Oldtimer & Youngtimer

Rückblick auf die „ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen“ 2013

ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen

In den vergangenen Jahren haben wir viele Oldtimer-Veranstaltungen als Zuschauer besucht. Dank einer Einladung des Teams von Opel Classic konnten Max und ich am vergangenen Wochenende einen interessanten Wechsel der Perspektive vornehmen. Am Steuer eines seltenen Opel Rekord C Cabrio haben wir die „ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen“ bestritten.

Die „ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen“ gehört zu den traditionsreichsten Oldtimerfahrten in Deutschland. Am Vatertags-Wochenende lud der ADAC Hessen-Thüringen zum 19. Mal zu seiner großen Oldtimerfahrt ein. Seit 1994 organisiert der ADAC Hessen-Thüringen die Veranstaltung in unterschiedlichen Regionen seines Tätigkeitsgebiets.

ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen

Die Barockstadt Fulda war der Mittelpunkt der 19. ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen (Foto: Max Schwede)

In diesem Jahr war Fulda der Mittelpunkt der Oldtimerfahrt. Zu bewältigen waren zwei Tagesetappen über zusammen 450 Kilometer. Mehr als 120 Teilnehmer stellten sich dieser Herausforderung. Ausgeschrieben wird die „ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen“ in zwei unterschiedlichen Wertungen.

Die Wertungen der „ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen“

Die meisten Teilnehmer wählten wie Max und ich die Touristikwertung. Grundlage der Wertung sind in dieser Klasse elf Gleichmäßigkeitsprüfungen, die Bestandteil der Streckenführung sind. Bei diesen Prüfungen gibt der Veranstalter eine Setzzeit vor.

Aufgabe der Teilnehmer ist, diese Vorgabe beim Durchfahren der Prüfung möglichst exakt einzuhalten – mit allen Unwägbarkeiten des Straßenverkehrs. Gemessen wird auf die 1/100 Sekunde genau. Eine Sekunde Abweichung bedeutet einen Strafpunkt für die Fahrzeugbesatzung.

Schon am Begrüßungsabend am Donnerstag stellen wir fest, dass die meisten Teilnehmer Wiederholungstäter sind. Wir fragen uns, ob wir nicht besser das Angebot des Veranstalters, am Donnerstag ein Lichtschrankentraining zu absolvieren, angenommen hätten.

Unser Einsatzgerät

Opel Rekord C Cabrio

Unser Einsatzgerät: Opel Rekord C Cabrio (Fotos: Max Schwede)

Am Freitag lernen wir unser Einsatzgerät kennen. Das Rekord C Cabrio entstand 1967 bei der Kölner Karosseriebaufirma Deutsch. Es basiert auf einer zweitürigen Rekord Limousine. Der 1.698 ccm große Vier-Zylinder leistet serienmäßig 75 PS.

Bei Bedarf ist das 2006 von Opel Classic restaurierte Cabrio 148 km/h schnell. Max und ich sind die „ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen“ überwiegend offen gefahren. So bleiben die 148 km/h ein theoretischer Wert. Mehr als 80 km/h haben wir dem Rekord während der zwei Tage selten zugemutet.

Opel begeistert die Menschen

Die Strecke führt uns am ersten Tag über rund 280 Kilometer von Fulda aus nach Thüringen und Nord-Bayern. Überall an der Strecke grüßen uns viele begeisterte Zuschauer. Besonders in den Dörfern entlang der ehemaligen Grenze lockt die Oldtimerfahrt die Menschen in großer Zahl an.

ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen

Zuschauer bei der ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen 2013 (Foto: Max Schwede)

Der Anblick unseres Opels sorgt bei vielen Zuschauern für ein Lächeln. An den Durchfahrtskontrollen fragen die Zuschauer interessiert nach Daten zum Rekord. Mehrfach hören wir, dass der Rekord früher ein treuer Begleiter der Familie war.

Aller Anfang ist schwer

Bei der ersten Wertungsprüfung stellen wir fest, dass wir bei der Vorbereitung naiv waren. Statt auf ein GPS-System oder auf einen Laptop vertrauen wir ausschließlich auf den Timer unseres Handys. Beim Passieren der Lichtschranke startet Max diesen und zählt anschließend auf der Strecke die Sekunden locker herunter.

Später erfahren wir, dass wir die erste Prüfung mit 1,04 Sekunden Abweichung bewältigt haben. Um den Sieg können wir damit nicht kämpfen. Die Besten treffen die vorgebenden Zeiten tatsächlich bis auf wenige 1/100 Sekunden genau, sammeln am Ende – insgesamt – weniger als zwei Sekunden an! In der zweiten Prüfung fahren wir satte 2,94 Strafpunkte zusammen. Vermutlich liegen wir damit am Ende des Starterfelds.

