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Klasse Worte von Dieter Weidenbrück zur VLN – Worte am Sonntag, Wochenrückblick #31-2014

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Vor einer Woche habe ich mich in meinem Wochenrückblick mit der Situation in der GT3 beschäftigt. Auslöser für meinen Beitrag waren die Unfälle bei den 24-Stunden von Spa. An diesen waren überwiegend Amateure beteiligt. In meinen Augen waren das ernste Warnschüsse, die die Verantwortlichen zum Handeln zwingen sollten. Denn drei während des Rennens ins Krankenhaus eingelieferte Piloten sind längst kein Spaß mehr.

Inzwischen ist eine Menge passiert. Die GT3 rocken nicht nur die Blancpain Endurance Series. Ursprünglich als Kundensportfahrzeuge konzipiert, sind sie in zahlreichen anderen GT-Serien zu Hause. Auch im Langstreckenpokal am Nürburgring (VLN) werden GT3 eingesetzt. Ich kenne die Strecke selbst von Wettbewerben, auch wenn ich sportlich auf der Nordschleife (bisher) über die GLP-Serie nicht hinausgekommen bin. Das sorgt für mein besonderes Interesse. Denn die Geschwindigkeitsunterschiede sind natürlich immer ein Problem, egal wann und wo man in der Eifel unterwegs ist.

Zugegeben, das Treiben der GT3 auf der Nordschleife ist beeindruckend anzusehen

Doch der Einsatz der GT3 auf der Nordschleife ist nicht ohne. Denn die Fahrzeuge sprengen in der Eifel das Gewollte. In der Vergangenheit wurde immer wieder betont, dass die besten Rundenzeiten in der VLN bei 8:30 Minuten liegen sollen. Schon länger wurde vermutet, dass die aktuellen GT3 diese Zeit deutlich unterbieten können. Bis zum 24-Stunden-Rennen, da sind sich alle Ringkenner einig, hat aber niemand die Karten richtig aufgedeckt.

Tarnen und täuschen gehören im Motorsport zum Handwerk. Schließlich wollte niemand riskieren, beim Saisonhöhepunkt, den 24-Stunden am Nürburgring, von den Regelhütern mit einer Extrahypothek ins Rennen geschickt zu werden. Ob Zusatzgewichte, ein kleineres Tankvolumen oder gar einen anderen Querschnitt für den Lufteinlass, die „Balance of Power“ kennt viele Stellschrauben, um schnelle Fahrzeuge einzubremsen.

Jetzt scheint es weniger Hemmnisse zu geben!

Gestern knackte Jens Klingmann im BMW Z4 GT3 von Schubert Motorsport die Acht-Minuten-Marke. 7:59,045 Minuten benötigte der BMW-Werksfahrer für eine Runde. Damit öffnete der Heidelberger das Tor zu einer neuen Dimension. Denn weniger als acht Minuten hat in der langen Geschichte der VLN noch nie ein Pilot für eine Runde benötigt. Das Fallen dieser Marke wurde gestern abseits der Strecke leidenschaftlich diskutiert.

Denn neben der sportlichen Bestleistung von Klingmann sorgen wieder mehrere Unfälle für Diskussionsstoff. Besonders von Interesse war der Unfall von Uwe Alzen. Der Ringkenner flog mit seinem Rennwagen nach der Kollision mit einem langsameren Fahrzeug im Bereich Hatzenbach über die Leitplanken. Zum Glück konnte Alzen dem Wrack des BMW Z4 unverletzt entsteigen. Trotzdem wird auch dieser Unfall zu Recht weiteres Wasser auf die Mühlen der Kritiker gießen.

Am Besten gefiel mir in der zurückliegenden Woche das Facebook-Posting von Dieter Weidenbrück!

Der Porsche-Pilot aus Wesseling betonte auf Facebook, dass in der VLN die Meisten nicht mal um die bekannte goldene Ananas fahren. Sie fahren, weil sie Spaß am Rennen auf der Nordschleife haben! Damit weißt Weidenbrück daraufhin, dass sich das unmittelbare Zusammenleben auf der Strecke verändert hat. Zu Recht unterstreicht Dieter Weidenbrück, dass in der VLN keine F1-Verträge vorbereitet werden. Ideen, die VLN auf die nächste – noch professionellere – Stufe zu heben, bezeichnet Dieter Weidenbrück als irrsinnig.

Dass im Vorstand der VLN in der zurückliegenden Woche mit Karl Mauer ausgerechnet jemand die Brocken hinwarf, der die Probleme der Szene erkannt hat, stimmt nicht hoffnungsvoll. Selbst wenn der DMSB zumindest jetzt einen (zaghaften) Anfang macht. Denn in Zukunft wird der direkte Einstieg in die schnellen Fahrzeuge für Neueinsteiger versperrt. Der DMSB führt zur Saison 2015 für Rennen auf der Nordschleife zwei zusätzliche Lizenzen ein. Um Rennen in der Eifel bestreiten zu können, ist in Zukunft das Bestreiten einer gewissen Anzahl von Leistungsprüfungen oder das Absolvieren eines speziellen Lehrgangs notwendig. Mit dieser Basis-Lizenz ist nur die Teilnahme an Rennen in den kleineren Klassen der VLN möglich.

Erst nach einer gewissen Anzahl bestrittener Rennen können die Piloten die zweite Stufe der Lizenz lösen und in schnelle Fahrzeuge steigen. Nur Piloten, die mindestens eine internationale B-Lizenz haben, können sich über einen Zusatzlehrgang direkt für die schnellen Fahrzeuge qualifizieren. Grundsätzlich sind das sanfte Schritte in die richtige Richtung. Eine Richtung, die ich auch in der Blancpain Endurance Series für sinnvoll halten würde. Mal gucken, ob sich dort auch Vernunft durchsetzten wird.



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