Ich habe mir vorgenommen, nach jeder Moderation hier im Blog zumindest ein paar Zeilen zu veröffentlichen. Doch die letzten Wochen war extrem wenig Zeit. Im Büro gibt es jede Menge Arbeit und zwischendurch reiste ich für einen Termin auch noch nach San Francisco. Deshalb schaffte ich es bisher nicht, hier wie geplant über alle meine Sprechereinsätze hier zu bloggen. Dabei gäbe es viel zu erzählen. Denn in den letzten Wochen durfte ich wieder zweimal den Kampf der Zwerge an der Strecke begleiten.

Zunächst Stand Anfang September ein Rennwochenende in Zandvoort an. Kurze Zeit später beendeten die Tourenwagen bis 1.300ccm ihre Saison 2018 am Nürburgring mit zwei weiteren Läufen. In beiden Fällen boten die Abarth, Mini, NSU, Simca und Co. wieder eine großartige Show. Weshalb es viel Spaß macht, diese Rennserie seit inzwischen gut 1½ Jahrzehnten regelmäßig zu begleiten.

In Zandvoort machte der Kampf der Zwerge seinen Namen alle Ehre!

Auf den traditionsreichen Dünenkurs von Zandvoort traten die Zwerge beim „ADAC Nordzee-Cup“ an. Karla und nutzen das, um ein paar Tage am Meer zu verbringen. Die „Arbeit“ mit dem Kurzurlaub zu verbinden, ist immer eine Empfehlung wert. Zumal sich die Nordsee von ihrer besten Seite zeigte. Weshalb wir an einem der Tage über Stunden in einer Strandbar die Seele baumeln lassen konnten. Das alleine hatte schon viel Erholungswert.

Unsere Hunde in der Sprecherkabine von Zandvoort
Unsere Hunde in der Sprecherkabine von Zandvoort – das passt, weil zwei der drei die Namen bekannter Rennfahrer tragen.

Es war auch nötig, denn die beiden Rennen der Zwerge auf der ehemaligen Grand-Prix-Rennstrecke waren wieder einmal echte Aufreger und Überholparties. An der Spitze gab es erbitterte Kämpfe um jeden Streckenmeter. Teilweise gingen an der Spitze des Felds vier Autos nebeneinander in die erste Kurve. Die Kämpfe zwischen den NSU TT, Simca Rally II und Mini Cooper an der Spitze waren großartig. Das machte dem Namen „Kampf der Zwerge“ alle Ehre.

Das erste Rennen in Zandvoort gewann Herbert Wein Junior. Wobei der Mainzer erst in der letzten Runde die Führung übernahm. Wenige Kurven vor dem Ende verdrängte der Mini-Pilot den Niederländer Jeroen Feijten im Simca Rally II vom ersten Platz. Doch Feijten erhielt im Nachgang des Rennens eine Zeitstrafe von 120 Sekunden. Denn in der Hitze des Gefechts trat der Niederländer eine von der Rennleitung verhängte Durchfahrtstrafe nicht an.

Das lies die Rennleitung nicht ungesühnt. Dadurch fiel der Niederländer in der Gesamtwertung sogar auf den zwölften Platz zurück. Das wirkte sich auch auf Rennen zwei aus. Denn im Kampf der Zwerge bestimmt das Ergebnis des ersten Rennens traditionell die Startaufstellung des zweiten Rennens. Deshalb war die Überraschung groß, als Feijten mit seinem Simca im zweiten Lauf schon nach wenigen Runden erneut in der Spitzengruppe auftauchte.

Zu noch mehr Überraschung führte, dass hinter dem Niederländer auch Mini-Fahrer Detlev „Faxe“ Wassong in der Spitzengruppe auftauschte. Denn der orange lackierte Mini nahm nach einem Defekt im ersten Lauf das zweite Rennen von Startplatz 37 auf. In nur etwas mehr als drei Runden kämpfte sich der Gelsenkirchener fast durch das ganze Feld. Leider stoppte erneut ein Problem mit der Benzin-Versorgung den Vorwärtsdrang des Minis.

