Kampf der Zwerge beim Zolder Race Festival 2012
Oldtimer & Youngtimer

Kampf der Zwerge beim Zolder Race Festival

Obwohl der Auftritt der Rennsportgemeinschaft Kampf der Zwerge beim Zolder Race Festival kein Wertungslauf sein durfte, nahmen 51 Zwerge die Gelegenheit für ausgedehnte Test- und Einstellfahrten war. Die Teilnehmer bewiesen damit wieder einmal den engen Zusammenhalt der Gemeinschaft Kampf der Zwerge – trotz einer nachvollziehbaren Verärgerung über die Situation, die auf eine aktuelle Entscheidung des DMSB zurückgeht.

Der DMSB hat bereits vor einiger Zeit erklärt, dass Gleichmäßigkeitsprüfungen Clubsport sind. Sie liegen damit in der Verantwortung der Trägerverbände des DMSB. Trotzdem benötigen die Teilnehmer eine sog. nationale C-Lizenz des DMSB. Anders als im Kartsport, wo für Clubsport-Veranstaltungen von den durchführenden Trägervereinen wie dem ADAC spezielle Clubsport-Lizenzen ausgestellt werden, verlangt der DMSB von Teilnehmern an automobilen Clubsport-Veranstaltungen weiter eine Lizenz des eigenen Hauses.

Klingt ja schon auf den ersten Blick nicht sehr konsequent und ist es auch nicht!

Vor wenigen Wochen wies der DMSB nämlich plötzlich daraufhin, dass Clubsport-Veranstaltungen wie der Kampf der Zwerge ausschließlich in Deutschland durchgeführt werden könnten. Als Begründung wird u. a. genannt, dass die nationale C-Lizenz nur in Deutschland Gültigkeit habe. Nun wollen wir hier jetzt nicht darüber spekulieren, ob diese Betrachtung mit europäischem Recht vereinbar ist. Trotzdem ist schon merkwürdig, dass diese Beschränkung auf Deutschland bei anderen „nationalen“ Lizenzen des DSMB nicht besteht. Sie gelten in der gesamten Europäischen Union.

Losgelöst von dieser europäischen Komponente, nahm man in Frankfurt mit der Entscheidung mitten in der laufenden Saison nahmen Einfluss auf den Clubsport, für den man die Verantwortung ja eigentlich abgegeben hat. Mit dem Ergebnis, dass die Lizenznehmer im Kampf der Zwerge, übrigens zu 60% mit europaweit gültigen Lizenzen unterwegs, wie schon in Spa auch in Zolder nur üben durften. Immerhin 51 Teilnehmer nahmen diese Gelegenheit wahr und ließen Kampf der Zwerge Organisator Klaus Kleber nicht alleine in der Hitze des Wochenendes stehen. Was die Entscheidungen des DMSB für Organisatoren, die die Streckenzeit ja meist auf Monate im Voraus buchen müssen, mit weniger loyalen Teilnehmern bedeutet, scheint die Regelhüter in Frankfurt nicht zu interessieren.

Zolder + Kampf der Zwerge = Hitze

Zolder und Hitze, das scheint für den Kampf der Zwerge ein festes Paar zu sein. Bereits vor zwei Jahren kämpfte man mit Temperaturen von rund 40 Grad. In diesem Jahr war es zwar nur 35 Grad heiß. Ein schwacher Trost, denn zu warm ist zu warm! Die Hitze setzte den Motoren und den Bremsen der kleinen Fahrzeuge genauso zu wie den Fahrerinnen und Fahrern. Erschwerend kam hinzu, dass der Zeitplan des Zolder Race Festivals den Kampf der Zwerge am Freitag zweimal in kurzer Folge antreten lies. Wer im ersten Teil der Test- und Einstellfahrten mit technischen Problemen zu kämpfen hatte, hatte kaum eine Chance sein Fahrzeug bis zum zweiten Teil wieder in einen fahrfertigen Zustand zu bringen.

Bereits im ersten Teil der Test- und Einstellfahrten zeigte sich der gute Motorsport, den der Kampf der Zwerge den Zuschauern bietet. Gleich fünf Piloten konnten mit ihren Zwergen den rund 4 Kilometer langen Circuit Zolder in weniger als zwei Minuten umrunden. Schnellster war Thomas Klingelhöfer mit seinem weißen Mini. „Der Klingelmann“, wie Klingelhöfer im Kampf der Zwerge gerufen wird, benötigte 1:57,943 Minuten für eine Runde.

