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Was meint Ihr? Kommt die Autobahnmaut auch für PKW?

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Die Politik benötigt Geld, um das Gemeinwesen im gewohnten Umfang zu finanzieren. Eine wichtige Einnahmequelle ist die Kfz-Steuer, die seit 2009 dem Bund zusteht. Bereits 2004 zahlten die Deutschen mehr als 8,5 Milliarden Euro dafür, ein Auto zu besitzen. Eine Menge Geld und doch scheint der Politik dies noch nicht genug Geld zu sein. Denn die 2005 zusätzlich eingeführte Lkw-Maut ergänzt die Abgaben für den Verkehr – neben der Mineralölsteuer – um eine benutzungsabhängige Komponente. Immer wieder wird diskutiert, die Maut auch auf Pkw auszudehnen.

Ein wichtiges Argument der Politiker, die dies fordern, ist, dass damit auch ausländische Besucher für die Benutzung der deutschen Straßen zahlen würden. Diese Begründung musste in der Vergangenheit bereits für die eine oder andere Erhöhung der Mineralölsteuer herhalten. Denn auch bei diesen Erhöhungen wurde gern argumentiert, dass diese Abgabe ja auch die Besucher zahlen, die auf ihrer Reise durch Deutschland tanken. Nun verfügt unser Land über ein vergleichsweise dichtes Tankstellennetz, das viele Anreize zum Besuch einer der immer noch zahlreichen Tankstationen bietet. Trotzdem ist das Argument natürlich zu vernachlässigen, denn Deutschland lässt sich ja durchaus mit einer einzigen Tankfüllung durchqueren, die vorher im billigeren Nachbarland getankt wurde.

Gerade die zahlreichen Lkw, die durch Deutschland fahren, besitzen zu diesem Zweck Extratanks. Als diese Erkenntnis sich auch in der Politik hinreichend verfestigt hatte, ersann man die Lkw-Maut. Mit einem technologisch anspruchsvollen System, indem neben Satelliten und zahlreiche automatische Mautbrücken den Verkehr auf deutschen Autobahnen lückenlos überwachen, bessert der Bund seit 2005 seinen Haushalt auf. Wieder musste der Transitverkehr als Teil der Begründung herhalten: Wenn die Euch die Straßen zerstören, dann sollen die auch dafür bezahlen!

Gleichzeitig wurde dem Wahlvolk der Pkw-Fahrer versprochen, dass nicht gedacht sei, die Maut auf Pkw auszuweiten. Eine gute halbe Dekade später sieht das anders aus. Fast hat man den Eindruck, dass die Politik nur noch auf einen günstigen, also möglichst wenige Wählerstimmen kostenden, Zeitpunkt wartet, um die Mauteinnahmen zu steigern. Die Vielfahrer und Bequemen würden ihre Fahrzeuge mit einer On-Board-Unit für die automatische Erfassung ausrüsten.

Wer sich nur einmal im Jahr auf weiteren Strecken in den Urlaub quält, greift wahrscheinlich auf Produkte wie die „Aral CardTruck“ mit ihrem Mautrechner und weiteren Serviceleistungen zurück, um die Mautstellen-Terminals zu meiden. Wer das nicht macht, der kann dann beim Stopp, wie vor dem Klo und vor der Pommes-Theke, als Teil einer zufälligen Schicksalsgemeinschaft im meist heimeligen Umfeld der Autobahnnebenbetriebe zum dritten Mal in der Schlange stehen.

Bleibt wahrscheinlich nur zu hoffen, dass die Politik für das Geld der Autofahrer auch einen konkreten Gegenwert bietet. Deutsche Urlauber, die beispielsweise in Frankreich für die Nutzung der Autobahnen zahlen, können für ihr Geld in unserem westlichen Nachbarland stets prima ausgebaute Autobahnen unter die Räder nehmen. Denn, ob die Politik der Versuchung der Steuererhöhung, wie sie eine Maut einfach darstellt, widerstehen kann, ist ja wohl mehr als fraglich.

Oder?

6 Kommentare

  1. ganz klar, das kommt!!! der autofahrer is doch die melkkuh der nation

  2. Steuerzahler

    Natürlich kommt das!

  3. Sebastian Richelt

    Die LKWs waren doch nur die Testobjekte. Bei ihnen macht es übrigens meiner Meinung nach relativ viel Sinn. Aber das die PKWs dran kommen, ist leider nur eine Frage der Zeit…

  4. Ein Grüner

    Sicher, werden wir das machen. Denn Ihr Auto-Narren fahrt einfach zu viel. Statt bequem mit Bus und Bahn zu reisen, staut Ihr Euch in endlosen Blechlawinen dem Ziel entgegen. Wer immer noch so doof ist, das Auto zu nehmen, der muss dann endlich dafür richtig bluten.
    Selbst Schuld!!!!

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