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Mein persönlicher Rückblick auf den Blogger Road Trip mit Honda

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Wie fasst man vier Tage Blogger Road Trip möglichst übersichtlich zusammen? Wenn man sich auf fünf Buchstaben beschränken will, dann reicht das Wort „stark“. Doch der Reihe nach. Am vergangenen Wochenende war ich gemeinsam mit Camillo Pfeil bei Saisonauftakt der WTCC in Monza. Als Gäste von Honda hatten wir Gelegenheit, beim Honda-Werksteam ganz genau hinter die Kulissen zu schauen.

Doch der Besuch einer Rennveranstaltung ist ja noch kein Blogger Road Trip. Deshalb haben Camillo und ich die Anreise zum Rennen der WTCC natürlich mit dem Auto zurückgelegt. Dabei sind wir, genauso wie die Honda-Werkspiloten Gabriele Tarquini und Tiago Monteiro, mit einem Honda Civic gefahren. Mit dem kleinen Unterschied allerdings, dass die Werkspiloten der WTCC inzwischen Benziner fahren, während wir mit einem Diesel-Civic unterwegs waren.

Inzwischen sind ein paar Tage vergangen. Für die ganz Eiligen hat Camillo aus unseren Filmaufnahmen ein Video geschnitten, das unseren Blogger Road Trip mit Honda zusammenfasst. Für alle anderen habe ich das Erlebte in diesem Artikel beschrieben.

Die Reise

Honda Deutschland hat uns für die Tour starken Honda Civic Diesel 2.2 i-DTEC zur Verfügung gestellt. Der 150 PS starke Japaner aus dem britischen Swindon erwies ist auf der 930 Kilometer langen Strecke von der Schalker Arena bis zur Rennstrecke in Monza als sehr genügsam. Wir verzichteten auf Exzesse, wie das bei Verbrauchsveranstaltungen beliebte Sägezahnfahren. Stattdessen reisen wir dafür bei Bedarf lieber auch mal mit 150 km/h unserem Ziel entgegen.

Unser Reisegefährte bei diesem Blogger Road Trip, der Honda Civic Diesel 2.2 i-DTEC

Trotzdem benötigt das moderne Diesel-Aggregat des Hondas auf dem Hinweg im Durchschnitt schließlich nur rund 4,8 Liter Kraftstoff für 100 Kilometer. Übrigens obwohl wir auf dem Weg in den Süden in der Schweiz mehr als eine Stunde im Stau gestanden haben. In so einer Situation macht sich die Start-Stopp-Automatik des Civic positiv bemerkbar.

Insgesamt haben wir, mit allen Pausen, für die 930 Kilometer von Schalke nach Monza etwas mehr als zwölf Stunden benötigt. Ich habe die Reise als ausgesprochen kurzweilig empfunden. Dazu trug auch bei, dass es sich im Civic wirklich angenehm reisen lässt. Übrigens obwohl Camillo und ich, wie es der Comiczeichner Norbert Höveler in einen seiner wunderbaren Cafè Cash-mir Comics einmal nannte, als Südskandinavier um die Mehrwertsteuer größer sind. Denn im Civic ist auch für Reisende jenseits der 1,90 Meter genügend Platz.

Das Ziel

Untergebracht rund acht Kilometer von der Rennstrecke entfernt, hatten wir am Samstag eine gute Gelegenheit, um den Verkehr in Italien zu studieren. Auf dem Weg vom Hotel zur Rennstrecke geraten wir in einen Stau. Es ist immer wieder interessant, wie die Italiener auf einer zweispurigen Straße an Kreuzungen beim Abbiegen eine dritte oder gar vierte Spur erfinden. Erstaunlich, dass der Verkehr hier nicht an jeder Ecke durch einen Unfall beeinträchtigt wird.

Zu Monza gehören auch die prächtigen Steilkurven, die jedoch seit mehr als 40 Jahren nicht mehr befahren werden.

Das „Autodromo Nazionale di Monza“ liegt in der italienischen Stadt Monza nordöstlich von Mailand. Und „in“ heißt hier auch „in“ – irgendwie zumindest. Denn keine andere permanente Rennstrecke, die ich bisher besucht habe, liegt so sehr in der Mitte einer Stadt. Wobei Monza mit 125.000 Einwohnern keine Kleinstadt ist. Bis zu den Mauern des königlichen Parks, in dem die Strecke mehr als 90 Jahren angelegt wurde, ist Monza dicht besiedelt.

Fast übersieht man die Einfahrt, die mitten in einem Wohngebiet liegt. Dank des Schweizer Rennfahrer Yann Zimmer, der im gleichen Hotel wie wir abgestiegen ist und uns den Weg zeigt, finden wir den Eingang zum Park und damit zur Rennstrecke sofort. Im Park, der mehr als zweieinhalb Mal so groß wie der berühmte „Central Park“ in New York ist, ist man in einer anderen Welt. Neben der Rennstrecke gehören zum Park ein Golfplatz, ein Theater sowie die „Villa Reale“. Diese königliche Villa ist ein klassizistisches Schloss, das einst im Auftrag der österreichischen Kaiserin Maria Theresia errichtet wurde.

Die WTCC

In der WTCC fahren Produktionswagen. Anders als in der DTM stammen die Rennwagen von Serienfahrzeugen ab. Die Hersteller und Teams verwenden Fahrzeuge, die nach dem Super 2000 Reglement für Tourenwagen aufgebaut sind. Das Serienfahrzeug muss dabei mindestens 2500-mal produziert worden sein, um als Grundlage für einen Rennwagen genutzt werden zu dürfen. Ausgerüstet mit Spoilern und ausgestellten Kotflügeln sieht das trotzdem ziemlich nach Rennwagen aus.

Noch mehr Freiheit haben die Hersteller unter der Motorhaube. Denn seit einem Jahr werden in der WTCC ausschließlich die sogenannten Weltmotoren eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um 1.600 ccm große Turbobenzinmotoren mit Direkteinspritzung. Das Drehzahllimit liegt bei 8500 Umdrehungen pro Minute. In der WTCC drosselt ein Luftmengenbegrenzer mit einem Durchmesser von 33 Millimetern die Motorleistung bei gut 300 PS. Die gleichen Motoren werden, mit anderen Luftmengenbegrenzern bestückt, auch in der Rallye-Weltmeisterschaft oder in Le Mans gefahren.

Zum Rahmenprogramm der WTCC gehört die AutoGP.

Die Rennen der Tourenwagen-Weltmeisterschaft sind Drei-Tages-Veranstaltungen. Am Freitag rücken die Piloten zu Test- und Trainingsfahrten aus. Am Samstag kämpfen sie in der Qualifikation um den besten Startplatz. Wo sich die fünf Schnellsten der Qualifikation, anders als in der Formel-1, bereits Punkte für die WM-Wertung verdienen können.

Der Sonntag steht im Zeichen der zwei Rennläufe. Mit zehn Runden sind diese weniger als 60 Kilometer lang. Trotzdem kommt Spannung auf. Denn die Tourenwagen sind weitestgehend auf einem Niveau. Auf der schnellen und breiten Strecke kommt es auch an diesem Wochenende zu den für Monza so typischen Windschatten-Schlachten, die hier 1971 den engsten Zieleinlauf der Formel-1-Geschichte ermöglichten.

Die Rennen

Obwohl das Wetter es nicht gut mit uns meint. Denn Regen und drei Grad Außentemperatur sind auch im Land, wo die Zitronen blühen, einfach nicht schön. Im ersten Lauf siegt Yvan Muller mit einem Chevrolet Cruze. Hinter zwei weiteren Chevrolet-Piloten verpasst Honda-Fahrer Gabriele Tarquini als Vierter das Podium nur knapp. Sein Teamkollege Tiago Monteiro aus Portugal rundet jedoch mit einem fünften Platz das gute Ergebnis für unseren Gastgeber Honda ab.

Tiago Monteiro im Regen des ersten Laufs der WTCC in Monza

Im zweiten Lauf startet Gabriele Tarquini von Startplatz fünf. Bereits am Start schnappt sich der Italiener zur großen Freude des Publikums drei Piloten. Bald bringt Tarquini seinen Honda Civic WTCC an die Spitze des Felds. Die Zuschauer stehen jetzt auf den Sitzen. Und Tarquini sammelt mit dem Civic des italienischen Teams von J.A.S Motorsport die ersten Führungsrunden der Saison.

Am Ende kann Tarquini den Spitzenplatz noch nicht behaupten. In Monza können sich die Piloten im Windschatten an den Vordermann ansaugen, um dann mit Überschussgeschwindigkeit zum Überholen anzusetzen. Mit Yvan Muller und dem Dänen Michel Nykjær passieren zwei Chevrolet-Piloten den Italiener. Beindruckend, wie Muller in dem kurzen Rennen von Startplatz neun bis an die Spitze vorfährt und am Ende auch den zweiten Lauf verdient gewinnt.

Mit einem vierten und einem dritten Platz sorgte Gabriele Tarquini für zwei gute Ergebnisse.

Dahinter versucht auch Marc Basseng, der mit einem Seat León erstmals in der WTCC am Start ist, Tarquini zu passieren. Doch Rennfuchs Tarquini weiß offensichtlich genau, wie die berühmte „Curva Parabolica“ in Monza in der Schlussrunde zu fahren ist, um seinen Platz zu behaupten. Trotz aller Angriffe hält Tarquini seinen Civic in Front und fährt als Dritter vor Basseng in Ziel.

Die Rückfahrt

Direkt nach dem Ende des Rennens brechen Camillo und ich auf. Für die Nacht von Sonntag auf Montag haben wir in Luzern Hotelzimmer reserviert. Vor uns liegen rund 240 Kilometer, die in unserem Civic wie im Flug vergehen. Der Ausflug lohnt, das Hotel Seeburg in Luzern ist tatsächlich mehr als nur ein Geheimtipp.

Nach einem ausführlichen Frühstück brechen wir am Montag gegen 10 Uhr in Luzern auf. Es ist erfreulich wenig Verkehr. Kurz vor fünf sind wir schon zurück in Gelsenkirchen. Auf dem Weg zeigt der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 5,3 Litern an. Wir merken, dass die Reisegeschwindigkeit auf dem Rückweg höher als auf der Hinfahrt ist.

Im Sauerland reduzieren wir daher das Tempo. Lassen den Civic mehr als zuvor durch die Landschaft gleiten. Mit Erfolg, denn Schritt für Schritt reduzieren wir den Durchschnittsverbrauch. Am Ende sind es auch auf der Rückfahrt weniger als fünf Liter pro 100 Kilometer. Der kleine Civic hat sich wieder als sehr genügsam erwiesen.

Vielen Dank an Honda Deutschland und Susanne Mickan sowie Bjoern Habegger für die Einladung und Organisation dieses Blogger Road Trips. Danke auch an J.A.S. Motorsport und Anna Cambiaghi für die freundliche Aufnahme in Monza.

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Infos zum Titelbild des Beitrags in diesem Auto-Blog:
Die Honda Civic WTCC werden für das Rennen vorbereitet (Foto: Camillo Pfeil)

Die Honda Civic WTCC werden für das Rennen vorbereitet (Foto: Camillo Pfeil)
 

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