Mit 1:58,157 lies sich NSU-Pilot Roland Müller die zweitbeste Zeit der Zwerge notieren. Die weiteren Piloten unter der Zweiminutenmarke waren Stephan Keiselt aus Essen (Mini, 1:58,369), Marco van den Broek (NSU TT, 1:58,904) und Andreas Telker (NSU TT, 1:59,358). Mit diesem Ergebnis setzten insbesondere die NSU-TT-Piloten ein deutliches Ausrufezeichen. Sie hatten ihre NSU offensichtlich optimal auf die Strecke in Belgien abgestimmt.

Im zweiten Teil der Test- und Einstellfahrten konnten sich viele Teilnehmer nochmals verbessern. Denn nun waren es schon acht Piloten, die die Zweiminutenmarke knacken konnten. Zusätzlich zu den Piloten, denen das bereits im ersten Teil der Test- und Einstellfahrten gelungen war, blieben nun auch die Mini-Piloten James Lindridge (1:58,082), Detlev „Faxe“ Wassong (1:58,198), Wolfgang Drexelius (1:58,318), Phil Harvey (1:58,511) und Gordon Scott (1:59,019) unter zwei Minuten.

Doch gegen die außerordentliche Performance der NSU TT in Zolder, die an diesem Wochenende auch im Rennen der FHR noch sichtbar werden sollte, war an diesem Freitag-Abend kein Mini-Kraut gewachsen. Obwohl Thomas Klingelhöfer seine Zeit auf 1:57,842 verbessern konnte, führten im zweiten Teil der Test- und Einstellfahrten zwei NSU-Piloten die Zeitentabelle an. Schnellster war Marco van den Broek (1:57,762), der Roland Müller (1:57,777) um die Winzigkeit von 0,015 Sekunden distanzierte.

Interessant, dass die Schnellsten im Kampf der Zwerge auch in einer Gleichmäßigkeitsprüfung vordere Plätze belegt hätten!

1300ccm.de hat sich die Mühe gemacht, die Zeiten allen Teilnehmer zu erfassen, um sich ein – natürlich natürlich theoretisches – GLP-Ergebnis anzusehen. Dabei wurde deutlich, dass aus dem Bereich der Piloten, die in Zolder etwas „gemütlichere“ Zeiten gewählt haben, nur Peter Walter mit seinem Abarth 1000 TC in die Top 4 einer Gleichmäßigkeitsprüfung gefahren wäre, die Thomas Klingelhöfer vor Walter, Müller und van den Broek gewonnen hätte.

Zum dritten Teil der Test- und Einstellfahrten der Rennsportgemeinschaft Kampf der Zwerge wurde am Samstag um 14:10 Uhr direkt vor dem Tages-Highlight dem 3-Stunden-Rennen der FHR gerufen. Dabei ging auch Stephan Keiselt wieder auf die Strecke. Am Vortag war der Essener ein Opfer des Zeitplans. Nach Problemen mit der Bremse gegen Ende des ersten Teils der Test- und Einstellfahrten hatte Keiselt nach einem kurzen Test auf weitere Runden im zweiten Teil verzichtet. Die Zeit zwischen den Läufen hatte nicht gereicht, um die Bremse in den gewünschten Zustand zu bringen.

Fast scheint es, als ob Keiselt sich dafür im dritten Teil der Test- und Einstellfahrten seinen Frust über die entgangene Streckenzeit mit einer konstant schnellen Fahrt von der Seele fuhr. Wieder hat sich unsere Redaktion die Mühe gemacht, die Rundenzeiten der Teilnehmer einmal genauer anzusehen. Dabei wurde deutlich, dass Keiselt nicht nur die schnellste Runde des Tages (1:59,360) drehte, sondern mit seinem gelben Mini auch in einer Gleichmäßigkeitsprüfung gewonnen hätte.

Keiselt drehte am Stück eine ganze Serie schnelle Runden, deren Zeiten nur um wenige Zehntel voneinander abwichen. Zweiter – dieser natürlich theoretischen Betrachtung – wäre Phil Harvey geworden, der in einer Gleichmäßigkeitsprüfung Dr. Hans-Werner Hein im originalen NSU TTS und Thorsten Babon im Fiat 127 Super auf die weiteren Plätze im Kampf der Zwerge verwiesen hätte.

Bilder vom Kampf der Zwerge beim Zolder Race Festival 2012


Kampf der Zwerge beim Zolder Race Festival 2012Infos zum Titelbild:
Der Kampf der Zwerge beim Zolder Race Festival 2012
Der Kampf der Zwerge beim Zolder Race Festival 2012
 

5 Kommentare

  1. Dat mit die Lizenz is klar, die wollen Eure Kohle ham.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *