Wir schreiben das Jahr 1986. Die FIA entscheidet, in der Rallye-Weltmeisterschaft zukünftig statt der Gruppe B auf die seriennahe Gruppe A zu setzen. 5.000 identische Fahrzeuge müssen die Hersteller bauen, um in der Gruppe A starten zu dürfen. Im Westen werden für den Rallye-Sport Fahrzeuge wie der Lancia Delta HF 4WD-Integrale, Audi 200 Quattro, VW Golf GTI 16V oder Mazda 323 4WD homologiert.

Im Osten gibt es den Trabant 800 RS

Doch auch hinter dem eisernen Vorgang blüht 1986 eine Rallye-Szene. Im „VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau“ entsteht der Trabant 800 RS (Rallyesport). Neben einem leistungsgesteigerten Motor verfügte dieser Trabant – als Option – auch über ein 5-Gang-Getriebe und einen 30 Liter großen Zusatztank im Kofferraum. Die Bremsanlage stammt vom Wartburg, da ist man im Ostblock ganz pragmatisch. Die Verantwortlichen in Zwickau homologieren ihn tatsächlich zum 1. Juni 1985 in der Gruppe A.

Anschließend stellen sie ein WM-Programm auf die Beine. Bei der 1000-Seen-Rallye 1986 in Finnland feiert das Werksteam mit dem Trabant 800 RS seine WM-Premiere. Gleich drei Mannschaften stehen mit dem Plastikbomber am Start des WM-Laufs. Zwei Trabant 800 RS erreichen das Ziel.

Ein Jahr später wiederholt der VEB Sachsenring den Auftritt. Auch 1987 tritt die Werksmannschaft in Finnland mit drei Fahrzeugen an. Diesmal erreichen alle Trabant 800 RS das Ziel. Mit Platz 50 feiern Fahrer Ulrich Weichsel und Kopilot Jens Richter den größten Erfolg in der Rallye-Geschichte des Trabant RS 800.

 

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Trabant RS

Trabant RS - Ab 1986 war der Trabant RS in der Gruppe A homologiert. (Foto: Christian Rath)