Simca-Pilot Jeroen Feijten hatte mehr Glück. In der sechsten Runde übernahm der Niederländer die Führung. Der bisherige Spitzenreiter Herbert Wein Junior viel auf den zweiten Platz zurück. Wobei Feijten auch davon profitierte, dass die zehn Zoll großen Reifen der Mini meist eine Erholungspause benötigen. Denn mit den Slicks der Mini ist es nicht möglich, 30 Minuten lang Rekordrunden zu drehen. Weshalb die Mini-Piloten meist zur Halbzeit des Rennens ihren Reifen etwas Abkühlung gönnen, um in der Schlussphase wieder angreifen zu können.

Feijten sah sein Heil in der Flucht und setzte sich in den folgenden Runden konstant von seinen Verfolgern ab. Dabei fuhr Feijten einen so großen Vorsprung heraus, dass der Niederländer die Schlussattacke von Herbert Wein diesmal abwehren konnte. In welcher Liga die beiden an diesem Tag unterwegs waren, verdeutlicht ein Blick in die Ergebnislisten. Denn nach den beiden Piloten an der Spitze dauerte es fast 40 Sekunden, bis der Dritte, Herbert Wein Senior ins Ziel fuhr.

RGB Saisonfinale am Nürburgring!

Ende September verabschiedete sich der Kampf der Zwerge mit zwei weiteren Rennen am Nürburgring in die Winterpause. Leider lies mein Terminkalender es wegen eines lange feststehenden Terminkonflikts diesmal nicht zu, am Freitag das erste Rennen beim RGB Saisonfinale zu kommentieren. Doch Samstagmorgen war ich in der Eifel, um das zweite Rennen zu kommentieren. Auch diesmal bot das Feld der mehr als 40 Tourenwagen wieder herzerfrischenden Motorsport.

Pokale zum Kampf der Zwerge beim RGB Saisonfinale
Pokale für den Kampf der Zwerge beim RGB Saisonfinale am Nürburgring

Gleich vier Mini-Piloten kämpften 30 Minuten lang an der Spitze des Felds darum, wer als Sieger ins Ziel fahren darf. Lange sah es erneut nach einem Sieg von Herbert Wein Junior aus. Zumal dem Mainzer half, dass sein Vater ebenfalls in der Spitzegruppe mitfuhr. Denn während der Senior um den zweiten Platz kämpfte, konnte sich der Junior an der Spitze zeitweilig sogar etwas absetzen.

Doch dann war da wieder diese Geschichte mit den Reifen. Denn im Mini gehört es dazu, sich seine Reifen richtig einzuteilen. Und das gelang diesmal Detlev „Faxe“ Wassong etwas besser als Herbert Wein Junior. Das beeindruckte auch deshalb, weil der Gelsenkirchener den ersten Lauf am Vortag „nur“ als 21. beenden konnte. Damit musste „Faxe“ das Rennen wieder einmal aus dem Mittelfeld in Angriff nehmen. Trotzdem kehrte Wassong als Fünfter aus der Startrunde zurück.

Ich kam gar nicht nach, alle Überholmanöver auf den kleinen Bildschirmen in der Sprecherkabine am Nürburgring zu kommentieren. Zwei Runden später drang Wassong auf Platz vier vor und profitierte von einer Full-Course-Yellow-Phase. Denn die gab dem Gelsenkirchener nach der heißen Startphase die Chance, seine Reifen herunterzukühlen. Kaum zeigten die Streckenposten die grünen Flaggen, konnte der orange lackierte Mini seine Aufholjagd fortsetzen.

In der sechsten Runde passierte Wassong zunächst den Mini von Herbert Wein Senior. Kurze Zeit später musste mit Rainer Klockenhoff ein weiterer Mini-Pilot seinen Platz räumen. Wassong überholte den Mini-Kollegen mit einem sehenswerten Überholmanöver auf der Außenlinie der Dunlop-Kehre. Das war ein klares Signal, dass „Faxe“ jetzt zum Sturm auf die Spitze blies. Und tatsächlich, in der neunten Runde übernahm Wassong die Führung, um sie bis ins Ziel auf fast 1,8 Sekunden auszubauen.

Es war ein großer Spaß, dieses Rennen dem Publikum präsentieren zu dürfen. Wir hören uns!

 

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Moderation in Zandvoort


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