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Auto Blogger für mehr Fahrsicherheit: So funktioniert das Reißverschlusssystem

Reißverschlussverfahren in 200 m

Jeder Autofahrer kennt das. An der Zusammenführung von zwei Fahrspuren oder vor einem Hindernis setzt in schöner Regelmäßigkeit das große Chaos ein. Lange Staus behindern das Fortkommen. Dabei ist das Reißverschlusssystem, das dieses Chaos verhindert, eine simple Sache.

Das ist unverständlich, weil das Reißverschlusssystem eine gesetzliche Vorgabe darstellt. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) gibt das richtige Verhalten eindeutig vor. In §7 StVO heißt es im nüchternen Deutsch der Jurisprudenz:

„Ist auf Straßen mit mehreren Fahrstreifen für eine Richtung das durchgehende Befahren eines Fahrstreifens nicht möglich oder endet ein Fahrstreifen, so ist den am Weiterfahren gehinderten Fahrzeugen der Übergang auf den benachbarten Fahrstreifen in der Weise zu ermöglichen, daß sich diese Fahrzeuge unmittelbar vor Beginn der Verengung jeweils im Wechsel nach einem auf dem durchgehenden Fahrstreifen fahrenden Fahrzeug einordnen können (Reißverschlussverfahren).“

Trotz dieser gesetzlichen Vorgabe fällt es vielen Fahrzeuglenkern schwer, bis zur Verengung aufzurücken, um erst dort die Spur zu wechseln. Wobei im Optimalfall alle Beteiligten rollend das Hindernis passieren und einen Stau vermeiden.

Die Realität auf der Straße ist eine Andere. Wer richtigerweise nach vorne durchfährt, hat Probleme dort noch die Spur zu wechseln. Das prägt die anderen Verkehrsteilnehmer. Sie verlassen deutlich vor dem Ende ihre Fahrspur.

Oft mit der Konsequenz, dass durch den Wechsel jemand auf der anderen Fahrspur abbremsen muss. Dieses Bremsen ist ein Stauimpuls, der bei dichtem Verkehr zu einer verhängnisvollen Kettenreaktion führt. Die Konsequenz ist eine Stauwelle, die sich ggfs. bis zum Stillstand nach hinten fortsetzt.

So klappt das Reißverschlusssystem:

Der Verkehr soll sich erst unmittelbar vor dem Beginn der Verengung wechselweise auf einer Spur einordnen. Vor dem Hindernis abwechselnd ein Fahrzeug von links, ein Fahrzeug von rechts. Genau wie bei einem Reißverschluß.

  • Falsch ist, sich weit vor der Verengung auf den durchgehenden Fahrstreifen einzuordnen.
  • Richtig ist, erst kurz vor der Verengung die Spur zu wechseln.
  • Richtig ist, die Kommenden ohne Behinderung einordnen zu lassen.
Mit der Aktion „Blogger für mehr Fahrsicherheit“ weisen führende deutsche Autoblogger regelmäßig auf Verkehrsprobleme hin. Diesmal haben neben dem 1300ccm, dem Auto-Blog für echte Auto-Natives, diese Auto-Blogger an der Aktion teilgenommen: Jens Stratmann, Kai Bösel, Matthias Lehming, Matthias Luft, Mikhail Bievetskiy, Oli Walther, Thomas Majchrzak, Ulli Pölzlbauer.

Reißverschlussverfahren in 200 mInfos zum Titelbild:
Weil die Autofahrer sich nicht an die Regeln halten, kennt die StVO Zeichen, die an das Einhalten der Regeln erinnern.
Weil die Autofahrer sich nicht an die Regeln halten, kennt die StVO Zeichen, die an das Einhalten der Regeln erinnern.
 

8 Kommentare

  1. Genau so ist es, danke fürs Aufgreifen des Themas:
    Viele wechseln früh die Spur, um am Hindernis nicht darauf angewiesen zu sein, dass sie ein anderer „gnädigerweise“ in seine Spur reinlässt.
    Dies hat zur Folge, dass auf der Spur mit dem Hindernis teilweise hunderte von Metern freie Fahrt herrscht.
    Verhält sich ein Autofahrer dann regelkonform und fährt bis zum Hindernis (weil es gibt ja eigentlich keinen Grund die Spur zu wechseln) ist er der „böse“ Drängler.
    Komischerweise sollte jeder Führerscheinbesitzer diese Situation in seiner Führerscheinausbildung gelernt haben . . . ??!

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