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Die Formel V feiert am kommenden Wochenende Geburtstag in Daytona

Formel V 1971 - Länderkampf USA vs. Europa in Daytona

Formel V? Waren das nicht Rennwagen, deren Einzelteile überwiegend im offiziellen Ersatzteilkatalog von VW verzeichnet sein mussten? Richtig! Motor, 4-Gang-Getriebe sowie Vorder- und Hinterachse mussten aus dem VW Käfer stammen und wurden für den Renneinsatz in einen Gitterrohrrahmen eingebaut. Zusammen mit einer Karosserie aus GFK oder Alu lagen die meisten Rennwagen der Formel V nur knapp über dem Mindestgewicht von 390kg.

2013 feiert die Formel V ihren 50 Geburtstag – in Daytona

Und auch wenn der offizielle Geburtstag eigentlich erst im August ansteht, darf bereits jetzt gefeiert werden. VW lädt dazu im Rahmen des 24-Stunden-Rennens von Daytona (24. bis 27. Januar 2013) nach Florida ein. Dies leuchtet ein, wenn man weiß, dass die Formel V in Daytona erfunden wurde. Der amerikanische VW-Händler Hubert Brundage von BRUMOS lies ein Monoposto mit dem 1,2 Liter großen Käfer-Motor (34PS) ausrüsten. Andere Motorsportbegeisterte griffen die Idee auf. Es entstand die „Formel Vee“ – wie man die heißen Käfer-Derivate in den USA schnell nannte.

Formel V - Niki Lauda und Helmut Marko

Formel V 1969: Niki Lauda und Helmut Marko auf dem Nürburgring

VW Amerika erkannte den großen Werbewert der kleinen Renner und unterstützte die Idee der „Formel Vee“ von Beginn an. 1965 brachte Porsche-Rennleiter Huschke von Hanstein die Idee nach Europa, wo man auch den 1300er-Motor erlaubte. Als man vier Jahre später die Nockenwellen freistellte, stieg die Leistung der Fahrzeuge von 52 PS auf rund 75 PS an. Und als man auf das Kühlgebläse verzichtete, wurden sogar 100PS erreicht. Womit der spätere Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg den Nürburgring in deutlich unter 9 Minuten umrundete.

Formel V als größte Nachwuchsklasse der Welt

Zu dieser Zeit hatte die Formel V längst den Status der größten motorsportlichen Nachwuchsklasse der Welt erreicht und zahlreiche Piloten für höhere Aufgaben qualifiziert. Neben Keke Rosberg feierten mit Jochen Rindt, Emerson Fittipaldi, Niki Lauda und Nelson Piquet weitere Formel-1-Weltmeister erste Erfolge in der Formel V. Erst als die Rennwagen als „Formel Super Vau“ der Formel 3 immer ähnlicher wurden, weil man Ende der 1970er-Jahre keine Käferteile mehr verwenden musste, lies das Interesse an der Formel V allmählich nach. Ende 1982 lies VW die Meisterschaft auslaufen.

Formel Super V 1981

Der letzte Formel (Super) V – March von 1981 mit Kennerth Persson

Doch rund 8.000 in 20 Jahren für die Formel V gebaute Fahrzeuge sorgten dafür, dass die kleinen Rennwagen schnell im historischen Motorsport eine neue Heimat fanden. Und so kann VW beim Jubiläumsball in Daytona aus dem Vollen schöpfen – was die Fahrzeuge und was die Piloten betrifft. Denn mit Indy-500-Sieger Arie Luyendyk, US-Star Michael Andretti, Daytona-Champion Didier Theys, Le-Mans-Sieger Hurley Haywood und den früheren DTM-Größen Hans-Joachim Stuck, Klaus Niedzwiedz und Dieter Quester nutzen auch zahlreiche ehemalige Formel-V-Piloten die Gelegenheit zum Ausflug in die Wintersonne von Florida. Unmittelbar vor dem Start des 24-Stunden-Rennens Daytona werden sie eine „Lap of Honour“ mit historischen Formel-V-Fahrzeugen auf der einzigartigen Strecke drehen, die in den 1960er und 1970er-Jahren auch regelmäßig als Veranstaltungsort für einen Formel-V-Länderkampf „USA vs. Europa“ diente.

Fotos: Volkswagen Motorpsort, Hannover


Formel V 1971 - Länderkampf USA vs. Europa in DaytonaInfos zum Titelbild:
Formel V 1971 - Länderkampf USA vs. Europa in Daytona
Formel V 1971 - Länderkampf USA vs. Europa in Daytona
 

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