Egal wie heiß oder wie kalt es ist – Du erwartest, dass Dein Auto funktioniert. Wie testen die Autobauer das eigentlich? Seat gab uns einen kleinen Einblick, wie man dort seine Autos in jeder Klimazone testet.

In diesen Tagen stöhnen praktisch alle über die aktuelle Hitzewelle. Regelmäßig dringt das Thermometer in Bereiche vor, die viele von uns eher mit kargen Wüstenlandschaften als mit dem gemäßigten Klima Mitteleuropas verbinden. Trotzdem erwarten wir, dass unsere Autos auch bei diesem Wetter klaglos ihren Dienst verrichten. Damit das funktioniert, treiben die Entwickler der großen Autobauer viel Aufwand. Sie testen Teile und Prototypen in praktisch jeder „Klimazone“.

Wie SEAT seine Autos in jeder Klimazone testet

Seat gab uns vor ein paar Tagen einen Einblick dazu, wie groß dieser Aufwand tatsächlich ist. Denn der spanische Autobauer testet seine Autos genauso in arktischer Kälte wie in heißen Wüsten. Wobei er die dafür notwendigen Temperaturen auch künstlich erzeugt. In seinem Entwicklungszentrum verfügt der Autobauer dazu über spezielle Klimakammern. Mit ihnen lassen sich ein ganzes Auto oder ausgewählte Einzelteile ganz nach Wunsch abkühlen oder aufheizen.

Damit können die Techniker bereits bei der Entwicklung eines Autos prüfen, wie ein bestimmtes Teil auf extreme Temperaturen reagiert. Die Bandbreite der Tests reicht von 40 Grad minus bis 110 Grad plus. So überprüft SEAT nicht nur Funktion und Nutzbarkeit. Denn gerade Hitze macht die Erkennung von unangenehmen Gerüchen einfacher. SEAT heizt daher in der Klimakammer seine Fahrzeuge auf mehr als 60 Grad auf, um die mögliche Geruchsbildung zu überprüfen.

Aber auch der Komfort kommt nicht zu kurz. Denn beheizbare Sitze können in einer Viertelstunde eine Temperatur von 40 Grad erreichen. Um zu prüfen, ob sich ein Sitz dabei gleichmäßig erwärmt, prüfen Techniker die Sitze mit einer Wärmebildkamera. Für die spätere Vergleichbarkeit der Versuche kommt das Auto dazu übrigens in eine Kabine mit 20 Grad Celsius.

Sitzprobe mal anders – Test mit der Wärmebildkamera
Sitzprobe mal anders – Test mit der Wärmebildkamera – Foto SEAT

Doch auch ganze Fahrzeuge testet SEAT unter extremen Bedingungen auf ihre Kälte- und Hitzebeständigkeit. An einem Ort in der Nähe des Polarkreises legen Prototypen bei minus 35 Grad Celsius bis zu 30.000 Kilometer zugefrorenen Seen zurück. Dabei führt der Autobauer mehr als 60 unterschiedliche 60 Analysen durch. Neben dem Fahrverhalten stehen dabei auch Tests des Startverhaltens und natürlich die Funktion von Heizungen im Mittelpunkt.

Oimjakon und Al-Aziziya trennen 14.000 Kilometer und 100 Grad

Ähnliches passiert auch bei Temperaturen am anderen Ende der Temperaturskala. Denn auch in Wüstenregion mit 45 Grad überprüft SEAT seine Fahrzeuge. Neben Test der Staubaufnahme und der Fahrfähigkeit auf Schotter geht es dabei auch um die Klimaanlagen.

Testfahrt in der Wüste
Testfahrt in der Wüste – Foto SEAT

Mit solchen aufwendigen Tests stellen Autobauer sicher, dass ihre Fahrzeuge möglichst an jedem Ort der Erde funktionieren. Denn die Temperaturen auf der Erde schwanken in einer beeindruckenden Spannbreite. Als kältester bewohnter Ort der Erde gilt das sibirische Dorf Oimjakon. In ihm gibt es regelmäßig Temperaturen von bis zu 50 Grad unter null. Gleichzeitig messen Meteorologen in der libyschen Stadt Al-Aziziya regelmäßig Temperaturen von mehr als 50 Grad. Weshalb sie als der heißeste Ort der Welt gilt.

Angesichts dieser Temperaturen lassen sich die 30 Grad, die gerade über dem Ruhrgebiet liegen, übrigens fast schon klaglos aushalten.

 

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Geruchsprobe in der Klimakammer

Foto: SEAT