Weitersehen

Mit dem Opel Diplomat V8 zur Creme 21

Opel Diplomat

In der kommenden Woche startet in Spa-Francorchamps die Creme 21. Zusammen mit dem Kollegen Thomas von einer Opel-Fan-Zeitschrift  werde ich an der beliebten Youngtimer-Rallye teilnehmen. Fünf Tage werden wir mit einem Opel Diplomat unterwegs sein, das Sauerland, Ost-Westfalen und Hessen erkunden und schließlich das Ziel auf dem Opel-Testgelände in Dudenhofen ansteuern.

Die „Creme 21 Rallye“ ist ein spezieller Fall. Schon die Nennung des Namens entzückt heute viele Fans klassischer Autos. Denn seit der Erstausgabe 2002 hat sich die Rallye mit einem attraktiven Programm und genauso geschicktem Marketing ihren festen Platz in den Herzen der Fans erobert. Was sich dahinter tatsächlich verbirgt, das werde ich in der kommenden Woche selbst erleben. Und selbstverständlich laufend hier im Auto-Blog begleiten.

Das Auto kommt, wie schon bei der Oldtimer-Rallye Hessen-Thüringen, von Opel Classic. Die Experten der Opel-Geschichte rund um Uwe Mertin und Wolfgang Scholz haben für die Creme 21 einen Diplomat V8 vorbereitet. Der große Opel hat mich schon als Grundschüler Ende der 1970er-Jahre fasziniert. Ein paar Tage mit einem amerikanischen V8 durch die Landschaft zu cruisen, ist schon alleine eine schöne Aussicht für die kommende Woche. Das bei der Creme 21 zu tun, sorgt für noch mehr Lachfalten.

V8 bei Opel

Rang-Abzeichen: Über das prestigeträchtige V8-Logo des Spitzenmodells Diplomat. In der Limousine verbirgt sich dahinter ein 4,6-l-Motor mit 190 PS, im Coupé kommt ein 5,4-l-Triebwerk mit 230 PS zum Einsatz.

Mit der Verbindung des US-V8 und der großen sachlichen Karosserie aus Deutschland stellte Opel ab 1964 einen soliden Vertreter der automobilen Oberklasse auf die Räder. Möglich wurde diese Verbindung durch den Griffs in Regal der Konzernmutter General Motors. Dort fand Opel einen 190 PS starken 4,6 Liter großen V8-Motor, der in Verbindung mit einer Zweigang-Automatik für solide Fahrleistungen sorgte.

Bei der Vorstellung sorgte der Diplomat dazu noch mit einer für die damalige Zeit umfangreichen Ausstattung für große Aufmerksamkeit. Doppelauspuffanlage, Servolenkung, Vinyldach, 15″-Räder und elektrische Fensterheber vorne und hinten, das war Mitte der 1960er-Jahre Spitze. Im Innenraum sorgten dazu auch attraktive Echtholzverkleidungen und eine große Mittelkonsole für automobile Wohnlichkeit.

Als Opel dann im Diplomat 5,4 auch noch den 230 PS starken Motor aus der Chevrolet Corvette anbot, wurde der Diplomat endgültig zum Trendsetter. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde in weniger als 11 Sekunden und einer Spitzengeschwindigkeit von mehr als 200 Kilometer pro Stunde sorgte der Diplomat für Sportlichkeit in der Oberklasse. Zumal sich der große Motor – im Gegensatz zum „kleinen“ – sich auch im europäischen Autobahnbetrieb bewährte.

1969 fand Opel fast 20.000 Kunden für den Diplomaten. Doch dann kam die Ölkrise und das Ende dieses automobilen Dinos. Bis 1974 brach der Absatz des Fahrzeugs um fast 90 Prozent ein. In den folgenden Jahren verabschiedete sich Opel Schrittweise aus der Oberklasse. Mit dem Ende der KAD-Reihe, zu der der Diplomat gehörte, folgten Monza und Senator. Beide schon deutlich kleiner als der Diplomat. Spätestens mit dem Omega endete die Fahrzeug-Palette in der gehobenen Mittelklasse.

Heute ist der Diplomat ein gesuchter Klassiker und damit das optimale Fahrzeug für die Creme21. Ich bin gespannt ob der V8 das Publikum genauso begeistern kann, wie es das Opel Rekord Cabrio bei der Hessen-Thüringen tat. Als Max und ich im Mai für Opel Classic dort unterwegs waren, war der unglaubliche Zuspruch des Publikums für den Opel in meinen Augen die größte Überraschung.

In der kommenden Woche habe ich bei der Creme21 die nächste Gelegenheit, dem Publikum auf den Zahl zu fühlen. Vom Startort Spa-Francorchamps führt die Strecke zunächst am Donnerstag über Bad Godesberg, Hennef, Winterberg nach Willingen. Am Freitag geht es dann von Willingen zunächst zur Möhne, um dann an der Twistetalsperre und dem Edersee vorbei nach Bad Wildungen zu fahren. Samstag sind dann Rüsselsheim und das Opel-Werk das Ziel. Und am abschließenden Sonntag geht es dann zur Siegerehrung zum Opel-Testzentrum in Dudenhofen.

Creme21

Abgerechnet wird am Schluss: Preise bei der Creme 21 – Hauptsache orange (Foto: Opel)

Neben der Navigation und den Gleichmäßigkeitsprüfungen gibt es bei der Creme 21 traditionell immer ein paar etwas andere Aufgaben. Im Hof hinter dem Werkstattatelier werde ich heute Nachmittag schon mal den gefürchteten Kurbelwellenweitwurf üben. Schließlich weiß ich, dass Audi andere Auto-Blogger ins Rennen schickt. Die Bielefeld-Connection von Jens und Jan fährt die Creme 21 mit einem Audi 200, der das Original-Filmauto aus einem James Bond Film ist.

Kai und Sebastian treten mit einem mit einem Audi quattro an. Ok, der Allrader gefällt mir ziemlich gut, da ein Onkel von mir Mitte der 1980er-Jahre quattro fuhr. Aber Jungs, am Ende gilt immer die alte Regel nach der Hubraum durch nichts zu ersetzen ist – außer durch noch mehr Hubraum. Und mit 5,4 Litern setzt der Diplomat da einfach die Benchmark. Deshalb könnt Ihr Euch die Haare verlängern oder geheime Trainings absolvieren, es wird Euch nichts helfen.

Ok, genug gebrüllt, ob das reicht, um die anderen Autoblogger in der Gesamtwertung hinter dem Opel zu halten, sehen wir ab Mittwoch. Während der Creme 21 werde ich Euch hier im Blog regelmäßig mit ein paar Statusmeldungen und Bildern auf dem Laufenden halten. Mit dem Hashtag #creme21 könnt Ihr gewiss auch den anderen Autobloggern auf der Strecke folgen.


Opel DiplomatInfos zum Titelbild:
Für Reisende von Rang: Opel Diplomat (Foto: Opel)
Für Reisende von Rang: Opel Diplomat (Foto: Opel)
 

3 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *