Roadtrip

Im Skoda KAROQ auf den Spuren der Targa Florio

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Skoda präsentierte an diesem Wochenende bei den Händlern den neuen Skoda KAROQ. Der tschechische Autobauer bezeichnet den KAROQ als den SUV für die anderen Wege. Das habe ich bei meiner Probefahrt im kompakten SUV auf Sizilien wörtlich genommen. Denn ich folgte mit dem KAROQ den Spuren der legendären Targa Florio.

Die Targa Florio ist eine Legende. Erstmals 1906 ausgetragen zählte das Rennen ab 1955 zur Sportwagen-Weltmeisterschaft. Bis 1973 war die Elite der Sportwagen-Piloten regelmäßig auf der Mittelmeer-Insel zu Gast. Anschließend rannte hier noch einige Jahre die italienische Sportwagen-Meisterschaft. 1977 fand das letzte Rennen statt. Inzwischen durchquert eine Autobahn das Gebiet der ehemaligen Rennstrecke. Damit verfiel ein Großteil der Strecke in einen Dornröschenschlaf.

Der Verfall der Strecke schreit nach einem SUV!

Das macht den Skoda KAROQ zu einem perfekten Reisebegleiter für mein Vorhaben, die ehemalige Rennstrecke abzufahren. Denn Bodenfreiheit und Rampenwinkel verweisen auf die Offroad-Qualitäten des KAROQ. Ich werde sie auf meiner Runde auf dem „Piccolo circuito delle Madonie“ mehrfach brauchen. Weit mehr übrigens, als ich das bei der Vorbereitung meiner Tour annahm. Denn der Zustand der Strecke macht meinen Roadtrip teilweise zu einer echten Herausforderung.

Meine Tour startet im Süden der Mittelmeer-Insel. Um die Spurensuche zu starten, muss ich in den Norden der Insel reisen. Mein Weg führt mich über die Autobahn 19. Das ist die Autobahn, die für den Dornröschenschlaf der ehemaligen Rennstrecke verantwortlich ist. Auf der Autobahn überlasse ich die Regelung der Geschwindigkeit dem radarbasierten adaptiven Abstandsassistenten (ACC) des KAROQ. Dieser Assistent paßt das Reisetempo automatisch der Verkehrssituation an.

Das geht soweit, dass das ACC-System den Skoda im Stau einer Autobahn-Baustelle vollständig abbremst. Im folgenden Stop-and-Go-Verkehr bewährt sich der Stauassistent. Denn der Skoda KAROQ fährt selbstständig wieder an. Beeindruckt von diesem Komfort, der bis vor kurzer Zeit nur höheren Fahrzeugklassen vorbehalten war, passiere ich Scillato. Aus der Literatur weiß ich, dass hier die Autobahn den Fluß der ehemaligen Rennstrecke der Targa Florio unterbricht.

Ich blicke umher und registriere, dass das mit der „Rennstrecke“ hier so eine Sache ist. Denn die Targa Florio fand auf öffentlichen Straßen statt. Sicherheitszonen, wie wir sie heute kennen, gab es nicht. Kaum zu glauben, aber auf den Bergstraßen oberhalb der Autobahn waren vor 40 Jahren die Rennwagen der Targo Florio unterwegs. Das, was ich sehe, nötigt mir bereits jetzt jede Menge Respekt ab.

Meine Spannung steigt!

Ich bleibe zunächst auf der Autobahn. Denn ich will meine Runde auf der ehemaligen Rennstrecke ganz klassisch bei Start und Ziel beginnen. Gut eine Viertelstunde später erreiche ich die Abfahrt Buonfornello. Als ich die Autobahn verlasse, bin ich praktisch sofort auf der Strecke der Targo Florio. Denn vor mir liegt eine schnurgerade Landstraße. Motorsport-Freunde kennen diese Landstraße als Buonfornello-Gerade und den Schlussakkord einer Runde bei der Targa Florio..

Rechts von mir ist das Meer. Links blicke ich auf steile Berge. Die höchste Erhebung ragt hier gut 1.900 Meter in den Himmel empor. Dazwischen liegt die mehr als sechs Kilometer lange Gerade. Sie wirkt, als ob ihre Planer die Streckenführung mit einem Lineal festlegten. Bei der Targo Florio jagte hier einst Lokalmatador Nino Vaccarella im Ferrari 512 S mit 325 Kilometern pro Stunde über die Landstraße. Ich beschränke mich auf die heute erlaubten 90 Kilometer pro Stunde.

Die Gerade läuft in einigen geschwungenen Kurven aus. Die Fahrrichtung wechselt. Eben noch parallel zum Meer unterwegs führt die Landstraße jetzt in die Berge. An einer Gabelung weist mir ein Straßenschild den Weg nach Cerda. Ich folge dem Wegweiser und biege nach links ab. Damit folge ich weiter dem Kurs der Rennstrecke. Nach zwei weiteren Kurven komme ich nach Floriopoli.

Hier starteten die Rennwagen auf ihre Runde

Die Tribünen und die historische Boxenanlage sind sichtbares Zeichen dieser Vergangenheit. Eine Besonderheit der Targa Florio war, dass die Rennwagen einzeln auf die Strecke gingen. Der Ortsbesuch bestätigt, warum ein Massenstart hier nicht möglich war. Die Fahrbahn ist inklusive der Fläche vor den Boxen kaum breiter als eine Landstraße. Untypisch für europäische Rennstrecken liegt die Boxenanlage auf der linken Seite der Strecke.

Wer sein Auto heute in Fahrrichtung stellen will, der muss in den Gegenverkehr wechseln. Das ist keine gute Idee. Deshalb stelle ich den Skoda KAROQ fürs Foto historisch betrachtet falsch herum vor den Boxen ab. In den Boxen hat ein Künstler einige alte Rennreifen platziert. Ansonsten wirkt die Kulisse wie ausgestorben. Überall ist auch hier der Verfall spürbar. Hohe Zäune riegeln das Gelände fast hermetisch ab.

Durch den Zaun entdecke ich neben einer verfallenden Tribüne eine Büste. Sie erinnert an Vincenzo Florio. Der Spross einer Reederfamilie war selbst Rennfahrer. 1906 lockte Florio erstmals mit einem satten Preisgeld nach Sizilien. Zehn Teilnehmer nahmen die Herausforderung an, eine 148 Kilometer lange Strecke – den „Grande circuito delle Madonie“ – dreimal zu umrunden. Alessandro Cagno gewann das Rennen nach 9 ½ Stunden mit einem Itala 35/40HP.

Targa Florio – mit 72 Kilometern zur Legende!

Schon 1919 verkürzten die Verantwortlichen den Kurs auf 108 Kilometer. Ab 1932 fuhren die Rennwagen „nur“ noch auf einem 72 Kilometer langen Kurs. Mit diesem „Piccolo circuito delle Madonie“ wurde die Targa Florio zur Legende. Obwohl die Verantwortlichen von 1937 bis 1940 das Rennen in einem Park in Palermo austrugen und nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer 1.000 Kilometer langen Inselrundfahrt einluden.

Ab 1951 war das Rennen wieder im Madonie-Gebirge zu Hause. Gesperrt wurde die Strecke übrigens nur zum Rennen. Das Training fand im öffentlichen Straßenverkehr statt. Ende der 1960er-Jahre wurde es aufregend. Denn im Kampf um die Sportwagen-WM siegten auf Sizilien Boliden wie der Porsche 908, Alfa Romeo T33/3 oder der Ferrari 312PB. Zwischendurch setzte Ferrari auch den mächtigen Ferrari 512 S auf der Insel ein.

Doch der große Sportwagen war für die engen Dorfdurchfahrten und Serpentinen nicht geeignet. Nach einiger Zeit an Start und Ziel setzte ich meine Reise fort. Ich folge der Landstraße hinauf nach Cerda. Rund sechs Kilometer mäandert die Straße sanft den Hügel hinauf. Das ist ein guter Test, wie agil der neue Skoda KAROQ Richtungswechsel meistert. Denn noch ist die Straße gut.

Doch der Weg ist nur die Ouvertüre für das, was vor mir liegt!

Offiziell darf ich hier 90 Kilometer pro Stunde schnell fahren. Mit diesem Tempo bin ich für die Einheimischen ein Verkehrshindernis. Noch mehr als im Rest Italiens fühlen sich auf Sizilien offenbar alle berufen, den Helden der legendären Straßenrennen nachzueifern. In Cerda begrüßt mich eine massive Allee. Kaum zu glauben, dass hier einst die filigranen Sportwagen im Renntempo entlang donnerten.

In der 5.000 Einwohner zählenden Gemeinde passiere ich einen Skoda-Händler. Am Ortsausgang wird es steil. Ich folge dem Verlauf der Straße und fahre hinauf in Richtung des Örtchens Caltavuturo. Wieder passiere ich unzählige Kurven. Auch hier standen einst die Zuschauer direkt an der Strecke. Traditionell versuchten sie immer wieder, die vorbeirasenden Rennwagen zu berühren. Als ob die zahlreiche Bäume, Felsen und Schluchten entlang des Weges noch nicht genug Herausforderung für die Piloten waren.

Ich bekomme einen Eindruck davon, wie gefährlich die Targa Florio war. Zumal die Strecke heute extrem schlecht ist. Immer wieder ist die Straße abgesackt. Dazu gibt es tiefe Schlaglöcher. Nach 15 Kilometern ist die Strecke sogar offiziell gesperrt. Eine Baustelle versperrt den Weg. Doch davon lassen sich die Einheimischen offensichtlich nicht abhalten. Sie haben um die Baustelle herum einen Trampelpfad zur Umgehungsstraße gemacht.

