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Jeremy Scott verleiht dem Smart Flügel: Smart forjeremy

Smart forjeremy - Showcar aus Los Angeles

Mit der Kunst ist das ja immer so eine Sache. Nicht immer kann der Betrachter sofort nachvollziehen, was den Künstler geritten hat, sein Werk genauso zu gestalten. Wenn es sich dann bei dem Werk um eine Auftragsarbeit handelt und der Künstler bestehende Grenzen deutlich verschoben hat, möchte man als interessierter Beobachter manchmal die ehrlichen Gedanken des Auftraggebers lesen können. Macht dieser nur gute Miene zum bösen Spiel? Oder hat er mehr Kunstverständnis als der unabhängige Betrachter?

Das Showcar Smart forjeremy ist so ein Fall. Im Auftrag des Herstellers hat der Modedesigner Jeremy Scott einen Smart fortwo electric drive mit zwei großen Flügeln versehen, die als avantgardistische Rückleuchten gestaltet sind. Im übertragenen Sinne, so wurde bei der Vorstellung des Showcars auf der Los Angeles Auto Show erklärt, sollen die Flügel das Abheben des Elektroautos in eine neue Epoche der Mobilität darstellen.

Weil ich als Kunstbanause in dem Entwurf weder die von dem Künstler und dem Auftraggeber hineininterpretierte Leichtigkeit oder Lebensfreude erkennen kann, hoffe ich, dass es bei dieser Symbolik bleibt und der angekündigten limitierten Sonderedition diesem Smart die Flügel gestutzt werden. Natürlich ist das nur eine persönliche Meinung, auch wenn der Smart forjeremy offensichtlich noch nicht einmal den echten Fans der Marke gefällt.

Wichtig ist, dass das Werk den Auftraggebern gefällt. Und das scheint der Fall zu sein, denn Smart Chefin Dr. Annette Winkler sagte bei der Weltpremiere „Wir waren völlig begeistert, als Jeremy mit seinen ersten Entwürfen auf uns zukam! Genau wie der Smart stehen seine Flügel für ein Stück Freiheit auf den überfüllten Straßen der Großstädte.“ Eine Aussage, die wir, weil wir keine Gedanken lesen können, an dieser Stelle einfach mal glauben wollen.

Smart forjeremy – Kunst verschiebt Grenzen

Was Smart sehr sympathisch macht, ist die Tatsache, dass man mit dem Showcar Smart forjeremy in der Tat Grenzen verschoben hat. Denn Smart hat dem Modedesigner gestattet, auch die Karosserie zu verändern. Das ist sehr ungewöhnlich. Normalerweise dürfen Designer bei solchen Projekten ja allenfalls Material und Farbe des Innenraums bestimmen sowie die farbliche Gestaltung des Exterieurs beeinflussen.

Smart wollte, wie Mercedes-Benz und Smart Designchef Gorden Wagener betont, mit Jeremy Scott einen Schritt weiter gehen. Dabei gestaltete sich die Integration der für den amerikanischen Designer typischen Flügel in die Karosserie durchaus als schwierig. Denn es war von Anfang an geplant, nicht nur ein Showcar zu kreieren, sondern eine seriennahe Studie mit Potenzial für eine zukünftige Straßenzulassung zu gestalten.

Innerhalb von acht Monaten entstand so in Zusammenarbeit zwischen Jeremy Scott und dem Mercedes-Benz Cars Advanced Design Studio im kalifornischen Carlsbad, das auch für die Gestaltung der Geländewagenstudie Ener-G-Force verantwortlich war, das vorgestellte Showcar, dass in glänzendem Weiß lackiert ist und dessen vollverchromte Tridionzelle einen funkelnden Bogen beschreibt. Aus diesem erwachsen an beiden Seiten die federähnlichen Flügel.

Wo Jeremy Scott draufsteht sind Flügel dran

Die aus Fiberglas gefertigten Schwingen tragen als Dekoration Raketen, die rot aufleuchten und als Rück- und Bremsleuchten dienen. Jeremy Scott ist sich mit der Gestaltung dieser Flügel treu geblieben. Denn egal ob auf Sweatshirts, Sonnenbrillen oder Turnschuhen, Flügel sind immer Bestandteil der Kollektionen des Modedesigners, der neben seinen Modekollektionen auch Kostüme für Pop-Stars wie Lady Gaga, Madonna, Katy Perry und Rihanna kreiert.

Breitere Hinterreifen und entsprechende Verbreiterungen an den Kotflügeln unterstreichen den markanten Auftritt. Gefällig hat Jeremy Scott für die Felgen einen Flugzeugpropeller gestaltet. Beim Fahren entsteht der Eindruck, als würde der elektrische Smart abheben wollen. Grundlage des Smart forjeremy ist der aktuelle Smart fortwo electric drive mit 55-kW-starken Elektromotor und 17,6 kWh großer Lithium-Ionen Batterie. Für 2013 hat Smart einen Smart forjeremy mit Straßenzulassung angekündigt. Ich bin gespannt, wie groß dann die Flügel noch sein werden.

Fotos vom Smart forjeremy

2 Kommentare

  1. Och wenn man an diese Asterix-Flügel ein paar Rauchwerfer hängt könnte man an der Ampel vielleicht ein paar lustige Erlegnise haben.

  2. Boah! Was für ein Gestaltungsgau! Ich würde eher tot umfallen, als diesen Smart zu fahren.

    Das Teil soll tatsächlich in Serie gehen. Hiiiilfe!

Kommentare sind geschlossen.