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Original, Patina oder Restauration? Der BMW 507 von Elvis Presley

BMW 507 von Elvis Presley

Weltstar Elvis Presley diente vom 1. Oktober 1958 bis zum 2. März 1960 im 1st Medium Tank Battalion/32nd Armor der 3. US-Panzerdivision im hessischen Friedberg. Nach Feierabend war der Musiker damals mit einem weißen BMW 507 Roadster in Deutschland unterwegs. BMW lieferte 1958 an Presley einen ehemaligen Rennwagen, den Bergkönig Hans Stuck zuvor eingesetzt hatte. Zur Auslieferung an den „King of Rock ’n’ Roll“ rüsteten die Münchener dem Sportwagen mit einem alltagstauglichen Motor aus. Doch selbst die 150 PS, die der Leichtmetall-V8-Motor im Alltagsgewand zur Verfügung stellte, waren in den 1950er-Jahren beeindruckend.

Nach fast 60 Jahren ist der BMW 507 von Elvis Presley jetzt nach München, den Ort seiner Produktion, zurückgekehrt. Das BMW Classic Center hat den Auftrag bekommen, das Fahrzeug zu restaurieren. Vor dem Beginn der Arbeiten können Auto-Freunde und Elvis-Fans den unrestaurierten 507 in einer Sonderausstellung im BMW-Museum bewundern.

Bis zum 10. August zeigt BMW den zurzeit ziemlich abgerockten „Traum von der Isar“. Unter einer dicken Staubschicht verbirgt sich ein inzwischen ziemlich matter roter Lack. Es gibt die Legende, dass Elvis Presley das ursprünglich weiße Fahrzeug umlackieren lies, weil er von den mit Lippenstift auf den Lack geschriebenen Telefonnummern seiner Verehrerinnen genervt war.

Wie auch immer? Was ist für so ein Fahrzeug angemessen?

Für die Patinatoren, ein Blog für Oldtimer mit Geschichte, ist die anstehende Restauration schon vorweg ein Skandal. Für sie will BMW den 507 zerstören. Auch Lisa scheint die Restaurierung eher skeptisch zu sehen. Sie fagt, ob BMW mit der Restauration den BMW 507 zerstört. Fabian von Autophorie hat dagegen mit der Restauration weniger Probleme, berichtet davon, dass BMW Classic den Roadster in einen tadellosen Zustand versetzen wird. Ähnlich kritiklos ist auch der Bericht von Benny, der ebenfalls über den BMW 507 berichtet.

In der Tat ist die Frage, wie dieses Fahrzeug angemessen zu restaurieren sei, schwierig zu beantworten. Das fängt für mich schon mit der Frage nach dem Originalzustand an. Was ist bei diesem ehemaligen Rennwagen original? Der Zustand (Rennmotor) in dem Hans Stuck mit dem BMW 507 Bergrennen fuhr? „Weiß“, wie der Roadster an Elvis Presley ausgeliefert wurde? Oder „rot“, wie der Musiker das Fahrzeug später lackieren lies?

Gar nicht so einfach, mit diesem BMW 507 von Elvis Presley!

Ich weiß gar nicht, wie ich es machen würde, wenn mir das Fahrzeug irgendwie zugefallen wäre. Denn interessant an der Geschichte ist, dass das Auto nicht im Besitz von BMW ist. Bei der Restauration handelt es sich um eine Auftragsarbeit. Ich gehe davon aus, dass das Fahrzeug nach der Restauration zunächst auf einigen Veranstaltungen gezeigt wird, um anschließend auf einer Auktion feilgeboten zu werden. Der Hinweis auf den prominenten Vorbesitzer soll sich sicherlich förderlich auf dem Preis des Fahrzeugs auswirken.


BMW 507 von Elvis PresleyInfos zum Titelbild:
BMW 507 von Elvis Presley
BMW 507 von Elvis Presley, 2014 - Foto: BMW
 
Die Sonderausstellung „Elvis’ BMW 507: lost & found“ läuft bis 10. August im BMW Museum. Der Eintritt kostet 9 Euro (reduziert 6 Euro), das BMW Museum ist von Dienstag bis Sonntag und Feiertags von 10:00 – 18:00 Uhr geöffnet.

3 Kommentare

  1. Hallo Tom,
    mein Beitrag ist deswegen so „kritiklos“, weil es schlicht nicht in der Hand von BMW liegt, was mit dem Auto passiert. Das Auto gehört einem Privatmann in den USA und dieser wünscht sich eine Restauration auf Neuzustand. Das ist keine Entscheidung von BMW und in München kann man daran auch nichts ändern, man führt nur diesen Kundenwunsch durch. Siehe auch mein Interview mit Klaus Kutscher von der BMW Group Classic: http://www.bimmertoday.de/2014/07/25/bmw-507-elvis-presley-restauration-zustand-details-kutscher/

    Abgesehen davon stimme ich der Diskussion durchaus zu – im aktuellen Zustand ist der Elvis-507 einmalig, im restaurierten Zustand ist er nur noch einer von vielen.

    Beste Grüße
    Benny

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