Opel 4/12PS Laubfrosch

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Immer wieder Genf: Opel Laubfrosch (1924)

7 Mrz , 2013  

Opel-Gründer Adam Opel produzierte Nähmaschinen, seine Söhne überzeugten ihn, auch Fahrräder zu bauen. Doch vom Auto wollte Adam Opel nichts wissen. Erst drei Jahre nach seinem Tod wandten sich seine Söhne 1898 dem Autobau zu. Zunächst entstanden Fahrzeuge, wie der „Doktorwagen“ Opel 4/8 PS, für die Oberschicht des Deutschen Reichs. An Fahrzeuge für den kleinen Mann dachte man zunächst nicht.

Henry Ford veränderte mit seinem T-Modell alles

Denn Ford bewies durch die Einführung der Fließbandfertigung, wie günstig sich Autos arbeitsteilig herstellen lassen. Damit war es sogar der Mittelschicht möglich, sich ein eigenes Auto zu leisten. Opel sorgte dafür, dass dies auch in Deutschland möglich wurde. 1924 stattete man das Opelwerk in Rüsselsheim mit Fließbändern aus – als erster deutscher Autobauer. Und es war dem in Genf vorgestellten Opel 4 PS „Laubfrosch“ vorbehalten, Deutschland auf freundliche Art mobilzumachen.

Obwohl sein Preis von 4.500 Reichsmark beim Produktionsstart 1924 immer noch fast dem Gegenwert eines Eigenheims entsprach. Doch dank der Fließbandfertigung konnte der Preis in den folgenden Jahren kontinuierlich abgesenkt werden. Gegen Ende der Bauzeit kostete ein Opel Laubfrosch in der einfachsten Ausführung nur noch 1.990 Reichsmark.

Doch der Opel Laubfrosch ist auch aus anderen Gründen interessant. Denn als der kleine Opel 1924 auf dem „Salon international de l’auto de Genève“ vorgestellt wurde, entbrannte in Paris ein Sturm der Entrüstung. André Citroën und seine Ingenieure erkannten im Opel Laubfrosch „ihren“ 1922 vorgestellten Kleinwagen Citroën Typ C wieder. Plagiatsvorwürfe machten die Runde.

Und tatsächlich, wer die beiden Fahrzeuge heute vergleicht, kann diese Vorwürfe nicht ganz von der Hand weisen. Beide Fahrzeuge – angeboten zunächst nur als zweisitziges Cabriolet – ähneln sich. Markant ähnlich ist auch die Idee, das Ersatzrad rechts an der Karosserie zu befestigen und die Form des Hecks, die bei beiden Fahrzeugen einem Boot ähnelt.

Es gab auch deutliche Unterschiede 😉

Während Opel einen Vierzylinder mit einem Hubraum von 951 ccm vorstellte, gab es bei Citroën „nur“ 856 ccm. Zudem war der Radstand bei Opel, den auch einen deutlich anderen Kühler zierte, immerhin 5 mm länger. Dazu zeigte sich Opel fortschrittlich, denn die Bordelektrik des Opel Laubfrosch wurde bereits mit 12 Volt betrieben. Der Citroën vertraute, wie die meisten Autos seiner Zeit, noch auf 6 Volt.

Trotz der Unterschiede bemühte André Citroën die Gerichte, die seine Klagen jedoch abwiesen. Heute kann man wohl davon ausgehen, dass den Opel-Entwicklern der Citroën Typ C bekannt war, sie das Vorbild jedoch konsequent „weiterentwickelt“ haben. Wobei die Unterschiede für den Mann und die Frau auf der Straße ehrlich gesagt kaum nachvollziehbar sind.

Für die Kunden war der auffälligste Unterschied, dass die Autos bei Citroën zunächst ausschließlich Zitronengelb hergestellt wurden, während der Opel zunächst nur in Grün verfügbar war. Wodurch der Opel, der für seine Erbauer Opel 4 PS hieß, im Volksmund seinen Spitznamen „Laubfrosch“ bekam. Und nebenbei wurde auch die Redewendung „Dasselbe in Grün“ durch den Opel Laubfrosch weit bekannt, obwohl sie vermutlich im Kern deutlich älter als der Opel ist.


Opel 4/12PS LaubfroschInfos zum Titelbild:
Opel 4/12PS genannt der Laubfrosch - vorgestellt 1924 in Genf (Foto: Opel)
Opel 4/12PS genannt der Laubfrosch - vorgestellt 1924 in Genf (Foto: Opel)
 

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