Die „Deutsche Rennsport Meisterschaft“ (DRM) steht für die wohl aufregendsten Tourenwagen aller Zeiten. Porsche, Ford und BMW, später auch Lancia und Toyota definierten in der DRM zwischen 1977 und 1981 zu jedem Rennen das Machbare des Tourenwagensports neu. Unter den dünnen Kunststoff-Karosserien der sogenannten Super-Produktionswagen verbargen sich Gitterrohr-Rahmen, zum Teil aus leichtem Aluminium, und extreme Renntechnik. Dies sorgte auf der Strecke für Rundenzeiten auf dem Niveau der damaligen Formel 1.

Ford Escort als FIA-Gruppe 2 Rennwagen
Ford Escort als FIA-Gruppe 2 Rennwagen

Die Idee zur „Deutschen Rennsport Meisterschaft“ ging auf Hugo Emde, Sport- und PR-Chef des Stoßdämpfer-Unternehmens Bilstein, Ford-Sportleiter Jochen Neerpasch und Fritz Jüttner von Bosch-Renndienst zurück. Nachdem diese drei 1972 den Zündfunken gesetzt hatten, entwickelte sich die „Deutsche Rennsport Meisterschaft“ schnell zu der in Europa wichtigsten Serie für Renntourenwagen.Ford Escort als Produktionswagen der FIA Gruppe 2 Ford Escort als Produktionswagen der FIA Gruppe 2 Wohl auch dank des einfachen Konzepts, das die sogenannten Produktionswagen in nur zwei Divisionen einteilte. In der Division I waren maximal zwei Liter Hubraum erlaubt. Wer mehr Hubraum hatte, der wurde in der Division II gewertet – Turbomotoren wurden mit einem Turbofaktor von 1,4 eingestuft. Im Premierenjahr war es der junge Hans-Joachim Stuck, der sich im Ford Capri den Titel sicherte. Auf den damals erst 21-jährigen Grainauer folgten mit Dieter Glemser und Hans Heyer zwei Piloten aus dem Rennstall von Erich Zakowski. Dessen Team, Zakspeed wurde dadurch schnell selbst so populär wie seine Fahrer.

Die Spezial-Produktionswagen

Während in der Frühzeit der „Deutschen Rennsport Meisterschaft“ zunächst Tourenwagen nach FIA-Gruppe 2-Regeln der Standard waren, sorgte der harte Wettbewerb bald für ein bisher unbekanntes Wettrüsten. Ab 1977 waren alle Topfahrzeuge nach den Regeln der FIA-Gruppe 5 aufgebaute (Super)-Tourenwagen . Auch wenn diese Fahrzeuge offiziell als sogenannte Spezial-Produktionswagen von ihren zahmen Brüdern abgeleitet wurden, handelte es dabei im Prinzip um reine Prototypen. Unter den dünnen Silhouetten der Karosserien verbargen sich Gitterrohr-Rahmen, zum Teil aus leichtem Aluminium, und extreme Renntechnik. Porsche, Ford und BMW, später auch Lancia und Toyota definierten in dieser Zeit das Machbare des Tourenwagensports fast täglich neu.

Die Team sorgten für Aufmerksamkeit

Porsche aus dem Team von Georg Loos
Porsche aus dem Team von Georg Loos

Dazu waren es weiter die Teams, die – häufig mit schillernden Persönlichkeiten an der Spitze – für Aufmerksamkeit sorgten. Unvergessen das ewig spannende Duell der Kölner Porsche-Duellanten Kremer und Loos. Es war schließlich 1977 Rolf Stommelen, der im Team des Kölner Immobilienkaufmanns und Renn-Enthusiasten Georg Loos für den ersten Titel eines Gruppe 5-Fahrzeug sorgte. Ein Jahr später siegte Harald Ertl im Schnitzer-BMW 320i turbo, während 1979 Klaus Ludwig mit dem Porsche 935 K3 im Zweikampf der Kölner Erzrivalen das Unentschieden für Porsche-Kremer erzielen konnte.

Inzwischen hatte die Entwicklung zu Tourenwagen geführt, die in Silverstone auf dem Niveau der damaligen Formel 1 unterwegs waren. Auf der Nordschleife fuhr Manfred Winkelhock im Gruppe-5 Ford Capri in 7:18,48 Minuten um den 22,835 km langen Kurs. Gerade einmal 8 Sekunden langsamer als Jody Scheckter im Tyrrell-Ford beim letzten Auftritt der Formel 1 auf der Nordschleife für seine schnellste Rennrunde benötigte.

Mit den sinkenden Zeiten steigen die Kosten

1980 feierte Hans Heyer im Lancia Beta Montecarlo seinen dritten Titel, ehe Klaus Ludwig im unglaublichen Zakspeed Capri den fünften Titel für Erich Zakowski holte. Dieser Erfolg bildete den Schlusspunkt einer spannenden Zeit. Denn das teure Wettrüsten, wurde zunehmend schwieriger zu finanzieren. Daher schrieb man – wohl auch als Folge der durch die FIA überarbeiteten internationalen Klassifizierungen – zur Saison 1982 die „Deutsche Rennsport Meisterschaft“ für Sportprototypen der damals neuen Gruppe C aus.

So endete die Epoche der wohl aufregendsten Tourenwagen aller Zeiten. Seit 2005 halten jedoch im Rahmen des AvD Oldtimer Grand Prix zahlreiche faszinierende Rennfahrzeuge aus dieser Zeit die Erinnerung an die Kult-Serie des Deutschen Motorsports wach. Am heutigen Sonntag besteht die letzte Möglichkeit, für einen Besuch beim Oldtimer Grand Prix 2009 .

 

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Auch heute noch schnell: Ford Capri aus der DRM (Foto: T. Schwede)

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