersten Rennen setzte sich Herbert Wein Junior zunächst an die Spitze des Felds. Der Mainzer profitierte vom besten Startplatz und übernahm zunächst locker die Führung. Hinter Wein kämpften die Starter der HAIGO fast schon erbittert um die Plätze. Kai-Uwe Rossner im Lada Nova (Lada 2105) gewann bereits in der Startrunde zwei Plätze und sprang auf den dritten Platz vor. Doch damit war der Hunger des Lada-Piloten aus Gera noch nicht gestillt. Jedem an der Strecke war klar, Rossner will mehr. Bereits die zweite Runde beendete der Lada 2105 als erster Verfolger des Minis von Herbert Wein. Rossner profitierte dabei auch davon, dass Sebastian Dross nach eine Dreher in der zweiten Rennrunde bis auf Platz sieben zurückfiel. Auch wenn Dross bereits eine Runde später wieder Dritter war, war damit eine Vorentscheidung gefallen.

Weitere Bilder vom Kampf der Zwerge in Oschersleben

Seltener Gast im Kampf der Zwerge: Alfa Romeo Giulietta Sprint
Seltener Gast im Kampf der Zwerge: Alfa Romeo Giulietta Sprint
Mit 41 Startern konnte sich das Feld im Kampf der Zwerge in Oschersleben sehen lassen.
Mit 41 Startern konnte sich das Feld im Kampf der Zwerge in Oschersleben sehen lassen.
Startphase des zweiten Rennens beim Kampf der Zwerge in Oschersleben
Startphase des zweiten Rennens beim Kampf der Zwerge in Oschersleben
Der Trainingsschnellste der HAIGO Sebastian Dross im Lada 2101 drehte sich in Rennen 1 und verlor einige Plätze.
Der Trainingsschnellste der HAIGO Sebastian Dross im Lada 2101 drehte sich in Rennen 1 und verlor einige Plätze.
Mit den HAIGO Rennwagen kam es zum Kampf der Systeme: Ost gegen West
Mit den HAIGO Rennwagen kam es zum Kampf der Systeme: Ost gegen West
Kampf der Zwerge heißt immer noch auch Kleinwagen
Kampf der Zwerge heißt immer noch auch Kleinwagen

Kurz vor Rennmitte holte Kai-Uwe Rossner den bisher führenden Herbert Wein Junior ein und übernahm die Führung. Daran änderte sich bis ins Ziel nichts mehr. Nach 16 Runden sah der Lada-Pilot als Erster das schwarz-weiß-karierte Tuch. Den zweiten Platz sicherte sich Herbert Wein Junior, der damit auch die Wertung der British Car Trophy für sich entscheiden konnte. Bei den NSU TT sicherten sich Schroer-Schroer den Laufsieg. Stark auch die schnellste Rennrunde, die Andreas Vielgut mit 1:52.233 Minuten  in einem NSU TT drehte. Schnellster Abarth-Pilot war wieder einmal Hubert Nagl, der als Achter ins Ziel fuhr. Mit dem Laufsieg und fünf Piloten unter den ersten zehn erwiesen sich die Piloten der HAIGO in Lauf eins als etwas stärker als die Teilnehmer aus dem Kampf der Zwerge.

Rennen zwei gewinnt ein NSU TT

Auch im zweiten Rennen in Oschersleben bot der Kampf der Zwerge auf der Strecke viel Unterhaltung. Am Start brachte wieder Herbert Wein Junior seinen Mini in Front und übernahm die Führung. Zunächst sah es nach einer „Wiederholung“ des ersten Rennens aus. Denn hinter Wein kehrte Rossner aus der ersten Rennrunde als Zweiter zu Start und Ziel zurück. Doch das Rennen entwickelte sich anders. Denn hinter Rossner brachte Andreas Vielgut seinen NSU TT in Stellung, um schnell auf den zweiten Platz vorzudringen. Aus der achten Runden kehrte der NSU TT dann als Spitzenreiter zurück.

Bis ins Ziel baute Vielgut seinen Vorsprung kontinuierlich aus und fuhr nach 30 Minuten Renndauer mit einem Vorsprung von mehr als 20 Sekunden ins Ziel. Dahinter kam Herbert Wein Junior erneut als Zweiter ins Ziel, während mit Kai-Uwe Rossner sich der Sieger des ersten Laufs den dritten Platz sicherte. Wobei das weniger spannend klingt, als es war. Denn der Lada-Pilot fiel in der vierten Runde des Rennens zeitweise bis auf Platz sechs zurück.

Und nicht nur das! Denn mit einer Rundenzeit von deutlich über zwei Minuten wegen eines Ausflugs neben die Strecke verlor Rossner auch viel „Raum“ zu den Vorausfahrenden. Bis zur 10. Runde „verharrte“ Rossner auf der sechsten Position. Doch der Lada-Pilot war schneller als die Vorderleute unterwegs. Sechs Runden benötigte Rossner, um die Lücke zu den Vorderleuten zu schließen. Aus Runde elf kehrte der Lada „endlich“ als Fünfter zurück. Zwei Runden später war Rossner schon Vierter, um in der Schlussrunde noch Platz drei zu übernehmen.

Die nächste Gelegenheit, den Kampf der Zwerge auf der Strecke zu bestaunen, gibt es vom 22. bis zum 24. Juni wieder im „Osten“. Denn dann tritt der Kampf der Zwerge erstmals bei den Sachsenring Classics an. Auch bei diesem Rennen bin ich (voraussichtlich) leider wieder verhindert. Aber im Juli beim Spa Race Festival auf dem Circuit Spa Francorchamps kann ich endlich wieder den Kampf der Zwerge als Streckensprecher begleiten.

 


Vielen Dank an Fabian Wiedl und Rudy Lambrechts für die Bilder aus Oschersleben

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Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:

Dichte Kämpfe im gesamten Feld waren auch in Oschersleben wieder typisch für den Kampf der Zwerge

Foto: Rudy Lambrechts