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Vision wird Realität: Volkswagen baut das 1-Liter-Auto VW XL1

VW XL 1

Zugegeben mit nur 50 Exemplaren bewegt man sich in Wolfsburg mit dem 1-Liter-Auto XL1 immer noch in einem sehr exklusiven Rahmen. Trotzdem ist das Auto, das VW jetzt in kleiner Stückzahl in Osnabrück fertigen wird, ein echter Meilenstein. Denn der VW XL1 wird sich mit einem Verbrauch von 0,9 l/100 km als das sparsamste Serienauto der Welt an die Spitze der aktuellen Verbrauchshitparade setzen.

Das 1-Liter-Auto hat bei Volkswagen Tradition. Denn der ehemalige Vorstandsvorsitzende Ferdinand Piëch hat schon vor mehr als 10 Jahren die Vision formuliert, ein alltagstaugliches Auto mit einem Verbrauch von weniger als einem Liter Kraftstoff anzubieten. Bereits 2002 fuhr Piëch mit einem Prototyp medienwirksam von Wolfsburg nach Hamburg. Unterwegs zu einer VW-Hauptversammlung verbrauchte der heutige Aufsichtsratvorsitzende der Volkswagen AG damals im Durchschnitt tatsächlich nur 0,89 Liter Diesel auf 100 km – mit einem strassenzugelassenen Fahrzeug.

Doch mit einem Serienauto hatte der Prototyp 2002 noch sehr wenig zu tun. Fahrer und Beifahrer saß zum Beispiel hintereinander in dem kleinen Auto, um die Stirnfläche des Fahrzeugs zu minimieren. Der Verzicht auf Außenspiegel, anderen Stelle Kameras eingesetzt wurden, und der Einsatz von Leuchtdioden als Lampen war 2002 noch reine Science Fiction. Der Einzylinderdiesel-Pumpe-Düse-Direkteinspritzer mit etwa 9 PS Leistung aus 299 cm³ Hubraum wirkte experimentel.

Der zweite Versuch: VW L1

Auch wenn die Verantwortlichen des Volkswagen-Konzerns zwischenzeitlich bestätigten, dass man das 1-Liter-Auto ab 2010 tatsächlich in Serie bauen wolle, wurde es in der Öffentlichkeit recht ruhig um das Projekt. Erst mit der Präsentation des zweiten Prototypen, dem Volkswagen L1 nahmen Auto-Freunde ab 2009 wieder wirklich Notiz von den Plänen.

VW XL 1 im Fahrversuch

Der VW XL 1 im Fahrversuch (Foto Volkswagen)

Zumal der L1 tatsächlich wie ein Fahrzeug wirkt, dessen Produktion vorstellbar erscheint. Ausgelegt als Hybrid vertraut der L1 auf einen Zwei-Zylinder-TDI-Diesel Motor mit 800 cm³ Hubraum sowie auf einen Elektromotor an der Vorderachse. Einer gewissen VW-Tradition folgend, steckt der Selbstzünder im L1 übrigens wie einst beim Käfer im Heck.

Die Gegenwart: VW XL1

Doch auch der L1 blieb eine Studie. Denn in die Felderprobung, wie man die jetzt vorgestelle Serienproduktion wohl besser bezeichnen sollte, geht Volkswagen mit dem vor zwei Jahren auf der Qatar Motor Show erstmals gezeigten VW XL1. Wer die Daten zum VW XL1 studiert, wähnt sich zunächst im Sportwagenbau. 795 kg Gewicht, ein Widerstandsbeiwert von 0,189 und die geringe Fahrzeughöhe von gerade einmal 1,15 Metern klingen eher nach Le Mans und Hunaudières-Gerade als nach Gelsenkirchen und Ringstrasse.

VW XL 1 Aufbau

Dieses Bild dokumentiert den Aufbau des VW XL 1 (Foto Volkswagen)

Im Gegensatz zu den beiden 1-Liter-Auto Vorgängern sitzen die Fahrgäste im VW XL1 nun nebeneinander, was dann deutlich mehr VW Polo als Messerschmitt Kabinenroller ist. Mit einer Länge von 3,88 Metern und einer Breite von 1,67 Metern entsprechen die Abmessungen des 1-Liter-Autos übrigens weitestgend dem 3,97 Meter langen und 1,68 breiten Polo. Nur in der Höhe unterbietet der XL 1 seinen Bruder um mehr als 30 Zentimeter.

