Oldtimer & Youngtimer

VDA-Studie: Oldtimer-Besitzer fahren vorausschauend und sicher

Den Verband der Automobilindustrie (VDA) habe ich bisher gar nicht auf der Rechnung gehabt, wenn ich Material für mein Oldtimer-Blog 1300ccm.de gesucht habe. Denn der VDA ist – laut Eigenbeschreibung – der Interessenverband der deutschen Automobilhersteller und Automobilzulieferer. Und dazu gehört inzwischen wohl auch die Traditionspflege. Denn das Oldtimer-Referat des VDA hat nun das Unfallverhalten von historischen Fahrzeugen untersuchen lassen.

Das Fazit dieser Studie, die das Institut für Verkehrsunfallforschung der Technischen Universität Dresden im Auftrag des VDA erstellt hat, ist einfach. Wer am Steuer eines Oldtimer sitzt, fährt sehr vorausschauend und sicher. Dazu trägt auch bei, dass die Oldtimer auf unseren Straßen überwiegend in einem guten technischen Zustand sind.

Oldtimer sind dadurch nur sehr selten in Unfälle verwickelt

Die Unfallforscher aus Dresden beziehen sich bei dieser Aussage auf die Unfallstatistiken der Jahre 2010 und 2011. Oldtimer, also Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind, machen zurzeit rund 0,9 Prozent des Pkw-Bestands in Deutschland aus. Sie sind aber nur an 0,1 Prozent aller Unfälle beteiligt. Und auch bei den schweren Unfällen mit Personenschaden fallen Oldtimer seltener als andere Fahrzeuggruppen auf. 2011 wurden auf 100.000 zugelassene historische Fahrzeuge gerade einmal 91 Unfälle mit Personenschaden registriert.

Bei jüngeren Fahrzeugen, wie zum Beispiel den bis zu neun Jahre alten Fahrzeugen, zählten die Forscher hingegen 753 Fälle pro 100.000 Fahrzeug-Zulassungen. Auf die Frage, warum Oldtimer weniger als andere Fahrzeuge an Unfällen beteiligt sind, nannte VDA-Präsident Matthias Wissmann zwei Gründe: „Das liegt vor allem an den Haltern: Oldtimerbesitzer gehen offenbar sehr sorgsam mit ihrem historischen Auto um, sie fahren sehr vorausschauend und defensiv. Damit sind sie auch für andere Verkehrsteilnehmer Vorbild.“

Doch der ehemalige Verkehrsminister wies noch auf einen zweiten Grund hin: „Der Zustand der historischen Fahrzeuge auf unseren Straßen ist aufgrund der ständigen Pflege und Erhaltung so gut, dass technische Mängel bei Oldtimern seltener als Unfallursache auftreten als im Durchschnitt bei allen anderen Fahrzeugen.“ Wissmann bezieht sich dabei darauf, dass der Studie nach technische Mängel bei Oldtimern seltener eine Rolle als Unfallursache spielen als bei Neuwagen.

Die Mängelquote – die Zahl von Pkw mit einem technischen Mangel als Unfallursache je 100.000 zugelassene Fahrzeuge – betrug bei den über 30 Jahre alten Fahrzeugen im Untersuchungszeitraum nämlich nur 0,8. Bei den bis zu neun Jahre alten Neuwagen beträgt diese Quote 1,5 – bei den Fahrzeugen, die zwischen 20 und 29 Jahre alt sind, sogar 4,6.

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