Wir stellen unsere Taktik um

Wir orientieren uns nicht mehr an den vorgebenden Geschwindigkeiten, die auf den ein bis zwei Kilometer langen Prüfungen bei rund 30 km/h liegen. In den weiteren Prüfungen starten wir sportlich. Fahren zügig zum Ende der Prüfung und rollen dann kontrolliert mit Schrittgeschwindigkeit ins Ziel. Das klappt deutlich besser. Schon im dritten Versuch gelingt es uns, die Abweichung auf 0,29 Sekunden zu reduzieren.

Damit sind wir in dieser Prüfung 32. aller Teilnehmer. In den nächsten Prüfungen verpassen wir die Vorgaben des Veranstalters nur noch um 0,09 und 0,03 Sekunden. Das sind in diesen Prüfungen die Plätze elf und fünf. Am Ende des Tages haben wir uns damit auf den 25. Platz des Gesamtklassements vorgekämpft.

Mit Zuversicht gehen wir in den zweiten Tag

Die Strecke führt diesmal westlich von Fulda durch Hessen. An den Steigungen im Naturpark Hoher Vogelsberg zeigt sich, dass der Rekord kein kleiner Sportwagen ist. Bis in den zweiten der vier Gänge müssen wir an zurückschalten, um die Steigungen zu bewältigen. Trotzdem genießen wir es, langsam aber offen durch die Landschaft zu gleiten.

Rekord C Cabrio

Besonders offen überzeugt der Rekord C Cabrio (Foto: Max Schwede)

Die Rhein-Weser-Wasserscheide passieren wir offen. Nur während einiger kurzer Regenschauer schließen wir das Verdeck. Das geht mit etwas Muskelkraft schnell. Max und ich entwickeln dank des wechselhaften Wetters eine gewisse Übung darin, die Persenning in Rekordzeit an- oder abzuknöpfen.

Sportlich läuft es nicht so gut

Die erste Gleichmäßigkeitsprüfung des Tages passt noch halbwegs. Doch in der zweiten Prüfung des Tages sind wir zu schnell. Vor der Lichtschranke ist das Anhalten nicht erlaubt. Wir sind rollen mehr als drei Sekunden zu früh ins Ziel dieser Prüfung. Das wirft uns gewiss weit zurück. Immerhin bestätigen wir anschließend die Leistungen des Vortags, indem wir in der Abschlussprüfung eine Abweichung von 0,09 Sekunden schaffen.

Damit gehören wir in dieser Prüfung erneut zu den Top 5 aller Starter. Doch leider ist ausgerechnet dieses Ergebnis wertlos. Der Veranstalter annulliert diese Prüfung, weil an der Lichtschranke im Ziel ein Hinweisschild fehlt. Sicherlich regelgerecht, für uns leider extrem ärgerlich.

Die blubbernde Rennmaus wartet schon

Als am Ende zusammengezählt wird, sind wir 36. der Gesamtwertung. Trotz aller Probleme haben wir bei unserem Vatertagsausflug im oberen Drittel des gesamten Felds behauptet. Das macht Lust auf mehr. Könnte gut sein, dass auch wir zu Wiederholungstätern werden. Unser Mini wartet schon darauf, Hessen und Thüringen kennenzulernen.

Vielen Dank an das Opel Classic Team für die Einladung zu den „ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen“


ADAC Opel Classic Hessen-ThüringenInfos zum Titelbild:
Das Rekord C Cabrio und seine Brüder während der ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen (Foto: Max Schwede)
Das Rekord C Cabrio und seine Brüder während der ADAC Opel Classic Hessen-Thüringen (Foto: Max Schwede)
 

4 Kommentare

  1. Jörg aus F.

    Wie Laptop? Im Oldtimer?
    Sorry, das geht ja wohl gar nicht. Handgestoppt und eine analoge Uhr wäre ok. Aber GPS und Laptop ist doch etwas für Fahranfänger.

  2. Ralf Neumann

    Der Rekord ist wirklich schön. Mein Onkel hatte den als Coupé. Da bin ich immer gern mitgefahren.

  3. Nice greetings :-)

    Schau mal rüber zu mir :-)

    Liebe Bloggergrüße, war schön Euch kennenzulernen,

    AnneSvea

  4. Patrick

    Sehr schöner Rekord C! Sieht man leider viel zu selten, solche Perlen. Ist das der Orginallack?

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