Für den Skoda KAROQ ist das kein Problem. Ich passiere die Baustelle ohne Probleme. Kurz vor Caltavuturo gabelt sich die Strecke. Ich folge dem Wegweiser nach Scillato. Damit bleibe ich auf dem „Piccolo circuito delle Madonie“. Vor der Verkürzung der Strecke ging es hier noch weiter in die Berge hinauf. Doch schon vor fast 100 Jahren war klar, dass eine 148 Kilometer lange Rennstrecke nicht abzusichern ist.

In den Bergen ändert sich die Landschaft!

Besonders in den Bergdörfern gehörten Hühner auf der Rennstrecke zum Straßenbild. Ein ernstes Problem waren auch verlorene Hufnägel. Deshalb wählte die Targa Florio hier einer Abkürzung. Doch das ist relativ. Denn inzwischen bin ich knapp 25 Kilometer unterwegs. Das entspricht einer Runde auf der Nürburgring Nordschleife inklusive Grand-Prix-Strecke. Doch vor mir liegen immer noch rund 50 Kilometer Strecke. Inzwischen bewegte ich rund 500 Meter über dem Meeresspiegel.

Das sanfte Grün im unteren Teil der Strecke ist einer kargen Felslandschaft gewichen. Zudem wird es jetzt richtig steil. Denn auf den nächsten vier Kilometern verliere ich auf dem Weg hinab nach Scillato einen Großteil der Höhe wieder. Doch bevor ich den 600 Einwohner zählenden Ort erreiche, endet der Weg unvermittelt. Die Landstraße ist hier so stark abgesackt, dass sie unpassierbar ist.

Eine Umgehungsstraße mit 24 Prozent Gefälle führt mich direkt hinunter ins Tal. Für den KAROQ ist das kein Problem. Ich unterquere die Autobahn, die hier auf Stelzen läuft. In Scillato staune ich nicht schlecht. Denn plötzlich finde ich mich im Starterfeld eines Bergslaloms wieder. Der Automobil-Club von Palermo trägt oberhalb des Orts einen Rennslalom aus. Die Slalom-Strecke folgt sogar für ein paar Kilometer dem Verlauf der ehemaligen Rennstrecke der Targa Florio.

Das geht, weil die Strecke hier deutlich besser als zuvor ist. Trotzdem bleibt sie eine Herausforderung. Rechts und links der Fahrbahn gibt es steile Feldwände. Dazwischen blicke ich in tiefe Schluchten. Nach rund zwölf Kilometern erreiche ich Collesano. Der Ort ist bekannt für seine Keramik. Überall im Ort erinnern Mosaiken an die Targa Florio. Dazu gibt es hier das offizielle Museum der Targa Florio. Es ist stilecht in der Via Vincenzo Florio zu Hause.

Durchschnittstempo 128 km/h – heute undenkbar!

Die Strecke führt weiter nach Campofelice di Roccella, wo die letzte Ortsdurchfahrt erfolgte. Kurz hinter der Ortschaft biege ich wieder auf die Buonfornello-Geraden ein. Hinter mir liegen rund tausend Höhenmeter und gut 900 Kurven. Sportwagen-Asse wie Helmut Marko oder Leo Kinnunen benötigten für die Runde gute 33 Minuten. Im Schnitt waren sie mehr als 128 Kilometer pro Stunde schnell.

Ich habe mir Zeit gelassen. Insgesamt benötige ich für die Runde mehr als vier Stunden. Trotzdem stellt der Piccolo circuito delle Madonie für den Skoda KAROQ keine Herausforderung dar. Daran ändert auch der teilweise schlechte Zustand der Strecke nichts. Mehrfach stellt der SUV seine Offroad-Qualitäten unter Beweis. Und dazwischen, wenn die Strecke es zulässt, beweist der kompakte Tscheche, wie agil SUV sein kann.



Der Skoda KAROQ steht seit dem 4. November bei den Händlern. Der Einstiegspreis des kompakten SUV liegt bei 24.290 Euro. Aktuell ist der SUV in den Ausstattungslinien Ambition und Style bestellbar. Das Basismodell Active folgt voraussichtlich Mitte 2018. Unter der Motorhaube stehen zwei Benziner und drei Diesel-Motoren zur Auswahl. Ich war mit dem 150 PS starken Skoda KAROQ 1,5 TSI ACT mit 7-Gang-DSG und Frontantrieb unterwegs.

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Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:
Mit dem Skoda KAROQ auf Spurensuche der legendären Targa Florio

Der Skoda KAROQ auf der historischen Rennstrecke der Targa Florio. Foto: Tom Schwede
 

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