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Caterham und Renault gründen die Société des Automobiles Alpine Caterham

Alpine-Werk in Dieppe

Seit 1978 gehört die „Société des Automobiles Alpine“ zu Renault. Doch obwohl Renault bis heute im Stammsitz des Unternehmens in Dieppe Fahrzeuge fertigt, ist es um den Namen Alpine selbst sehr stillgeworden. Schon seit Längerem kann man keine neue Alpine mehr kaufen. Auch als Sportbezeichnung für Renault-Modelle hat der Name längst ausgedient. Adelte der Name einst selbst einen Kleinwagen zum „Renault R5 Alpine“, heißt das heutige Spaßmobil der Franzosen schnöde „Mégane Sport“.

Doch nun gibt es Hoffnung für Freunde der Marke Alpine. Denn Caterham und Renault gaben heute bekannt, dass Renault 50% des Unternehmens Alpine an Caterham verkauft hat. Gemeinsam mit der britischen Marke möchte man exklusive Sportmodelle entwickeln. Die neu formierte „Société des Automobiles Alpine Caterham“, an der beide Unternehmen zur Hälfte beteiligt sein werden, soll Sportwagen entwickeln, die den Namen und der Tradition von Alpine und Caterham gerecht werden. Die ersten Fahrzeuge dieser Zusammenarbeit werden in drei bis vier Jahren auf den Markt kommen.

Kennengelernt haben sich beide Partner in der Formel 1

Seit 2011 fährt der heute als Caterham F1 Team bekannte Rennstall des malaysischen Unternehmers Tony Fernandes mit den Motoren der Franzosen. Tony Fernandes, mit der Gründung der Fluglinie AirAsia zum Multi-Millionär aufgestiegen, betreibt das Team bereits seit 2010. Zunächst ging die Mannschaft als Team Lotus unter einem traditionsreichen Namen an den Start. Fernandes hatte dazu die Namensrechte von David Hunt erworben, ohne jedoch eine Verbindung zum Autohersteller Lotus zu besitzen. Dafür gewann Fernandes die Unterstützung der Familie Chapman.

Heute gibt Tony Fernandes zu, dass diese Namenswahl vor dem Hintergrund erfolgte, über eine Partnerschaft mit Lotus in den Sportwagenmarkt einzusteigen. Doch nachdem der inzwischen entlassene Lotus-Chef Dany Bahar ebenfalls in die Formel 1 strebte und (ausgerechnet) die Namensrechte an den ehemaligen Renault-Werkswagen erwarb, verlor Fernandes die Lust, Werbung für einen Anderen zu machen – zumal sich die Partnerschaft mit Lotus Cars nicht realisieren lies.

Caterham und Renault schaffen die Société des Automobiles Alpine Caterham

Im April 2011 kaufte Tony Fernandes dem Sportwagenhersteller Caterham, der inzwischen dem Formel 1 Team des Unternehmers den Namen gibt. Konsequent vernetzte Fernandes das Formel 1 Team mit dem Sportwagenbauer. Unter der Führung von Mike Gascoyne, der auch der Chefdesigner des Formel 1 Teams ist, entstand im britischen Leafield „Caterham Technology and Innovation“. Ein Unternehmen, das sich unter anderem als Spezialist für moderne Werkstoffe und Fertigungsverfahren einen Namen gemacht hat.

Mit diesem Know-how hat „Caterham Technology and Innovation“ schnell zahlreiche Kunden Automobil- und Luftfahrtindustrie gewonnen. Eine Expertise, die sicherlich auch den zukünftigen Sportwagen der „Société des Automobiles Alpine Caterham“ gut zu Gesicht stehen wird. Renault bringt in die Ehe das Alpine-Werk in Dieppe ein. Hier entstehen gegenwärtig die Straßen- und Wettbewerbsfahrzeuge von Renault Sport. In der Planung für das neue Unternehmen spielt das Werk eine zentrale Rolle, auch wenn weiterhin Caterham Fahrzeuge in Großbritannien entstehen sollen. So soll der legendäre Caterham 7 weiterhin in Dartford in der Grafschaft Kent entstehen.

Seit Jahren träumen Fans von einer neuen Alpine

Mit dem Kauf von 50% des Unternehmens Alpine durch Caterham kann der Traum vom Comeback der legendären Marke Alpine endlich Gestalt annehmen. Durch die Kooperation von Renault und Caterham kann eine neue Alpine ohne die Zwänge des Großunternehmens Renault entstehen. Der erste Schritt wird der Aufbau einer gemeinsamen Entwicklungsabteilung sein, die das Know-how der beiden Partner zusammenführen soll. Anschließend will man mit einer Machbarkeitsstudie den weiteren Weg aufzeichnen.

Autofans dürfen wirklich gespannt sein, was da in Dieppe und Leafield entstehen wird. Könnte wirklich gut werden, auch wenn wir den ersten Sportwagen des neuen Unternehmens noch nicht 2013 sondern erst in einigen Jahren bestaunen dürfen. Denn offensichtlich ist der Deal sehr gut vorbereitet. Tony Fernandes hat über das Formel 1 Team das richtige Team gebildet, um auch die „Société des Automobiles Alpine Caterham“ zum Erfolg zu führen. Und ich weiß seit heute, worauf ich spare!


Alpine-Werk in DieppeInfos zum Titelbild:
Das Alpine-Werk in Dieppe (Foto: Renault)
Das Alpine-Werk in Dieppe (Foto: Renault)
 

4 Kommentare

  1. Da darf man echt gespannt sein, Alpine wird dann der kleine geschlossene Renner. Und als Caterham kommt die offene Fahrmaschine ala KTM oder ATOM

  2. Ob die neue Alpine aus dieser Ehe etwas mit der Studie zu tun haben wird, die Renault vor einiger Zeit gezeigt hat?

  3. Oh, ich hoffe die neue Alpine hat nichts mit der Studie zu tun! Alpine stand wie auch Lotus für kleine leichte Sportwagen, die deutlich leistungsstärkere Fahrzeuge nach belieben alt aussehen liesen. Ich hoffe man besinnt sich auf diese Tugenden und nicht ein weiteres Auto à la Höher, Schneller, Weiter was jeneits der 100kEuro preislich liegt.

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