Geblieben ist das Konzept eines Plug-In-Hybridsystems. Im VW XL1 besteht es aus einem Zweizylinder-TDI-Motor mit 48 PS und einem 27 PS starken Elektromotor. Damit ist der XL1 bei Bedarf 160 km/h schnell, kann aber bei Bedarf bis zu 50 Kilometern rein elektrisch fahren.

Wobei das mit dem Fahren so eine Sache ich, denn zunächst wird Volkswagen in Osnabrück nur 50 Stück des VW XL1 fertigen. Sie sollen an ausgewählte Kunden gehen – als Leasingfahrzeuge übrigens, was an den traurigen General Motors EV1 erinnert. Doch es gibt Hoffnung, denn angeblich will Volkswagen auf dem Autosalon in Genf bekannt geben, ob der XL1 tatsächlich einmal in größeren Stückzahlen gebaut werden soll und zu welchem Preis der XL1 vielleicht eines Tages beim freundlichen VW-Händler stehen wird.


VW XL 1Infos zum Titelbild:
VW XL 1 wird Realität, wenn auch zunächst nur 50 mal (Foto Volkswagen)
VW XL 1 wird Realität, wenn auch zunächst nur 50 mal (Foto Volkswagen)
 

4 Kommentare

  1. Mal ganz ehrlich, solche Scheiben gab es 1991 im Subaru SVX auch schon.

  2. Design erinnert an den Loremo

  3. Faszinierend konsequent entworfen und gestaltet!
    Auf diesem Niveau kann ich mir Fahrzeuge in Miet- & Sharing-
    Flotten gut vorstellen…
    Nun kommt die wahre Vision, die noch mehr Mut braucht, weil sie
    menschen- & weltumfassend antritt:
    Ich stelle mir solche Fahrzeug-Entwicklungsleistungen nun schon
    angewandt vor im Zusammenhang aller seit 1879 je gezeigter
    Ideen & Konzepte…

    AnthroMobile, MenschenKraftWagen, HumanPoweredVehicles
    ( bisher meist VeloMobil oder einfach LiegeRad genannt)
    und die dazu verfeinerte Architektur, Siedlungsplanung,
    Infrastruktur- & Verkehrsströmungslehre…

    Aktuell sind bereits ULTRALEICHT-Fahrzeuge in Produktion, deren
    Gesamtgewicht bei 8bis40 kg liegt – also 20bis100mal besser!
    Aus reiner Menschenkraft werden heute 2013 wirklich schon
    Tempi von 70 bis zu 130km/h auf optimierter flacher Veloroute erreicht
    (ohne Rückenwind, aber entspannt liegend und elegant geschützt).
    Dauertempo im Realverkehr Hannover-Berlin: über 40 km/h.
    Unter Idealbedingungen: bis zu 55km/h über 660km Reiseroute.
    Emissionen? CO2 ? = NULL = ZERO!
    Verbrauch: Getränk und Nahrung nach Geschmack&Erfahrung.
    MENSCH + GEIST (maximiert) + MATERIE (minimiert) = VISION!
    (Quellennachweise über den freien wissenschaftlich gemeinnützigen
    Verein HPV.org)
    Wie gesagt: so wunderbare Entwicklungsleistungen faszinieren,
    zeigen aber nur einen bestimmten Blick ins Mögliche und schon Erreichte.

    Wenn der Radsport Sponsoren anspricht, die wieder eine FREIE KLASSE
    fördern wollen (wie vor 1933, und versucht aber noch gescheitert ab 1973)
    werden „HUMAN-POWERED VEHICLES“ auch für alltägliche Wege
    und Transportaufgaben international sofort bekannt und „State of the Art“.

    Dank & Grüße von einem Freund menschlicher Entwicklungen

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